Rinn

Gemeinde in Österreich

Rinn ist eine Gemeinde mit 1951 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land des Bundeslandes Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Rinn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Rinn
Rinn (Österreich)
Rinn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 10,65 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 11° 30′ OKoordinaten: 47° 14′ 58″ N, 11° 30′ 13″ O
Höhe: 918 m ü. A.
Einwohner: 1.951 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 183 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6074
Vorwahl: 05223
Gemeindekennziffer: 7 03 45
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfstraße 6
6074 Rinn
Website: www.rinn.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Schafferer (Gemeinsam für Rinn)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)
  • 3 Gemeinsam für Rinn
  • 4 Pro Rinn
  • 2 Wir Rinner für Rinn – Liste 3
  • 1 Rinner-Dorffliste
  • 3 „BIRZ und DIE GRÜNEN Rinn“ – „BUG“
Lage von Rinn im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Rinn im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Gemeinde Rinn
Die Gemeinde Rinn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Rinn im Winter
Gesamtansicht der „Teufelsmühle“ zwischen Rinn und Aldrans

GeografieBearbeiten

Der Ort Rinn liegt auf 918 m ü. A. im südöstlichen Mittelgebirge östlich von Innsbruck und südlich des Inn. Das Gebiet war der ursprüngliche Talboden des Inn, bis eiszeitliche Gletscher das heutige Inntal ausschürften. Nach Süden steigt das Gemeindegebiet auf rund 2500 Meter an.[1]

Die Gemeinde hat eine Fläche von etwas über zehn Quadratkilometer. Davon sind 62 Prozent bewaldet, 21 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den beiden Haufendörfern Rinn (an der Landesstraße gelegen) und Judenstein (nördlich von Rinn) sowie weiteren vereinzelten Weilern und Gehöften.

NachbargemeindenBearbeiten

Ampass
Aldrans   Tulfes
Ellbögen

KlimaBearbeiten

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rinn
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,8 3,7 8,3 12,8 18,1 20,7 22,8 21,9 18,0 13,4 6,2 2,3 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −5,3 −4,6 −1,3 2,2 6,6 9,4 11,3 11,0 7,9 4,3 −0,6 −4,1 Ø 3,1
Temperatur (°C) −2,1 −1,1 2,8 7,0 12,2 14,9 16,9 16,0 12,2 8,1 2,4 −1,1 Ø 7,4
Niederschlag (mm) 30 29 48 54 79 110 126 118 77 56 52 43 Σ 822
Luftfeuchtigkeit (%) 68,1 60,8 53,7 49,5 49,9 53,2 54,2 56,3 58,0 63,4 72,1 75,0 Ø 59,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,8
−5,3
3,7
−4,6
8,3
−1,3
12,8
2,2
18,1
6,6
20,7
9,4
22,8
11,3
21,9
11,0
18,0
7,9
13,4
4,3
6,2
−0,6
2,3
−4,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
30
29
48
54
79
110
126
118
77
56
52
43
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1250, als Graf Albert von Tirol 15 Metzen Hafer aus Runne bezogen hat. Im Jahr 1312 wurde Rinn eine eigene Steuergemeinde, 1471 ließ Erzherzog Siegmund den See bei Wisingen anlegen. Die Wallfahrtskirche zum Anderl von Rinn erbaute 1670 der italienische Arzt Guarinoni. Durch die Abtrennung von Ampass entstand 1721 die Doppelpfarre Tulfes/Rinn. 1776 wurde die Kirche zur heutigen Form umgebaut, vom ursprünglichen Gebäude blieb nur der gotische Turm erhalten. Durch Einheirat in den Schmirner-Hof wurde 1794 der Tiroler Freiheitskämpfer Josef Speckbacher Einwohner von Rinn.[1]

EtymologieBearbeiten

Der Name ist erstmals 981 als Runna belegt. Möglicherweise geht der Name auf das rätoromanische Wort Run für ‚Rodungsstätte‘ zurück (Rodung für Siedlungsflächen am Mittelgebirge). Allerdings wäre dann Runnes als Ausgangswort nötig und der Ort hieße heute Rinns. Daher wird der Name neuerdings als Lauf- oder Wasserleitung gedeutet – aus ursprünglich runia. Die Silbe run- ist in althochdeutsch runst (‚Wassergraben‘) noch erhalten.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Rinn

