René Benko

österreichischer Unternehmer und Investor, Chairman der SIGNA Holding

René Benko (* 20. Mai 1977 in Innsbruck) ist ein österreichischer Unternehmer und Investor im Immobilien-, Medien- und Handelsbereich. Die von ihm gegründete Signa Holding ist Österreichs größtes privates Immobilienunternehmen und engagiert sich auch vermehrt in Deutschland und Norditalien.[1] In den letzten Jahren hat sich die Signa Holding zusätzlich im Handelssektor etabliert. Daneben erwarb die Signa Holding im November 2018 auch Medienbeteiligungen an den österreichischen Tageszeitungen Kurier (24,22 %) und Krone (24,5 %).[2]

René Benko (2021)

Benko ist Multimilliardär und gehört zu den reichsten Österreichern.[3] Es gab und gibt zahlreiche Kontroversen zum beruflichen Aufstieg seiner Person.

Herkunft und AusbildungBearbeiten

René Benko wurde als Sohn eines Gemeindebediensteten und einer Erzieherin in Innsbruck geboren und besuchte die Handels- und Wirtschaftsakademie.[4] Er hat eine jüngere Schwester.[5] Im Alter von 17 Jahren lernte er im Unternehmen eines befreundeten Baumeisters erstmals die Immobilienbranche näher kennen.[6] Daraufhin verließ er die Schule, da er zu viele Fehlzeiten hatte, um zur Matura zugelassen zu werden.[7][8] Laut Addendum durchlief Benko Mitte der 1990er Jahre die Schulungen des deutschen Finanzdienstleisters AWD (heute Swiss Life Select).[9]

PrivatesBearbeiten

René Benko wohnt in Innsbruck. In zweiter Ehe ist er mit Nathalie Benko (geb. Sterchele)[10] verheiratet und hat vier Kinder.[11][12] Er wurde von seiner ersten Frau, die auch die Mutter seiner ersten Tochter ist, im Jahre 2005 geschieden.[13] Benko gilt als zurückhaltend und beschränkt öffentliche Äußerungen und Auftritte auf ein Minimum. Über sein Privatleben ist wenig bekannt.[14]

VermögenBearbeiten

Forbes schätzte 2021 Benkos Vermögen auf 5,6 Milliarden Dollar, was ihn zum drittreichsten Österreicher macht und weltweit aktuell Rang 496 einnehmen lässt.[15] Nach Angaben des österreichischen Wirtschaftsmagazins Trend betrug sein Vermögen im Jahre 2014, bei der damaligen Übernahme von Karstadt, noch rund 850 Millionen Euro.[16][17] 2018 ermittelte Trend rund 3,1 Milliarden Euro und er wurde auf die Nummer 8 der Liste der reichsten Österreicher gesetzt.[18] 2019 schätzte Forbes sein Vermögen auf 4,9 Milliarden Dollar, was ihn zum drittreichsten Österreicher machte und weltweit damals Rang 365 einnehmen ließ.[19]

Unternehmerischer WerdegangBearbeiten

Bis 2006Bearbeiten

 
Front Kaufhaus Tyrol, Innsbruck (2010)

Zu Benkos ersten Projekten gehörte – laut Eigenangabe – ab 1995[20] der Ausbau von Dachböden zu Luxuswohnungen. 1997 erwarb er eine Kaufoption auf Anteile des Wellnesshotels Lanserhof bei Innsbruck, die er gewinnbringend an Christian Harisch verkaufte.[21]

2001 erwarb er als Geschäftsführer der Medicent in Innsbruck mit seinem Geschäftspartner, dem Bauindustriellen Günther Schertler eine Liegenschaft am Innrain, auf dessen Areal unter dem Markennamen „Medicent“ ein Fachärztezentrum realisiert wurde.[22][23]

2001 gründete Benko gemeinsam mit dem Kfz-Händler Karl Kovarik, der 26 Mio. Euro Starthilfe leistete, die Immofina Holding.[24][25] In nächsten Schritten wurden erfolgreich weitere Fachärztehäuser in Österreich eröffnet. 2004 erwarb die Immofina das Kaufhaus Tyrol, welches bis 2010 neu errichtet wurde. Die Planung führte David Chipperfield durch. Im Kaufhaus Tyrol befindet sich bis heute das Innsbrucker Büro der Signa Holding.

Im Oktober 2004 warb Benko um Anleger für den ersten geschlossenen Immobilienfonds „Signa:01 Property Fund“ der Immofina-Gruppe. Neben weiteren Fonds plante er die Gründung einer Bank für Immobilieninvestments nach Vorbild der Constantia Privatbank.[26]

Im Jahr 2005 wurde der Unternehmensbeirat gegründet, der bis heute die Strategie des Unternehmens mitgestaltet und 2006 die Immofina Holding GmbH in Signa Holding GmbH umbenannt.[27]

Bis 2012Bearbeiten

 
Blick auf den Platz „Am Hof“, Wien (2012)

Im Jahr 2007 erfolgte der Ankauf von 16 Immobilien in Innenstadtlagen aus dem Portfolio der BAWAG P.S.K.[28] Zeitlich erfolgte dieser Eigentümerwechsel kurz nach dem BAWAG-Verkauf.

Im Jahr 2008 erwarb Signa Holding die ehemalige Zentrale der Länderbank bzw. Bank Austria Am Hof, heute Hotel Park Hyatt Vienna.

2009 beteiligte sich der griechische Reeder George Economou;[29] er beendete sein Engagement im Jahr 2015. Hauptgesellschafter der Signa-Holding ist die Familie Benko Privatstiftung mit einem kontrollierenden Anteil von 85 %. Ernst Tanner, Verwaltungsratspräsident von Lindt & Sprüngli, hält 10 % und Torsten Toeller 5 % der Anteile seit 2017.

Im Jahr 2010 kam das Gebäude der Deutschen Börse in Eschborn zum Portfolio der Signa Holding hinzu.

 
Kaufhaus Oberpollinger, München (2017)

Im Jahr 2011 folgte ein Abschluss mit dem Kaufhaus Oberpollinger in München. Im selben Jahr folgte der Kauf des ehemaligen Hotel Schlössle in Oberlech mit 500.000 Euro[30] für das Vorkaufsrecht an die Gemeinde. Auf dem Grundstück entstand anschließend das Luxushotel Chalet N.[31]

Medienberichten zufolge gründete der israelische Diamantenhändler Beny Steinmetz 2012 mit der Signa Prime Selection ein Joint Venture und ermöglichte somit im Dezember 2012 für rund 1,1 Milliarden Euro den Kauf des Berliner KaDeWe und 16 weiteren Karstadt Immobilien von dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen.[32][33] Laut Bundeskartellamt wurde die Übernahme am 21. Dezember 2012 zu je 50 Prozent von Signa und der Beny Steinmetz Group beantragt.[34] 2015 trennten sich René Benko und das israelische Unternehmen wieder durch eine Aufteilung des Portfolios.[35]

Letztinstanzliche Verurteilung wegen Korruption im Jahr 2014Bearbeiten

Am 2. November 2012 wurde Benko am Landesgericht Wien gemeinsam mit seinem Steuerberater Michael Passer wegen „versuchter verbotener Intervention“ (Schmiergeld) zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Richterin stellte fest, dass Passer 2009[36] im Auftrag von Benko den früheren kroatischen Premierminister Ivo Sanader kontaktiert und ihm 150.000 Euro angeboten habe, um ein in Italien anhängiges Gerichtsverfahren zu ihren Gunsten zu beeinflussen.[37][38] Das Urteil wurde am 13. August 2013 vom Oberlandesgericht[39] und nach Benkos Einreichung einer Nichtigkeitsbeschwerde,[40] am 11. August 2014 vom Obersten Gerichtshof bestätigt.[41]

Bis 2018Bearbeiten

Am 18. Juni 2013 zog sich Benko aus der operativen Führung der Signa Holding GmbH zurück und übernahm den Vorsitz des Beirates der Signa-Gruppe.[42]

2013 erfolgte die Gründung der neuen Unternehmenssparte Signa Retail. Durch den Erwerb der Karstadt Warenhauskette, weiterer Online- bzw. Multi-Channel-Retailer und Kaufangebote für die Galeria Kaufhof GmbH[43] ist Benkos Signa Holding nicht mehr nur im Bereich des Immobilieninvestment tätig, sondern auch im Handelssektor.

