Rendezvous (2005)

Film von Alexander Schüler (2005)

Rendezvous ist ein deutscher Spielfilm von Alexander Schüler nach einem Drehbuch von Tim Lang unter dem Pseudonym Bob L. Sack, der unter der Mitarbeit von Nikolai Hormeß als Dramaturg und Alexander Schüler als Regisseur entstand.

Filmdaten
OriginaltitelRendezvous
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2005
Länge100 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieAlexander Schüler
DrehbuchTim Lang
ProduktionAlexander Schüler,
Sven Walser
MusikMichael Rodach
KameraLeif Karpe
SchnittOmar Abulzahab
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der Film handelt von dem Paar Anna und Walter, die ein gutsituiertes Leben in einer gemeinsamen luxuriösen Wohnung führen. Walter ist als Bank-Manager tätig, Anna stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus.

Als Anna eines Tages überraschend vorzeitig nach Hause zurückkehrt, findet sie dort Walter vor, womit sie nicht gerechnet hatte, denn dieser sollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf Geschäftsreise sein. Es entsteht zwischen den Beiden ein Misstrauen, da Walter seinerseits auch Anna bei einem Besuch ihrer Mutter vermutete. Da in der Beziehung bereits seit einiger Zeit wenig Konsens über wichtige Themen und weitere Lebensplanung bestand, kommt es zu Auseinandersetzungen, besonders bezüglich des Themas „Nachwuchs“.

Plötzlich taucht Jost, ein gemeinsamer Freund des Paares auf, der eigentlich seine finanzielle Situation mit Walter alleine besprechen wollte. Er bleibt zum Essen. Währenddessen spitzt sich die Kommunikation zwischen Anna und Walter zu, die sich gegenseitig attackieren, beschimpfen und bloßstellen. Als Anna und Jost sich küssen, da sie sich von Walter unbeobachtet glauben, eskaliert die Situation vollends und Walter konfrontiert Jost mit der ausweglosen finanziellen Situation von Josts Speditionsfirma, die kurz vor dem Bankrott steht.

Im Anschluss an diese Szene kommt Yvonne, Josts Ehefrau, dazu und es wird bekannt, dass diese ein Verhältnis mit Walter hat.

ProduktionBearbeiten

Der mit einer DV Videokamera unter weitgehender Beachtung der Regeln des Dogma 95-Manifests gedrehte Film ist Schülers Debüt als Filmregisseur. Der Film hatte auf dem Filmfest München 2005 Premiere. Distributor des Films ist in Deutschland der Pandora Film Verleih.[2]

Der Film wurde mit einem Budget von 50.000 Euro gedreht.[3] Das Drehbuch erarbeitete Tim Lang, damals Schauspieler am Deutschen Theater, unter Mitwirkung des Dramaturgen Nikolai Hormeß sowie Alexander Schüler. Der Regisseur Alexander Schüler ist als Filmemacher und Regisseur Autodidakt. Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2003 in Berlin. Die Postproduktion dauerte zwei Jahre.[3]

Weitere Mitarbeiter am Filmprojekt waren: Claudius Lohmann (Produktion), Beatrice Papiri (Ausstattung), Keria Schreiber (Kostüm), Kuen Il Song.

RezeptionBearbeiten

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Die dramatische Adaption eines Kammerspiels von Tim Lang erscheint wie die zeitgemäße deutsche Variante des modernen Bühnenklassikers „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“. Der Stoff wirkt mit seinen zeitgenössischen Figuren, ihren alltäglichen Problemen und ihrer lebensnahen Ausdrucksweise zeitgemäß und authentisch. Von der formalen Struktur her wirkt er  dagegen klassisch im besten Sinne des Wortes: die Handlung spielt zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, beschränkt auf einen Ort des Geschehens und hat nur ein Ensemble von vier Figuren. Zudem besitzt der Stoff in der Wahl seines Themas einen geradezu archaischen Kern, und zwar den der kollektiven menschlichen Gewalt, die sich in ihren Reihen ein Todesopfer sucht. Die große Qualität und Originalität  des Films zeigt sich darin, wie er diese begrenzte kammerspielartige Situation und die enge Figurenkonstellation konsequent ausnutzt und ausreizt, um die tödliche Eskalation dieser archaischen Machtstruktur aus den alltäglichen und scheinbar banalen Beziehungsproblemen nachvollziehbar zu machen. Das tut er jedoch nicht im Sinne eines kopflastigen Lehrstücks, sondern schafft das, indem er den Zuschauer in die Innenwelten seiner starken und plastischen, sehr gut typisieren Figuren zieht. Dadurch erscheint deren Handeln nicht nur schlüssig und konsequent, es ist noch bis in den finalen Abgrund hinein emotional nachzuvollziehen.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Rendezvous. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2006 (PDF; Prüf­nummer: 105 142 K).
  2. Rendezvous. In: pandorafilm.de. Pandora Film, abgerufen am 12. Juli 2019.
  3. a b Talent zum Unglücklichsein welt.de, abgerufen am 11. Juli 2019