Hauptmenü öffnen

Robert Ullmann

österreichischer Bildhauer

Robert Ullmann (* 18. Juli 1903 in Mönchengladbach; † 19. März 1966 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer und Medailleur.

LebenBearbeiten

Mit 16 Jahren nahm er sein Studium an der Wieder Akademie für bildende Künste bei dem Bildhauer Josef Müllner auf, und schloss es im Alter von 24 Jahren ab. 1927 wurde ihm der Rom-Preis verliehen für sein Werk „Mutter und Kind“. 1930 arbeitete er an einem Gefallenendenkmal in Nordfrankreich. Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich (Anschluss) erhielt er vom NS-Regime den Auftrag für ein Mahnmal in Wöllersdorf/Niederösterreich.

 
Grab am Zentralfriedhof

Seit 1931 hatte er im Prater in Wien ein Atelier in unmittelbarer Nachbarschaft seines Freundes und Kollegen Gustinus Ambrosi. Um 1940 übersiedelte er nach Berlin, wo ihm Generalbauinspektor Albert Speer ein zentralbeheiztes Ateliergebäude mit Wohnräumen und Garten in Berlin-Charlottenburg, Fraunhoferstraße 24, verschaffte. Er übernahm das Gebäude als Nachfolger von Arno Breker, der darin von 1935 bis 1939 gewirkt hatte.[1] Dort schuf er für Speers Projekt der Umgestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania u. a. die 4,5 m hohe Plastik „Die Morgenröte“ (ausgestellt auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München 1943). Ullmann und Ambrosi hielten sich brieflich über ihre jeweiligen Kontakte zu Speer auf dem laufenden. So schrieb Ullmann am 25. März 1942 an Ambrosi: „...es würde mich und meine Frau sehr freuen, wenn Du bei Deinem nächsten Aufenthalt in Berlin, uns besuchen wirst“. Am 22. April 1943 wurde Ullmanns Atelier in Berlin von Bomben zerstört. Der Künstler wich nach Breslau in ein Ersatzatelier aus, wo er bis zu seiner Einberufung zur NS-Wehrmacht im Oktober 1944 tätig war. Nach dem Krieg übersiedelte er mit seiner Familie ins Salzkammergut und kehrte 1948 in sein Staatsatelier nach Wien zurück.[2]

Ullmann war auch für die Porzellanmanufaktur Augarten tätig, wo er hauptsächlich Tierdarstellungen entwarf, aber auch einen heute sogenannten „Ullmann-Akt“.[3] Er wurde in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.[4]

AuszeichnungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

 
Carl-Michael-Ziehrer-Denkmal
 
Natursteinplastik Liegendes Pferd
  • Porträt von Franz Schubert an der Lichtentaler Pfarrkirche, Wien-Alsergrund, 1925, Marmorrelief
  • Porträt von Franz Schubert an der Pfarrkirche St. Josef zu Margareten, Wien-Margareten, 1928, Relief
  • Schäfers Klagelied von Franz Schubert (Zum Römischen Kaiser, Renngasse, Wien Innere Stadt), 1929, Relief
  • Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart (Maria-Geburt-Kirche, Wien-Landstraße), 1931, Relief
  • Ehrengrab von Eduard Kremser (Wiener Zentralfriedhof), 1932, Bronzerelief
  • Porträt von Joseph Haydn (Gumpendorfer Pfarrkirche, Wien-Neubau), 1932, Bronzerelief
  • Heiliger Antonius (Friedenskirche, Wien-Favoriten), 1937, Holzfigur
  • Ehrengrab von Adolf Kirchl (Wiener Zentralfriedhof), 1937, Bronzerelief
  • Apostel Petrus, Apostel Johannes, Apostel Paulus und Apostel Jakobus der Ältere (Katholische Pfarrkirche Floridsdorf, Wien-Floridsdorf), um 1938, Steinfiguren
  • Marienstatue (Florianikirche, Wien-Margareten), 1953, Holz
  • Kinder und Schildkröte (Brunnen am Richard-Kralik-Platz, Wien-Döbling), 1954, Natursteinplastik
  • Reliefsteine (Hugo Breitner Hof, Wien-Penzing), um 1956
  • Liegendes Pferd (Troststraße 18, Wien-Favoriten), 1958, Natursteinplastik
  • Carl-Michael-Ziehrer-Denkmal (Hauptallee, Wiener Prater), 1959
  • Gedenktafel für Frédéric Chopin, Wien-Innere Stadt, Kohlmarkt 9. Enthüllt am 22. Februar 1960,[5] Marmor
  • Porträt von Elsa Brändström (Arne-Carlsson-Park, Wien-Alsergrund), 1965, Relief
  • Himmelfahrt Christi (eigenes Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof), 1966, Relief
  • Einseitige versilberte Bronzemedaille, 1928, 65 mm Viktor Keldorfer, österreichischer Komponist und Dirigent. Literatur: Niggl 985

LiteraturBearbeiten

  • Dehio-Handbuch Wien. II. bis IX. und XX. Bezirk. Hrsg. v. Bundesdenkmalamt. Anton Schroll, Wien 1993, ISBN 3-7031-0680-8
  • Dehio-Handbuch Wien. X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Hrsg. v. Bundesdenkmalamt. Anton Schroll, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X
  • Christine Zippel: Bildhauer Robert Ullmann (1903-1966): ein Künstlerleben in bewegten Zeiten, [Wien]: myMorawa [2018], ISBN 978-3-99070-438-7.
  • Otto E. Plettenbacher: Gustinus Ambrosi. Monografie. Ein Künstlerschicksal in den kulturellen und politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Hrsg.: Gustinus Ambrosi Gesellschaft. Kremayr & Scheriau, Wien 2015, ISBN 978-3-218-01016-0, S. 122–126.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jürgen Trimborn: Arno Breker. Der Künstler und die Macht. Aufbau-Verlag, Berlin 2011 ISBN 978-3-351-02728-5
  2. Otto E. Plettenbacher: Gustinus Ambrosi. Monografie. Ein Künstlerschicksal in den kulturellen und politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Hrsg.: Gustinus Ambrosi Gesellschaft. Kremayr & Scheriau, Wien 2015, ISBN 978-3-218-01016-0, S. 122–126.
  3. siehe Webseite der Porzellanmanufaktur Augarten
  4. viennatouristguide.at Zentralfriedhof, Abgerufen am 4. August 2009
  5. Handbuch der Stadt Wien 1964