 
Parkapartments am Belvedere in der Bauphase, Wien (2018)

Im Jahr 2014 wurden einige Immobilienprojekte in Österreich fertiggestellt. Dazu zählte das Goldene Quartier und die Parkapartments am Belvedere in der Nähe des Wiener Hauptbahnhofs.

2015 startete die Unternehmenssparte Signa Retail über die Eataly Distribution Deutschland GmbH ein Joint Venture mit der italienischen Eataly, dem größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern weltweit.

Im Jahr 2016 wurde die Genehmigung für das Einkaufszentrum Waltherpark durch eine Volksbefragung in Bozen erteilt.

Das Jahr 2017 war besonders durch Erweiterungen im Online-Handel, wie die komplette Übernahme von Probikeshop über Internetstores und 70 Prozent der Anteile von Hood.de durch die Karstadt-Mutter Signa, geprägt.[44] Zum 29. Dezember 2017 wurde der von Benko für 60 Millionen Euro erworbene Kika-Leiner-Flagshipstore in der Wiener Mariahilfer Straße 10–18 auf die Laura Daphne GmbH übertragen, eine Tochtergesellschaft der Laura Privatstiftung, deren Stifter wiederum René Benko und seine Mutter Ingeborg Benko sind.[45][46][47]

Am 21. Juni 2018 kaufte die Signa Holding für 600 Mio. Euro von Bruno Steinhoff über die südafrikanische Steinhoff International Holdings die Möbelketten Kika und Leiner mit etwa 6500 Mitarbeitern.[48][49][50]

Am 11. September 2018 wurde die Fusion von Karstadt und Kaufhof offiziell bestätigt. Benko schaffte damit einen sogenannten „Warenhausriesen“,[51] wobei künftig an der Signa Retail 49,99 Prozent dem kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) gehören und 50,01 Prozent der Signa-Holding.[52][53][54][55] Durch diese Fusion wurde René Benko in den Kreis der „Menschen des Jahres 2018“ der deutschen Tageszeitung Handelsblatt aufgenommen. Roland Berger, seit 2013 Mitglied im Signa-Beirat und Aktionär der Signa Prime, verfasste den Beitrag dazu im Handelsblatt.[56]

 
Die Spitze des Chrysler Buildings in Manhattan, New York City

Im November 2018 wurde die erste Investition im Medienbereich durch Übernahme von Anteilen an den österreichischen Tageszeitungen Kronen Zeitung und Kurier durch die Signa Holding verlautbart.[57]

Seit 2018 steht Benko mit der Stadt Hamburg in Verhandlung, im Osten der HafenCity ein Grundstück für 122 Millionen Euro zu erwerben, um auf diesem für rund 700 Millionen Euro ein 245 Meter hohes Gebäude unter dem Namen Elbtower zu errichten.[58][59] Im August 2022 wurden „Gesamtinvestitionskosten“ mit rund 950 Mio. Euro angegeben.[60]

2019Bearbeiten

ÜbernahmenBearbeiten

Im März 2019 erwarb die Signa Holding zu gleichen Teilen mit der US-amerikanischen RFR Holding für 151 Millionen US-Dollar das New Yorker Chrysler Building.[61][62] Zur gleichen Zeit wurden Pläne in Wolfsburg der Signa Holding – mit einer Investitionssumme im hohen dreistelligen Millionenbetrag – zur Neugestaltung eines Areals südlich und westlich des Wolfsburger Hauptbahnhofs im Stadtbereich Nordkopf vorgestellt.[63][64][65]

