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Riepe

Ort in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland

Riepe ist eine 1000 Jahre alte Reihensiedlung im Landkreis Aurich in Ostfriesland und ein Ortsteil der Gemeinde Ihlow. Riepe hatte im Oktober 2013 2154 Einwohner.[1]

Riepe
Gemeinde Ihlow
Koordinaten: 53° 23′ 40″ N, 7° 20′ 54″ O
Höhe: 2 m ü. NN
Einwohner: 2154 (Okt. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26632
Vorwahl: 04928
Kirche mit „Riepster Teebürs“
Kirche mit „Riepster Teebürs“

Inhaltsverzeichnis

Lage und GeographieBearbeiten

Riepe (Ihlow)
Lage von Riepe in Niedersachsen

Das Dorf erstreckt sich auf einem sehr niedrigen Geestrücken. Das Hochmoor zwischen Simonswolde und Riepe reichte einst bis an die Dorfstraße. Die älteste, östliche Häuserreihe steht auf ehemaligem Moorrand, der durch eine einen Meter dicke Sandschicht künstlich aufgehöht wurde. Im Osten der Straße liegen hinter den Höfen sehr lange, schmale Flurstücke (Riepster Ackers), die als „Upstrecken“ in das Moor vorgetrieben wurden. Westlich der Dorfstraße und des Dorfbaches breitet sich der Delling aus, der früher Allmende im Gesamthandseigentum der Dorfbewohner war und auf dem ungezählte Gänse (Riepste Göös) weideten. Zum Ortsteil Riepe gehört auch die Siedlung Wrantepott am Ems-Jade-Kanal. Rund vier Kilometer südlich des Ortes verläuft die A 31 mit der Ausfahrt Riepe.

GeschichteBearbeiten

Riepe liegt auf einem flachen, schmalen Geestrücken, der den südöstlichen Rand der Niederung von der alten Ehe und dem Ridding begrenzt. Dieser Geestrücken wurde als "de hooge Rype" bezeichnet. Auch der Name Riepe leitet sich von lateinisch "Rand" ab; = Rype. Man nimmt an, dass sich im Gebiet vor allem diejenigen Siedler ansiedelten, die im frühen Mittelalter durch verheerende Sturmfluten aus dem Gebiet der Leybucht verdrängt wurden. Möglicherweise ist Riepe die älteste dieser Ansiedlungen, da es einst über die längsten Aufstreckungen verfügte. Riepe verfügt über eine vor der Reformation entstandene Kirche, die offenbar wie die von Simonswolde einst an einer anderen, überflutungsgefährdeten Stelle lag. Die heutige Kirche entstand 1554. Die alte Kirche war möglicherweise eine Kapelle aus dem 12. oder 13. Jahrhundert und lag im Bereich "de Oldehof". Beide Kirchstellen waren lange noch mit einem Weg verbunden. Der Kirchturm ist als "Teebüchse" bekannt. Diese etwas stilistisch untypische Dachabdeckung erhielt der Glockenturm jedoch erst, nachdem die Kirche nach den Überflutungen 1717 durch die Weihnachtsflut starke Schäden am Fundament erlitt. Die Umgebung Riepes war bis in die sechziger Jahre hinein sehr stark vom Wasser geprägt. Viele Flächen standen während der Wintermonate unter Wasser, so dass Verkehr und der Transport von Waren oft mit Jollen bewerkstelligt wurde. Die Flächen, die direkt westlich des Ridding lagen und die alte Flutmulde des Ridding darstellten, wurden als Gemeindeweide ("Oll Gatt") genutzt.

Ehemals gab es im Dorf Riepe viele Rohrschneider, Entenjäger und Fischer, die in der wasserreichen Umgebung mit Hilfe der sogenannten „Riepster Jolle“ ihrem Gewerbe nachgingen.

Riepe war durch die Gänsezucht bekannt geworden, eine alte Gänserasse namens "Riepster Gans" stammte daher. Diese Gänserasse hat sich bis in unsere Tage mit wenigen Tieren erhalten.

Am 1. Juli 1972 wurde Riepe in die neue Gemeinde Ihlow eingegliedert.[2]

PolitikBearbeiten

Derzeitiger (2013) Ortsbürgermeister ist Erich Harms, sein Stellvertreter ist Burkhard Smidt.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der markante Kirchturm der Riepster Kirche wird wegen seiner Form „Riepster Teebürs“ (= Teedose) genannt. Er wurde durch die Weihnachtsflut von 1717, wie auch viele Häuser des Ortes, schwer beschädigt. 15 Menschen ertranken. Eine Flutmarke ist heute noch am Kirchturm auszumachen. Dort wurden 2005 einige alte Münzen und ein mehr als 450 Jahre alter Opferstock gefunden.

Riepe ist bekannt für sein Freibad, das 2007 zu einem Naturbad umgebaut wurde. In dem Ort befinden sich auch noch eine Grundschule und Spielplätze. Durch die Gewerbegebiete „Leegmoor“ an der Landesstraße 1 und „Am Alten Handelsplatz“ an der Emder Straße hat der Ort herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Gemeinde. Südwestlich des Dorfes liegt weithin sichtbar einer der größten Windparks Ostfrieslands, der Windpark Ihlow des Auricher Enercon-Konzerns mit zunächst 26[4] und seit 2010 mit 34 großen Windenergieanlagen.[5]

WeblinksBearbeiten

[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Riepe aktuell. Gemeinde Ihlow. Archiviert vom Original am 6. Oktober 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ihlow.de Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 261.
  3. Ergebnisse der Ortsratswahlen in der Gemeinde Ihlow (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihlow.de
  4. Windpark Ihlow VE 0802. Windpark Ihlow GmbH & Co. Betriebs KG. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  5. Windpark Ihlow VE 0803. Windpark Ihlow GmbH & Co. Betriebs KG. Abgerufen am 22. Oktober 2013.