Richard Kraus

deutscher Dirigent

Richard Kraus (* 16. November 1902 in Berlin; † 11. April 1978 in Kassel)[1] war ein deutscher Dirigent, der vor allem durch sein Wirken als Chefdirigent der Opernhäuser in Halle (Saale) und Berlin sowie der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford bekannt wurde. Er dirigierte auch bei den Bayreuther Festspielen.

LebenBearbeiten

Richard Kraus ist der Sohn des bekannten frühen Wagner-Tenors Ernst Kraus (1863–1941). Er studierte an der Hochschule für Musik Berlin (heute Universität der Künste Berlin) bei Otto Taubmann, Emil Nikolaus von Reznicek, Marbach, Carl Besl[2], Eberhardt[3] und wurde 1923 Korrepetitor an der Berliner Staatsoper (unter Erich Kleiber und Leo Blech). Danach war er fast lückenlos, bis auf eine kurze Zeit am Ende des Zweiten Weltkrieges, Dirigent verschiedener Orchester:[4]

  • 1927 bis 1928 in Kassel
  • 1928 bis 1933 in Hannover
  • 1933 bis 1937 in Stuttgart
  • 1937 bis 1944 Chefdirigent in Halle (Saale)
  • nach dem Krieg in Düsseldorf
  • 1948 bis 1954 Chefdirigent in Köln
  • 1954 bis 1961 Chefdirigent in Berlin (damals Städtische Oper, ab 1961 Deutsche Oper)
  • 1961 bis 1963 Lehrtätigkeit an der Berliner Hochschule für Musik
  • 1963 bis 1969 Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford (danach im Ruhestand)

Seit Ende der 1940er-Jahre sind zahlreiche Aufnahmen unter Richard Kraus als Schallplatte, später auch als CD erschienen.

Bayreuther FestspieleBearbeiten

1942 dirigierte Richard Kraus die Vorstellungen des Fliegenden Holländers. Eine Aufnahme der Ouvertüre erschien 1976 zunächst als Schallplatte bei BASF (100 Jahre Bayreuth[5]). Später wurde die Gesamtaufnahme (Vorstellung vom 18. Juli 1942) als Doppel-CD herausgegeben.[6] Zuvor war er Musikalischer Assistent in den Jahren 1927, 1928, 1931 und 1933 (d. h. lückenlos in allen Festspieljahrgängen mit Ausnahme von 1930).[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richard Kraus im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)
  2. Eintrag für Carl Besl in der Deutschen Nationalbibliothek
  3. Namen aller Lehrer nach Egon Voss: 100 Jahre Bayreuther Festspiele, Gustav Bosse Verlag Regensburg, 1976, S. 108 (Kurzbiografie)
  4. Biografie auf classicsonline.com (Memento des Originals vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.classicsonline.com (engl.)
  5. Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek, insgesamt 4 Schallplatten
  6. Eintrag auf wagnerportal.de
  7. Die Besetzung der Bayreuther Festspiele1876-1960. Bearbeitet von Käte Neubert, Edition Musikca Bayreuth, 1961; S. 66 f.