Anfang April 2019 wurde in Südtirol von der Technischen Kommission des Landes „grünes Licht“ für den Verkauf des Flughafens Bozen an ein Unternehmen von Benko, dem Bozener Unternehmer Josef Gostner und Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner gegeben; geplant ist der Ausbau und die Internationalisierung des Flughafens.[66]

Im Juni 2019 übernahm Signa Holding die restlichen 49,99 Prozent von Galeria Karstadt Kaufhof (dem Zusammenschluss, der im Jahr 2018 durch die Übernahme der ersten Galeria Kaufhof Anteile entstand) aus dem Eigentum der Hudson's Bay Company.[67] Neben der Übernahme führte die Signa Holding auch weitere Geschäfte im Juni 2019 durch. So veräußerte die Holding den Austria Campus 2 an einen Immobilienfonds der Bayerischen Versorgungskammer.[68] Selbst übernahm die Signa Sporthandelssparte die Tennis-Pro-Gruppe.[69] An der Signa Prime Selection erwarb die französische Beteiligungsgesellschaft Société Foncière, Financière et de Participations, welche mehrheitlich im Besitz der Peugeot-Familienholding ist, eine 5 prozentige Beteiligung für eine Summe von 186 Millionen Euro.[70] Die Madison International Realty beteiligte sich ebenfalls mit 5 % an der Signa Prime Selection.[71]

Waltherpark BozenBearbeiten

2019 startete die weitflächige Verbauung des Innenstadtreals von Bozen im Kontext des von David Chipperfield designten Projekts Waltherpark.

Villa in InnsbruckBearbeiten

Im Stadtteil von Innsbruck/Dorf Igls baut René Benko das alte Schlosshotel, das er 2016 gekauft hatte,[72] in eine Villa im Südstaatenstil um.[73]

„Das Benko-Prinzip“Bearbeiten

Über René Benko und seinen Signa-Konzern veröffentlichte am 25. März 2019 die österreichische Rechercheplattform Addendum eine umfangreiche Recherche unter dem Titel Das Benko-Prinzip.[74] Als Reaktion reichte die Signa Holding eine Klage gegen Passagen aus der Addendum-Reportage ein; der Gegenstand der Klage lautet auf Unterlassung und Widerruf wegen Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung.[75] Der Podcast ist weiter abrufbar.[76]

KronenzeitungBearbeiten

Am 7. April 2019 gab Benko in der Tageszeitung Die Presse ein ausführliches Interview zu den jüngsten Geschehnissen rund um die Kronen Zeitung[77] und weiteren Reports zu seiner Person. In dem Interview dementierte er jegliche Pläne bezüglich der Übernahme von Anteilen der Dichand-Familie an der Zeitung. Außerdem räumte er in dem Interview zwar Pläne ein, die kompletten Anteile der deutschen Funke Mediengruppe an Krone und Kurier übernehmen zu wollen, aber er betonte, dass dies nicht die Anteile der Familie Dichand angreifen sollte. Außerdem wird im Artikel erwähnt, dass die Redaktionen laut Benko unabhängig bleiben sollen und mit dem Einstieg ins Mediengeschäft ausschließlich wirtschaftliche Motive verfolgt werden würden.[78]

Ibiza-AffäreBearbeiten

In einem im Juli 2017 heimlich gefilmten Video (Ibiza-Video), das im Mai 2019 dem Spiegel und der Süddeutschen Zeitung zugespielt wurde, behauptet der damalige FPÖ-Parteivorsitzende Heinz-Christian Strache, dass Milliardäre, wie Benko, Gaston Glock und Heidi Horten sowie der Glücksspielkonzern Novomatic von Johann Graf über einen Tarnverein der FPÖ unter Verletzung der Parteienfinanzierung in Österreich für den Wahlkampf der FPÖ spenden würden. Alle in dem Video als Spender genannten Personen und Unternehmen bestritten noch am selben Tag die Vorgänge.[79][80][81] Im Zuge seiner Rücktrittsrede, am 18. Mai 2019, entschuldigte sich Strache bei Benko und allen anderen im Video genannten Personen bzw. Unternehmen und gab an, dass seine Äußerungen „ein Ausdruck schlichter Prahlerei“ gewesen seien.[82][83][84][85]

