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René Adler (* 15. Januar 1985 in Leipzig) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart. Er spielte in der Bundesliga für Bayer 04 Leverkusen, den Hamburger SV und den 1. FSV Mainz 05. Er absolvierte 269 Bundesligaspiele und blieb in 69 dieser Partien ohne Gegentor.[1] Für die deutsche Nationalmannschaft stand er zwischen 2008 und 2013 zwölfmal im Tor und nahm mit der DFB-Auswahl als Ersatztorhüter an der EM 2008 in Österreich und der Schweiz teil.

René Adler
René Adler, Germany national football team (01).jpg
René Adler (2011)
Personalia
Geburtstag 15. Januar 1985
Geburtsort LeipzigDDR
Größe 191 cm
Position Tor
Junioren
Jahre Station
1991–2000 VfB Leipzig
2000–2003 Bayer 04 Leverkusen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2002–2012 Bayer 04 Leverkusen Amateure/II 50 (0)
2003–2012 Bayer 04 Leverkusen 138 (0)
2012–2017 Hamburger SV 117 (0)
2017–2019 1. FSV Mainz 05 14 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2000–2001 Deutschland U15 7 (0)
2001–2002 Deutschland U17 15 (0)
2002–2003 Deutschland U18 6 (0)
2003–2004 Deutschland U19 9 (0)
2004–2005 Deutschland U20 8 (0)
2005–2006 Deutschland U21 4 (0)
2008–2013 Deutschland 12 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Karriereende

2 Stand: Karriereende

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

JugendBearbeiten

René Adler begann im Oktober 1991 im Alter von sechs Jahren beim VfB Leipzig mit dem Fußballspielen, nachdem er im Sportunterricht der Meusdorfer Heinrich-Mann-Schule vom Nachwuchschef des Vereins entdeckt worden war.[2] 2000 wechselte er in die Jugend von Bayer 04 Leverkusen und gehörte ab 2002 der Regionalligamannschaft an. Als er mit 15 Jahren nach Leverkusen kam, wohnte er zunächst für vier Jahre bei Torwarttrainer Rüdiger Vollborn und dessen Familie.

Bayer 04 LeverkusenBearbeiten

Zur Saison 2003/04 stieg Adler in den Bundesligakader auf, spielte aber in den ersten drei Jahren nur in der zweiten Mannschaft. Anfang Mai 2006 zog er sich im Training einen Haarriss in der Rippe zu, die in einer Operation durch eine Titanplatte verstärkt wurde und Adler zum Ausschluss vom Spielbetrieb bis Februar 2007 zwang. Kurz nach seiner Genesung gab er sein Bundesliga-Debüt: Aufgrund einer Sperre nach einer Roten Karte von Jörg Butt stand er am 25. Februar 2007 gegen den FC Schalke 04 in der Startelf, obwohl eigentlich Benedikt Fernandez Butts Vertreter war. Er verdrängte daraufhin Butt für den Rest der Saison als Stammtorhüter. Am 8. März 2007 gab Adler auch sein internationales Debüt für den Verein in der UEFA-Cup-Partie beim RC Lens.[3]

In den folgenden Jahren war Adler die Nummer eins im Tor der Leverkusener. Er war 2008 Kandidat bei der UEFA, um in die Mannschaft des Jahres gewählt zu werden.[3] Mit Bayer stand er 2009 im DFB-Pokalfinale und wurde 2011 Vizemeister. Als er sich nach der Saison 2010/11 einer Patellasehnenoperation unterzog, verlor er in der Folgesaison während der achtmonatigen Genesungsphase seinen Stammplatz an Bernd Leno. Vor dieser Zeit wollte Bayer den Vertrag mit Adler verlängern, doch dieser hatte abgelehnt. Adler verließ Leverkusen am Saisonende 2011/12.

Hamburger SVBearbeiten

Zur Saison 2012/13 wechselte Adler ablösefrei zum Ligakonkurrenten Hamburger SV. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag.[4] Der Transfer galt wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage des HSV als umstritten. Zuvor hatte der Aufsichtsrat lange gezögert, ehe er dem Transfer zustimmte.[5] Zudem war der Verein auf der Torhüterposition gut besetzt: Jaroslav Drobný hatte eine starke Bundesligarückrunde 2011/12 gespielt. Sportdirektor Frank Arnesen nutzte die Gelegenheit, einen deutschen Nationaltorwart ablösefrei zu holen. Adler hatte allerdings seit dem 17. November 2010 (gegen Schweden) kein Länderspiel mehr bestritten.

