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Richard von Schlieben

sächsischer Kultusminister und Amtshauptmann
Richard v. Schlieben

Richard Freiherr von Schlieben (* 23. Juli 1848 in Niederfriedersdorf; † 7. Februar 1908 in Niedertaubenheim) war ein deutscher Verwaltungsjurist in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schlieben wurde auf einem Rittergut in der Oberlausitz geboren. Nach dem Abitur immatrikulierte er sich am 25. April 1868 an der Universität Leipzig für Rechtswissenschaft. Am 5. Mai 1868 wurde er Fuchs im Corps Lusatia Leipzig.[1] Wegen Teilnahme an einem Duell wurde er zu „zwei Tagen Karzer 2. Grades“ verurteilt. Lusatia recipierte ihn am 14. Dezember 1868.[2] Als Linkshänder focht er acht Mensuren, davon am 25. Februar 1869 in einer PP-Suite gegen das Corps Saxonia Leipzig. Seit dem 15. Juni 1870 Inaktiver, ließ er sich in der personellen Notlage während des Deutsch-Französischen Krieges reaktivieren.[1]

Nach den juristischen Examen trat er in die innere Verwaltung des Königreichs Sachsen. Er war in verschiedenen Polizeidirektionen und staatlichen Stellen tätig und wurde Regierungsrat. Schliebens besondere Verdienste um Zittau liegen neben der hervorragenden Führung seiner amtlichen Geschäfte in der Förderung des Verkehrswesens, der Wissenschaften und der sozialen Gerechtigkeit. Er veranlasste die Flussregulierung der Mandau, wodurch die regelmäßigen Überschwemmungen am südlichen Stadtrand Zittaus vermieden und dieser Wasserlauf für die sich ansiedelnde Textilindustrie nutzbar gemacht werden konnte.[3]

Als Sächsischer Minister für Kultus und Unterricht verfolgte er liberale Ideen im Schulwesen. Er war Vorkämpfer der Koedukation.[1]

Mit 58 Jahren starb er auf seinem Gutshof in Niedertaubenheim.[4] Zur Beisetzung auf dem Friedhof Taubenheim kam König Friedrich August III. (Sachsen). Drei Lausitzer mit der Fahne chargierten.[1][5]

EhrungenBearbeiten

 
Frhr. v. Schlieben
  • Ehrenbürger mehrerer Städte in der Oberlausitz
  • Ehrenmitglied der Lusatia (1907)
  • Richard-von-Schlieben-Gymnasium Zittau

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Frank Gerhardt: Geschichte des Rittergutes Niederfriedersdorf. Vom Rittergut zum Altenpflegeheim (Teil 1 u. 2). In: Geschichte und Geschichten aus Neusalza-Spremberg, Band 4, bearb. von Günter Hensel, Hrsg.: Kultur- und Heimatfreunde Neusalza-Spremberg e. V. u. Interessengemeinschaft Ortsgeschichte (IGO), Neusalza-Spremberg 2011, S. 162–172 (Teil 1), S. 172–187 (Teil 2).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Archiv Corps Lusatia
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 149, 504
  3. Geschichte der Schliebenschule
  4. SLUB-Personen-Wiki Dresden (Memento des Originals vom 21. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/personen-wiki.slub-dresden.de Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  5. Totenschau. In: Dresdner Geschichtsblätter, Nr. 4, 1908, S. 301.