2020Bearbeiten

Das Hotel Bauer Palazzo in Venedig ging 2020 von dem amerikanischen Hedgefonds Elliott in den Besitz von Benkos Signa über. Das Hotel befand sich von der Gründung im Jahr 1880 bis zum Tod des damaligen Eigentümers 1930 in österreichischem Besitz. Im Signa-Portfolio finden sich bereits Luxushotels wie das Park Hyatt in der Wiener Innenstadt, das Chalet N in Lech und das Villa Eden Luxury Resort am Westufer des Gardasees.[86]

2021Bearbeiten

Im Frühling 2021 kritisierten Bloomberg und der Westdeutsche Rundfunk regelmäßige Aufwertungen von Immobilien der Signa Holding und damit verbundene Ausschüttungen von Geldern ohne entsprechende Gewinne aus operativen Einnahmen.[87][88] Benko verwies auf die Bewertung der Immobilien durch unabhängige Gutachter und die Kontrolle der Wirtschaftsprüfer.[89][90]

Im März 2021 berichtete die Schweizer Handelszeitung im Zuge einer Anklage wegen Geldwäsche gegen ehemalige Vorstände der Zürcher Privatbank Falcon Private Bank über einen Kredit der Bank in der Höhe von 25 Millionen Euro an die Familie Benko Privatstiftung.[91][92] Die Falcon Private Bank war auch für einige Monate des Jahres 2016 ein wesentlicher Investor, mit einer Beteiligung von über 30 %, an der Signa Holding.[93]

Im November 2021 gab die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bekannt, Benko wegen des Verdachts der Bestechung im Zuge der Causa Chorherr anzuklagen.[94][95] Signa wies die Vorwürfe zurück und verwies auf regelmäßige Spenden für Bildungszwecke.[96]

Ebenso im November 2021 brachten Focus, Tagesanzeiger und Der Standard Berichte über Verbindungen der Signa Retail zur Wiener Sicherheitsfirma DSIRF, die über intensive Verbindungen nach Russland verfügt.[97][98] Signa bestätigte auf Anfrage die Zusammenarbeit. DSIRF hat laut Netzpolitik.org einen Staatstrojaner namens Subzero entwickelt.[99][100][101]

Im Dezember 2021 berichtete die Wirtschaftswoche über versteckte Geldgeber der Signa Holding. Dazu zählt unter anderem die italienisch-brasilianische Familie Arduini. In diesem Zusammenhang äußerte die Wirtschaftswoche Zweifel an der bis zu diesem Zeitpunkt öffentlich bekannten Machtstruktur der Signa und der Rolle der Privatstiftung René Benkos.[102]

Die Online-Retail-Sparte Signa Sports United wurde im Dezember 2021 an die New Yorker Börse gebracht. Laut Bloomberg brach der Kurs der Aktie innerhalb kurzer Zeit um 25 % ein.[103] Die Schweizer Handelszeitung bezeichnete den Börsengang als Flop.[104]

Im Dezember 2021 wurde bekannt, dass die Signa-Gruppe und die thailändische Central Group im Jahr 2022 die britische Kaufhauskette Selfridges erwerben wollen.[105] Der kolportierte Kaufpreis lag bei 4 Milliarden Euro. Das Closing war für Ende Juni 2022 erwartet worden.[106]

2022Bearbeiten

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) stellte im Januar 2022 weitere 220 Millionen Euro Staatshilfe in Form einer stillen Einlage der Signa-Retail-Tochter Galeria Karstadt Kaufhof zur Verfügung.[107] Die Wirtschaftswoche und Spiegel sprachen in diesem Zusammenhang von einer Kapitulation der deutschen Bundesregierung gegenüber Benko.[108][109] Damit bekam Signa knapp 700 Millionen Euro an Staatshilfe.[110] (Stand Juli 2022)

In weiterer Folge wurde im Februar 2022 durch einen Bericht im Focus bekannt, dass fast zeitgleich mit Erhalt der letzten Tranche der WSF-Staatshilfe, die Signa-Eigentümer sich, u. a. die Familie Benko Privatstiftung, über die luxemburgische Tochtergesellschaft Galeria Properties 450 Millionen Euro als Dividende ausschütten ließen.[111]

Im März 2022 berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel über eine geheime Spenderliste, die Geldflüsse des Südtiroler Rechtsanwalts, Benko-Beraters und Stiftungsvorstands der Benko zugerechneten Laura Privatstiftung Heinz Peter Hager an die Regierungspartei SVP in Südtirol dokumentiert. Neben Hager spendete auch der Benko-Investor und Strabag-Großaktionär Hans Peter Haselsteiner 20 Tausend Euro an die konservative SVP. Hager bestätigte gegenüber dem Spiegel die Zahlungen, Benko dementierte davon Kenntnis gehabt zu haben.[112]

Im Mai 2022 wurde durch einen Bericht des Spiegel bekannt, dass fast 500 Millionen Euro Staatshilfe ohne entsprechende Sicherheiten an die Signa-Retail-Tochter Galeria vergeben wurden.[113]

Karstadt-Areal am Hermannplatz in BerlinBearbeiten

Gegen Pläne eines umfassenden Neubaus des Kaufhauses Karstadt in Berlin agiert eine Bürgerinitiative.[114]

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2011: Benko wurde vom Tiroler Landeshauptmann Günther Platter zum Tiroler des Jahres gekürt.[115]
  • 2011: Cäsar als Immobilienmanager des Jahres, eine Auszeichnung von Fachverbänden[116]
  • 2012: Mann des Jahres, österreichisches Wirtschaftsmagazin Trend[117]
  • 2018: Mann des Jahres, österreichisches Wirtschaftsmagazin Trend[118]
  • 2018: Stratege des Jahres, deutsches Wirtschaftsmagazin Handelsblatt[119]
  • 2018: Mann des Jahres, European Retail Real Estate Magazin ACROSS[120]
  • 2019: Pentola d’Oro International (Goldene Pfanne International) der Fachzeitung Il Quotidiano Immobiliare[121]

