Hauptmenü öffnen

Robert Jenkinson, 2. Earl of Liverpool

britischer Staatsmann und Premierminister des Vereinigten Königreichs
Robert Banks Jenkinson, 2. Earl of Liverpool
Lady Louisa Hervey (1767–1821), die spätere erste Ehefrau von Robert Jenkinson, im Alter von elf Jahren

Robert Banks Jenkinson, 2. Earl of Liverpool (* 7. Juni 1770 in London; † 4. Dezember 1828 in Kingston upon Thames, Surrey) war ein britischer Staatsmann und Premierminister des Vereinigten Königreichs von 1812 bis 1827.

LebenBearbeiten

Robert Jenkinson war ältester Sohn Charles Jenkinson, 1. Earl of Liverpool, und enger Berater Georgs III. Robert Jenkinson wurde an der Charterhouse School und am Christ’s College in Cambridge ausgebildet. Auf einer Bildungsreise auf den Europäischen Kontinent erlebte er 1789 in Paris den Sturm auf die Bastille mit. 1790 wurde er für die Tories ins britische Unterhaus gewählt. Er war zunächst Mitglied der Kontrollkommission für Indien (1793–1796) und schließlich Chef der Royal Mint (1799–1801).

Am 25. März 1795 heiratete er Lady Louisa Theodosia Hervey († 1821), Tochter von Frederick Hervey, 4. Earl of Bristol (1730–1803).

Er führte von 1796 bis 1808 den Höflichkeitstitel Viscount Hawkesbury, bis er den Titel seines Vaters erbte. Im Kabinett von Henry Addington war er 1801 bis 1804 Außenminister.[1] In diesem Amt erreichte er den Vertrag von Amiens mit Frankreich. In William Pitts Kabinett war Jenkinson 1804 bis 1806 und unter William Cavendish-Bentinck, 3. Duke of Portland 1807 bis 1809 Innenminister.[2] Ab 1806 war er zusätzlich Lord Warden of the Cinque Ports. Im Kabinett von Spencer Perceval hatte er von 1809 bis 1812 das Amt des Kriegs- und Kolonialministers (Secretary of State for War and the Colonies) inne.[3]

Als Spencer Perceval im Mai 1812 ermordet worden war, wurde Lord Liverpool Premierminister. In seiner Regierungszeit siegten die Briten über die Franzosen in den Napoleonischen Kriegen, konnten jedoch keinen militärischen Triumph über die USA im Krieg von 1812 erringen. Es folgte der Wiener Kongress mit einer labilen Friedenszeit. Er selbst blieb bei Kabinettsentscheidungen ebenso wie zuvor in seinen Ministerämtern eher im Hintergrund und folgte den Ratschlägen seiner Berater. Sein Verdienst lag eher darin, die beiden Flügel der Tories in einer gemeinsamen Regierung zu halten. 1827 trat er, nach einem Schlaganfall, zurück.[4]

Nachdem seine erste Gattin am 12. Juni 1821 gestorben war, hatte er am 24. September 1822 in zweiter Ehe Mary Chester († 1846). Da er kinderlos blieb fielen seine Adelstitel bei seinem Tod 1928 an seinen jüngeren Halbbruder Charles Jenkinson als 3. Earl of Liverpool.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Frederick Maurice Powicke, Edmund Boleslav Fryde: Handbook of British Chronology. Royal Historical Society, London 1961, S. 116
  2. Frederick Maurice Powicke, Edmund Boleslav Fryde: Handbook of British Chronology. Royal Historical Society, London 1961, S. 115
  3. Frederick Maurice Powicke, Edmund Boleslav Fryde: Handbook of British Chronology. Royal Historical Society, London 1961, S. 118
  4. Alan Palmer, Veronica Palmer: The Pimlico Chronology of British History; from 250.000 BC to the Present Day. Pimlico, London 1996, ISBN 0-7126-7331-8, S. 255

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Norman Gash: Jenkinson, Robert Banks, second earl of Liverpool (1770–1828). In: Oxford Dictionary of National Biography. Oxford University Press, 2004 (online).
  • Norman Gash: Lord Liverpool. The Life and Political Career of Robert Banks Jenkinson, Second Earl of Liverpool 1770–1828. London 1984, ISBN 0571296378.
  • Charles Petrie: Lord Liverpool and His Times. J. Barrie, London 1954.
VorgängerAmtNachfolger
Charles JenkinsonEarl of Liverpool
1808–1828
Charles Jenkinson
William Pitt der JüngereLord Warden of the Cinque Ports
1806–1828
Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington