Richard Linklater

US-amerikanischer Filmregisseur

Richard Stuart Linklater (* 30. Juli 1960 in Houston, Texas) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der als einer der wichtigsten Filmemacher des gegenwärtigen amerikanischen Independent-Films gilt.[1][2] Zu seinen bekanntesten Werken zählen Dazed and Confused (1993), School of Rock (2003), Boyhood (2014) und die „Before-Filmtriologie“ (1995–2013).

Richard Linklater (2007)

LebenBearbeiten

Linklater ist als Filmregisseur ein Autodidakt. Nach zahlreichen Gelegenheitsjobs gründete er in Austin eine kleine Filmproduktionsfirma, um seinen ersten Kurzfilm zu drehen, der 1985 erschien. Gemeinsam mit Lee Daniel, den er über die Heart of Texas Filmmakers, eine Gruppe von Super-8-Filmemachern, kennengelernt hatte, gründete er 1985 die Austin Film Society.[3]

1991 gab er mit dem Independentfilm Rumtreiber sein Spielfilmdebüt. Der Film war stilbildendes Vorbild für Regisseure der 2000er und 2010er Jahre, die dem Filmgenre Mumblecore – ein Indiefilmsubgenre – zugeordnet werden.[4] Fortan wurde er als großes Talent unter den amerikanischen Filmemachern wahrgenommen. Sein erster Film, der mit einem Millionenbudget produziert wurde, war 1993 die später zum Kultfilm gewordene Teeniekomödie Confusion – Sommer der Ausgeflippten (Dazed and Confused). Bereits sein nächster Film Before Sunrise brachte ihm 1995 den Silbernen Bären bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin für die beste Regie ein.

Wiederholt arbeitete Linklater mit dem Schauspieler Ethan Hawke zusammen, so unter anderem in Before Sunrise (1995), Die Newton Boys (1998), Waking Life (2001), Tape (2001), Before Sunset (2004), Fast Food Nation (2006), Before Midnight (2013) und Boyhood (2014). Bei vielen seiner frühen Filme zeichnete Lee Daniel für die Kameraarbeit verantwortlich. Außerdem arbeitet Linklater seit 1993 ausschließlich mit der Filmeditorin Sandra Adair zusammen.

Von 2002 bis 2013 realisierte Linklater den Film Boyhood, der das Aufwachsen eines von Ellar Coltrane dargestellten Jungen über den Zeitraum von 12 Jahren zeigt. Die Besonderheit an dem Film ist, dass die Schauspieler im Verlauf des sehr langen Filmprojekts reell wachsen und altern, sodass die Coming-of-Age-Geschichte realistisch – immer mit derselben Besetzung – inszeniert werden konnte. Insofern ist Boyhood eine fiktive filmische Langzeitstudie. Der Film feierte seine Premiere beim Sundance Film Festival 2014. In Deutschland lief er erstmals im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2014,[5] bei dem Richard Linklater den Silbernen Bären für die beste Regie erhielt[6].

Bei den Golden Globe Awards 2015 erhielt Boyhood den Preis in der Kategorie Bester Film – Drama, Linklater wurde mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet, ferner war er in der Kategorie Bestes Filmdrehbuch nominiert. 2020 wurde Linklater in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Seine 1994 geborene Tochter Lorelei Linklater ist als Schauspielerin tätig.

FilmografieBearbeiten

Als Regisseur

Als Darsteller (Auswahl)

  • 1996: Beavis und Butthead machen’s in Amerika (Beavis and Butt-Head Do America)
  • 2001: Spy Kids
  • 2018: Blaze

LiteraturBearbeiten

  • Alison Macor: Thirty Years of Filmmaking in Austin, Texas. University of Texas Press, Austin, 2010, ISBN 978-0-292-72243-9.

WeblinksBearbeiten

Commons: Richard Linklater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richard Linklater - America's Finest Director?`. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  2. Richard Linklater: American cinema’s last true maverick? 31. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2020 (englisch).
  3. Alison Macor: Thirty Years of Filmmaking in Austin, Texas. University of Texas Press, Austin, 2010, ISBN 978-0-292-72243-9, Seite 92
  4. Alicia Van Couvering: What I Meant to Say. In: Filmmaker Magazine. Abgerufen am 17. Dezember 2012.
  5. Boyhood bei berlinale.de, abgerufen am 15. Februar 2014
  6. Preise der Internationalen Jury bei berlinale.de, abgerufen am 15. Februar 2014