LiteraturBearbeiten

FilmeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Benko legt im Schlagabtausch mit Berggruen nach (Memento vom 4. Oktober 2012 im Internet Archive). In: Wirtschaftsblatt. 24. November 2011. Abgerufen am 16. September 2013.
  2. Immobilieninvestor Benko kauft sich bei „Krone“ und „Kurier“ ein. In: diepresse.com. 12. November 2018, abgerufen am 18. Mai 2019.
  3. ORF at/Agenturen red: Keine Verschiebungen an Spitze der reichsten Österreicher. 8. Juli 2022, abgerufen am 9. Juli 2022.
  4. Rene Benko: Der neue Wlaschek. In: oe24.at. 31. Oktober 2011, abgerufen am 3. April 2019.
  5. Dachböden zu Penthäusern. In: manager-magazin.de. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  6. Gerhard Hofer, Beate Lammer: Benko: „Ich bin absoluter Nutznießer der Krise“. In: Die Presse. 17. September 2008, abgerufen am 15. August 2014.
  7. Stephan Löwenstein: Karstadt-Investor René Benko: Möchtegern-Retter auf Bewährung. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 16. September 2021]).
  8. "Schön, so etwas besitzen zu dürfen". In: sueddeutsche.de. 10. November 2011, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 3. April 2019]).
  9. Das Benko-Reich: Liechtenstein, Luxemburg, Delaware. In: addendum.org. 25. März 2019, abgerufen am 16. September 2021.
  10. "profil": René Benko heiratet. Abgerufen am 17. April 2020.
  11. Volker Mester: René Benko ist Hamburgs neuer Immobilien-Milliardär. In: abendblatt.de. 18. Januar 2019, abgerufen am 14. April 2019.
  12. Rene Benko - Tiroler Selfmade-Milliardär mit Hang zum Luxus. In: diepresse.com. 12. November 2018, abgerufen am 16. September 2021.
  13. René Benko: Ich will keine Paris Hilton. In: woman.at. 3. Januar 2008, abgerufen am 9. Mai 2019.
  14. Inga Griese: Kaufhaus-König: Der ganz geheime Herr Benko. In: DIE WELT. 12. September 2018 (welt.de [abgerufen am 1. August 2021]).
  15. Rene Benko. In: forbes.com. Abgerufen am 13. September 2021 (englisch).
  16. Wirtschaftswoche: René Benko im Porträt: Wer ist der Mann, dem Karstadt gehört? Abgerufen am 16. September 2021.
  17. Michael Gassmann: Kopf der Woche: René Benko : Der Intervenierer. In: Die Welt. 17. August 2014 (welt.de [abgerufen am 3. April 2019]).
  18. Die 100 reichsten Österreicher 2018. In: trend.at. 26. Juli 2018, abgerufen am 16. September 2021.
  19. René Benko. In: Forbes. Abgerufen am 6. März 2019.
  20. Unternehmer mit 30. In: Format. Nr. 12, 21. März 2003, Ressort: Wirtschaft.
  21. René Benko - Der Mann des Jahres. In: trend.at. 9. Januar 2012, abgerufen am 16. September 2021.
  22. Neues Ärztehaus. In: Salzburger Nachrichten, Ressort Lokales. 16. Januar 2001.
  23. „Die Einzigartigkeit ist das Konzept“. In: Salzburger Nachrichten, Ressort: Lokales. 18. Januar 2002.
  24. Gewinn, Nr. TOP-Gewinn-1a, Ressort: TOP Geld / TGE TOP Geld, S. 38 vom 15. Januar 2002, eingelesen am 3. Mai 2019.
  25. Thomas Steinmann, Monika Dunkel, Georg Fahrion: René Benko – der Wunderwuzzi. In: capital.de. 20. Mai 2019, abgerufen am 16. September 2021.
  26. Format Nr. 45/04 vom 5. November 2004, Ressort: business, Mut & eine Portion Glück. S. 44, eingelesen am 3. Mai 2019.
  27. Leo Himmelbauer: Gusenbauer-Benko-Wiedeking kaufen das KaDeWe. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Wirtschaftsblatt. 23. Dezember 2012, archiviert vom Original am 24. Dezember 2012; abgerufen am 15. August 2014.
  28. BAWAG P.S.K. verkauft Immobilienpaket an Signa Holding APA am 29. November 2007.
  29. René Benko – Der Mann des Jahres. In: trend.at. Abgerufen am 31. März 2017.
  30. Benkos Hotel-Deal in Lech: Einstellungsbegründung veröffentlicht. Abgerufen am 7. Juni 2021.
  31. Georg Weindl: Dieses Chalet gibt es für 270.000 Euro – pro Woche. In: Welt.de, 16. Januar 2014, abgerufen am 22. Juni 2022.