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Wallfahrtskirche Judenstein

BauwerkeBearbeiten

Die Wallfahrtskirche Judenstein wurde im Jahr 1670 errichtet. Die Legende besagt, dass auf dem Judenstein der (in der gängigen Bezeichnung wird eher „das“ als Artikel gebraucht) Anderl von Rinn (Andreas Oxner) von durchreisenden Juden erschlagen worden sei. Durch diese antisemitische Ritualmordlegende wurde Judenstein zum Wallfahrtsort. Die Anschuldigungen sind jedoch unbewiesen und haltlos. 1994 hob der damalige Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher die Wallfahrt auf. Heute gilt Judenstein als allgemeine Gedenkstätte misshandelter Kinder und Jugendlicher, was eine Gedenktafel in der Judensteiner Kirche belegt.[4]

VeranstaltungenBearbeiten

Ein jährlicher Höhepunkt im Kultur- und Veranstaltungsangebot von Rinn ist die seit dem Jahr 2000 stattfindende Veranstaltung RollRinn. Der Verein RollRinn will die verbindende und integrative Kraft der dörflichen Gemeinschaft einsetzen, um die Barrieren zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen abbauen zu helfen. Weiters will er durch optimale Organisation den Sportlerinnen und Sportlern des Austria Skiteams im Behindertensport eine professionelle Bühne bieten, damit sie ihren Sport einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. RollRinn ist mittlerweile zu einer Großveranstaltung geworden, die jährlich österreichische und internationale Spitzensportler und Prominenz anzieht um für den guten Zweck zu werben.

Im Rahmen der Special Olympics 2008[5] sollten in Rinn die Skilanglaufwettbewerbe ausgetragen werden. Aufgrund des Orkanes und des damit einhergehenden Schneemangels wurden diese jedoch nach Leutasch verlegt.[6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Landwirtschaft spielt in Rinn noch eine gewisse Rolle, daneben ist es aber aufgrund des Fehlens von größeren Betrieben und nennenswerter touristischer Entwicklung eine beliebte Wohngemeinde für junge Familien mit Kindern geworden. Die Landeshauptstadt Innsbruck liegt mit dem Auto nur 15 Minuten entfernt und kann auch mit dem Bus bequem erreicht werden.

PolitikBearbeiten

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt. Da keiner der vier angetretenen Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen konnte, kam es am 13. März zur Stichwahl gegen Herbert Schafferer (Gemeinsam für Rinn) und Armin Eberl (Pro Rinn).[7] Herbert Schafferer konnte sich beim zweiten Wahlgang deutlich gegen Armin Eberl durchsetzen und ist seither neuer Bürgermeister von Rinn.[8]

Bei der konstituierenden Sitzung am 18. März 2016 wurde Armin Eberl zum Vizebürgermeister gewählt.[9]

Bürgermeister-Kandidat Prozent Stimmen Stichwahl
Herbert Schafferer – Gemeinsam für Rinn 45,83 % 516 Ja
Armin Eberl – Pro Rinn 40,41 % 455 Ja
Daniela Gstreinthaler – Rinner-Dorfliste 10,57 % 119 Nein
Helmut Staggl – SOKO Rinn 3,20 % 36 Nein
Wählergruppe Prozent Stimmen Mandate Koppelung
Pro Rinn 25,81 % 296 4 A
Gemeinsam für Rinn 21,88 % 251 3
„BIRZ und DIE GRÜNEN Rinn“ – „BUG“ 21,10 % 242 3
Wir Rinner für Rinn – Liste 3 18,66 % 214 2 A
Rinner-Dorfliste 8,89 % 102 1
SOKO Rinn 3,66 % 42 0

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Rinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Informationen Gemeinde Rinn. (PDF) Abgerufen am 29. Juli 2021.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Rinn, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. Juli 2021.
  3. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 190 ff.
  4. Theologe Niewiadomski: „Anschuldigung des Ritualmordes ist Perversion des christlichen Erlösungsglaubens“; Bericht beim ORF vom 18. Juli 2002
  5. 3. nationale Winterspiele in Innsbruck 2008 (Memento vom 23. November 2009 im Internet Archive).
  6. Leutasch springt spontan für Rinn ein@1@2Vorlage:Toter Link/www.innok2008.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Land Tirol – Wahlen. 21. März 2016, archiviert vom Original am 21. März 2016; abgerufen am 21. März 2016.
  8. Land Tirol – Wahlen. 21. März 2016, archiviert vom Original am 21. März 2016; abgerufen am 21. März 2016.
  9. Ergebnisse der konstituierenden Sitzung. 21. März 2016, archiviert vom Original am 21. März 2016; abgerufen am 21. März 2016.