René Clemencic

österreichischer Musikwissenschaftler, Dirigent, Komponist, Organist, Cembalist und Blockflötist

René Clemencic [rə'ne kleː'məntʃitʃ] (* 27. Februar 1928 in Wien) ist ein österreichischer Musikwissenschaftler, Dirigent, Komponist, Organist, Cembalist und Blockflötist.

LebenBearbeiten

René Clemencics Vorfahren stammen aus verschiedenen Gegenden der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie, einschließlich Istrien und Kroatien. Sein Vater war Notar und sprach ausschließlich Italienisch mit ihm.

Nach dem Besuch des Schottengymnasiums studierte er von 1947 bis 1956 Philosophie und Musikwissenschaft an der Universität Wien und an der Sorbonne in Paris. Im Jahr 1956 wurde er mit der Dissertation Sein und Bewusstsein bei Louis Lavelle an der Universität Wien promoviert.[1]

Clemencic studierte Blockflöte und Cembalo in Wien, den Niederlanden und Berlin. Er studierte auch musikalische Formenlehre, Musiktheorie sowie Zwölftonlehre.

Im Jahr 1957 gründete er das historische Aufführungspraxis-Ensemble Clemencic Consort, in einer variablen Besetzung von 2 bis 50 Musikern, welches er bis zum Jahr 1968 leitete.[1] Von 1996 bis 2005 betreute René Clemencic den Musica Antiqua-Zyklus des Wiener Musikvereins. Von Herbst 2005 bis Juni 2019 gab es im selben Haus einen eigenen Clemencic-Consort-Zyklus.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1997: Preis der Stadt Wien für Musik[2]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

EnsemblemusikBearbeiten

  • Maraviglia III – Iter exstaticum (1968)[3]
  • Experience one – für Blockflöte, Cembalo und Tonband (1971)[3]
  • Chronos I – Duo für Blockflöte, Geige und Tonband (1971)[3]
  • Maraviglia V – Raum-Spiel für 1 Stimme und 4 Instrumentalisten (1973)[3]
  • Sicut Navis – für Violoncello und Klavier (1981)[3]
  • Flauto Magico III – für Blockflöte und Streicher (1984)[3]
  • Drachenkampf – Septett für Solostimme(n) (1987)[3]
  • Estasi – für 6 Schlagzeuger (1988)[3]
  • Musica Hermetica – für 2 Geigen und Tonband (1989)[3]
  • Flauto Magico IV – für Blockflöte, Streichquintett und Schlagzeug (1990)[3]
  • Parzen – für Blockflöte und Schlagzeug (1991)[3]
  • Kabbala – Oratorium (1992)[3]
  • Jeruschalajim – Klaviertrio (1997)[3]

SolomusikBearbeiten

  • Fantasia dodekafonica – für Blockflöte (1964)[3]
  • Maraviglia I – für Blockflöte (1968)[3]

Opern/MusiktheaterBearbeiten

  • Musik zu "Tolldreiste Szenen" (1981)[3]
  • Der Berg – Kammeroper, Text: Konrad Bayer (1994)[3]
  • MonduntergangOperelle (2006)[3]
  • Nachts unter der Steinernen Brücke – Kammeroper (2008)[3]
  • Harun und Dschafar – für 8 Sänger, Sprechchor und Ensemble, Text: Kristine Tornquist (2011)[3]
  • Gilgamesch – Ein szenisches Oratorium und Schattenspiel, Text: Kristine Tornquist (2015)[3][4]

VokalmusikBearbeiten

  • Apokalypsis – Oratorium in griechischer Sprache (1996)[3]
  • Reise nach Niniveh – Oratorium für Vokalensemble (1999)[3]

FilmmusikBearbeiten

  • Musik zum Film "Molière" – Filmmusik für Kammerorchester/Ensemble und Solostimmen, Text: Ariane Mnouchkine (1982)[3]
  • Musik zum "Urfaust-Film" – Filmmusik für Kammerorchester/Ensemble (1982)[3]
  • L'uomo e l'agricultura / L'homme et l'agriculture – Filmmusik für Kammerorchester/Ensemble (1986)[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b mica (Aktualisierungsdatum: 7. August 2020): „Biografie René Clemencic“. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/52048 (Abrufdatum: 16. Mai 2021).
  2. Preis der Stadt Wien - PreisträgerInnen auf Wien Geschichte Wiki (Abrufdatum: 16. Mai 2021)
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z mica (Aktualisierungsdatum: 7. August 2020): „Werkeverzeichnis René Clemencic“. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/werke-von-komponisten/52048 (Abrufdatum: 16. Mai 2021).
  4. Gilgamesch, sirene Operntheater (Abrufdatum: 4. Juni 2020).