  32. Florian Horcicka: Beny Steinmetz, Rene Benkos reicher Freund, trend.at vom 3. Dezember 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  33. Benkos neuer Geldgeber: Diamanten-Milliardär Steinmetz, diepresse.com vom 16. Januar 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  34. Benko stemmt Milliardendeal mit Israeli, tt.com vom 17. Januar 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  35. Karstadt-Investor schlägt Kaufhaus-Immobilien los Manager Magazin am 24. August 2016
  36. „Musterfall für Korruption“: Bedingte Haft für René Benko, wienerzeitung.at vom 2. November 2012, abgerufen am 6. Mai 2019.
  37. Zwölf Monate bedingte Haft für Benko. In: ORF.at. 2. November 2012, abgerufen am 16. November 2018.
  38. Musterfall für Korruption: Bedingte Haft für René Benko. In: Wiener Zeitung. 2. November 2012, abgerufen am 16. November 2018.
  39. OLG bestätigt Urteil für Immo-Investor Benko. In: DerStandard.at. 13. August 2013, abgerufen am 16. November 2018.
  40. Urteil gegen Benko bestätigt: Tiroler Immo-Milliardär will nun vor OGH. In: Tiroler Tageszeitung. 13. August 2013, abgerufen am 16. November 2018.
  41. OGH bestätigt Benko-Verurteilung wegen Korruption. In: DiePresse.com. 11. August 2014, abgerufen am 16. November 2018.
  42. Benko zog sich aus Signa-Führung zurück. Die Presse, 23. August 2013. Abgerufen am 28. August 2013.
  43. Signa plant den Kauf von Kaufhof Signa plant den Kauf von Kaufhof. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. November 2017.
  44. Wieso Karstadt den Onlinemarktplatz Hood.de kauft , t3n.de vom 14. Juni 2017, abgerufen am 3. März 2019.
  45. Benko kauft Leiner-Flagshipstore in der Mariahilfer Straße. In: DiePresse.com. 5. Januar 2018, abgerufen am 10. August 2019.
  46. Rene Benkó und die Mariahilfer Straße 10–18. 25. März 2019, abgerufen am 24. Mai 2021.
  47. Das Benko-Reich: Liechtenstein, Luxemburg, Delaware. 25. März 2019, abgerufen am 24. Mai 2021.
  48. Gerettet: Signa übernimmt mit Arnold Möbelkette Kika/Leiner. (28. Juni 2018).
  49. Signa kauft Kika/Leiner. (15. Juni 2018).
  50. Rene Benko - Tiroler Selfmade-Milliardär mit Hang zum Luxus , auf sn.at
  51. Signa schafft neuen Warenhaus-Riesen. In: Wiener Zeitung. 11. September 2018.
  52. Benkos Karstadt-Sports beendet Kooperation mit Intersport, tt.com vom 3. April 2019, abgerufen am 3. März 2019.
  53. Signa schafft neuen Warenhaus-Riesen Wiener Zeitung am 11. September 2018, abgerufen am 3. März 2019.
  54. Das Reich von René Benko und der Drang nach Größe. In: Trend. 28–29/2018.
  55. Hudson's Bay, Signa form European retail, real estate joint venture, reuters.com vom 11. September 2018, abgerufen am 3. März 2019.
  56. Roland Berger: Stratege des Jahres. Investor René Benko – Mit Gespür für Geld und Geschäft zum Kaufhaus-Coup, handelsblatt.com vom 26. Dezember 2018.
  57. Karstadt-Eigentümer Benko kauft sich in österreichische Zeitungen ein. (12. November 2018).
  58. Elbtower: Turmbau zu Hamburg, zeit.de vom 6. März 2019.
  59. Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft, Bürgerschafts der Freien und Hansestadt Hamburg, 16. Juni 2018, abgerufen am 27. März 2019.
  60. sbo/sms: Hamburg: Elbtower wird deutlich teurer als geplant. In: Spiegel Online. 19. August 2022, abgerufen am 20. August 2022.
  61. Aby Rosen kauft Chrysler Building in New York. Top Magazin Frankfurt vom 20. März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  62. Karstadt-Eigner Benko kauft Chrysler Building. Spiegel Online vom 9. März 2019.
  63. Hier schlägt bald Wolfsburgs neues Herz Wolfsburger Allgemeine vom 27. März 2019.
  64. Quartier der Zukunft am Nordkopf wird Realität, auf regionalheute.de
  65. Karstadt-Eigner investiert in Wolfsburgs neues Stadtquartier, auf wolfsburger-nachrichten.de
  66. Flughafen an Gostner und Co. In: Tageszeitung. 6. April 2019, abgerufen am 24. September 2021.
  67. Signa übernimmt sämtliche Anteile von Galeria Karstadt Kaufhof Tiroler Tageszeitung am 10. Juni 2019.
  68. Benko: Signa verkauft Austria Campus 2 an Immobilienfonds Kurier am 19. Juni 2019.
  69. Handelsblatt im Juni 2019 zu Tennis-Pro Übernahme
  70. Gebrüder Peugeot steigen mit 5 Prozent bei Benkos Signa ein Kleine Zeitung, 19. Juni 2019.
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