In seiner ersten Spielzeit für den HSV kam er in 32 Punktspielen zum Einsatz. Über weite Strecken der Spielzeit zeigte er starke Leistungen und geriet wieder in den Kreis der Nationalmannschaft. Am Ende der Saison verpasste man mit dem siebten Tabellenplatz nur knapp die Europa League. In seiner zweiten Saison wurde er 30-mal eingesetzt, und am Ende entging man mit dem Sieg in der Relegation nur knapp dem Abstieg in die 2. Bundesliga. Während der Saison bekam er 63 Gegentore und machte die meisten Torwartfehler in der Bundesliga, die zu einem Gegentreffer führten.[6]

In der Saison 2014/15 bestritt Adler zunächst zwei Spiele, die verloren wurden. Daraufhin stellte Trainer Mirko Slomka Drobný für ihn auf. Auch nach Slomkas Entlassung blieb Adler unter Josef Zinnbauer zweiter Torwart.[7] Im Oktober 2014 erlitt er eine Kapselverletzung im linken Knie und fiel wochenlang aus.[8] Am 25. Spieltag kehrte Adler nach einer Notbremse von Drobný ins HSV-Tor zurück und zeigte gute Leistungen. Als Zinnbauer ein Spiel darauf entlassen wurde, ernannte sein Nachfolger Peter Knäbel ihn wieder zum Stammtorwart. Am Ende der Saison gelang erneut der Klassenerhalt.

Zur Saison 2015/16 wurde Adler als Stellvertreter des neuen Mannschaftskapitäns Johan Djourou gewählt.[9] Nachdem er die ersten beiden Bundesligapartien von Beginn an absolviert hatte, verletzte er sich im dritten Spiel beim 1. FC Köln in der ersten Halbzeit an der Schulter und musste für Andreas Hirzel ausgewechselt werden. Ab dem neunten Spieltag stand er wieder im Tor und absolvierte – mit Ausnahme des 15. Spieltags – bis zur Winterpause alle Spiele.

Nach der Saison 2016/17 ließ Adler seinen Vertrag auslaufen und verließ den Verein.[10]

1. FSV Mainz 05Bearbeiten

Zur Saison 2017/18 wechselte Adler zum 1. FSV Mainz 05, bei dem er einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2019 erhielt.[11] Adler kam als Stammtorwart an den ersten neun Spieltagen jeweils zum Einsatz. Ende Oktober 2017 zog er sich beim DFB-Pokal-Spiel gegen Holstein Kiel eine Muskelsehnenverletzung im hinteren Oberschenkel zu.[12] Er gab sein Comeback beim nächsten Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt Anfang Februar 2018. Nachdem er kurze Zeit hinter Florian Müller auf der Bank gesessen hatte, kehrte er am 28. Spieltag in das Tor der Mainzer zurück und absolvierte fünf weitere Ligaspiele. Bei seinem letzten Spiel gegen RB Leipzig am 29. April 2018 zog sich Adler eine Knieverletzung[13] zu, weshalb er während der gesamten Saison 2018/19 ausfiel. Aufgrund dieser Verletzung beendete er am Saisonende mit seinem Vertragsende seine Karriere.[14] Adler absolvierte für den 1. FSV Mainz 05 14 Bundesliga- und 3 Pokalspiele.

NationalmannschaftBearbeiten

2001 war Adler Stammkeeper bei der U-16-EM in England und 2002 bei der U-17-EM in Dänemark. 2004 nahm er unter Trainer Dieter Eilts an der U-19-EM in der Schweiz teil. 2005 scheiterte er mit der deutschen U-20-Nationalmannschaft im Viertelfinale der WM gegen Brasilien. Betreut wurde das Team dabei vom späteren Leverkusener Trainer Michael Skibbe. Bei beiden Turnieren war Adler die Nummer eins im Tor und auch Kapitän der Mannschaft. Er war danach U-21-Nationalspieler. Er war für die EM 2006 nominiert, verzichtete wegen seiner Verletzung jedoch auf die Teilnahme.

Adler wurde neben Jens Lehmann und Robert Enke in den Kader für die EM 2008 berufen und verdrängte damit Timo Hildebrand. Am 11. Oktober 2008 debütierte er in der Nationalmannschaft im Qualifikationsspiel zur WM 2010 gegen die Auswahl Russlands (2:1). Adler galt als großes deutsches Torwarttalent und wurde im März 2010 zum Stammtorhüter für die WM in Südafrika bestimmt. Seine Vertreter waren seinerzeit Manuel Neuer und Tim Wiese. Am 4. Mai 2010 musste er nach einer Rippenverletzung die Teilnahme am Turnier absagen, woraufhin Jörg Butt, ehemaliger Mannschaftskollege aus Leverkusener Zeiten, als dritter Torwart in den Kader aufrückte. Stammtorhüter während der WM wurde Neuer.

Adler stand in der Folgezeit bis Juni 2011 in einigen Spielen – zum Beispiel beim 1:1 in Dortmund gegen Italien – im Kader, wurde dann aber nicht mehr nominiert, dies zum einen wegen seiner Verletzung vor Beginn der Spielzeit 2011/12, zum anderen wegen des Verlustes des Stammplatzes im Verein. Daher wurde er auch nicht in den Kader der deutschen Mannschaft zur EM 2012 berufen. Nachdem er beim Hamburger SV auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde er am 9. November 2012 wieder für die DFB-Auswahl für das Freundschaftsspiel in Amsterdam gegen die Nationalauswahl der Niederlande nominiert. Am 6. Februar 2013 gab Adler beim 2:1-Sieg im Stade de France zu Saint-Denis gegen Frankreich, bei dem er auch in der Anfangself stand, sein Comeback. Danach wurde er für alle weiteren Länderspiele im Jahr 2013 nominiert und ein weiteres Mal gegen Ecuador eingesetzt.[15] Am 19. November 2013 stand er beim 1:0-Sieg im Wembley-Stadion in London gegen England zuletzt im Kader.

Nachdem Adler beim Hamburger SV eine Zeit lang nicht mehr zu den Stammkräften gehört hatte und mit Roman Weidenfeller am 19. November 2013 ein anderer erfahrener Torhüter als Nummer zwei hinter Neuer debütiert hatte, spielte er auch in den Plänen des Nationaltorwarttrainers Andreas Köpke keine Rolle mehr.[16] Er wurde nicht für den deutschen Kader zur WM 2014 berücksichtigt.

UnternehmertumBearbeiten

Seit dem Jahr 2017 ist Adler an einem Unternehmen beteiligt, das Torwarthandschuhe herstellt und vertreibt[17] und wirkt bei einer Torwart-Akademie mit.[18]

SonstigesBearbeiten

  • 2004 machte Adler sein Abitur am Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen. Er teilte sich während seiner Zeit bei Bayer Leverkusen mit seinem Bruder Rico eine Wohnung in Köln.[19]
  • Adler unterstützt seit August 2019 die HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“ als Pate.[21]

ErfolgeBearbeiten

Im VereinBearbeiten

Bayer 04 Leverkusen Amateure

Bayer 04 Leverkusen

In der NationalmannschaftBearbeiten

EhrungenBearbeiten

  • Felix-Preisträger: 2008 (NRW-Newcomer des Jahres)[23]
  • Kicker-Torhüter des Jahres: 2008

WeblinksBearbeiten

  Commons: René Adler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. René Adler in der Datenbank von transfermarkt.de, abgerufen am01. Mai 2019
  2. Porträt über René Adler, www.leipziger-fußballverband.de vom 13. Oktober 2008
  3. a b René Adler in der Datenbank von UEFA.com, abgerufen am01. Mai 2019
  4. Perfekt: René Adler wechselt zum HSV (Memento des Originals vom 19. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hsv.de, hsv.de vom 17. Mai 2012
  5. Arnesen: „Adler ist eine Chance, die man nutzen muss“ (Memento des Originals vom 17. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hsv.de
  6. Die Patzer-Tabelle der Bundesliga
  7. Die Welt: René Adler akzeptiert Reservistenrolle beim Hamburger SV, 24. September 2014
  8. Adler verletzt sich am Knie. In: Kicker online. 2. Oktober 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014
  9. Johan Djourou ist neuer Kapitän des Hamburger SV, sport1.de, abgerufen am 26. Dezember 2015
  10. Siehe diesen Facebook-Post von Adler vom 22. Mai 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.
  11. Unterschrift gesetzt: Adler ist Mainzer, kicker.de, 22. Juni 2016, abgerufen am 1. Mai 2019.
  12. Muskelsehnen- verletzung bei Adler, mainz05.de, 25. Oktober 2017, abgerufen am 1. Mai 2019.
  13. Saisonaus für René Adler, mainz05.de, 4. Mai 2018, abgerufen am 1. Mai 2019.
  14. René Adler beendet Karriere, mainz05.de, 1. Mai 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.
  15. René Adler in der Datenbank von EU-Football.info (englisch), abgerufen am01. Mai 2019
  16. Sport Bild: Diese 6 Keeper haben Chancen auf die EM, 6. Oktober 2014
  17. Profi-Torwart Réne Adler steigt in die Gründerszene ein
  18. Webseite der Keepercademy
  19. Adler: Auch bei den Frauen die Nr. 1
  20. Spiegel online, abgerufen am 11. Oktober 2016.
  21. Großes Finale des Hamburger Weg Freekick, hsv.de, abgerufen am 8. August 2019
  22. Drei Ex-Hamburger werden neue Sky-Experten, Bild.de, abgerufen am 8. August 2019
  23. nrw-sportlerdesjahres.de