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Die Reichsbahndirektion Hannover war ein Verwaltungsbezirk der Deutschen Reichsbahn, das die Großregion Hannover umfasste. Nach Gründung der Deutschen Bundesbahn im Jahr 1949 wurden aus den ehemaligen Reichsbahndirektionen Bundesbahndirektionen und somit aus der Reichsbahndirektion Hannover die Bundesbahndirektion Hannover.

Die Bundesbahndirektionen wurden mit Gründung der Deutsche Bahn AG 1994 aufgehoben und ihre Aufgaben den neuen Geschäftsbereichen übertragen.

GebietBearbeiten

Das Gebiet der Reichsbahndirektion Hannover erstreckte sich im Norddeutschen Tiefland über weite Teile der preußischen Provinz Hannover, über das Land Braunschweig und den Norden der preußischen Provinz Sachsen. Im Nordwesten reichte das Gebiet bis zur Wesermündung; im Südwesten fast bis Hamm in der preußischen Provinz Westfalen.

StreckenBearbeiten

Bedeutende Strecken innerhalb der Direktion waren:

GeschichteBearbeiten

Am 11. März 1843 errichtete das Königreich Hannover als Zentralverwaltung der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen die Königliche Eisenbahn-Direktion in der Residenzstadt Hannover, aus der kurze Zeit später die Königliche Generaldirektion der Eisenbahnen und Telegraphen zu Hannover wurde. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch das Königreich Preußen im Jahr 1866 wurde sie zur Königlichen Eisenbahndirektion Hannover der Preußischen Staatseisenbahnen. Diese gingen 1920 in den Deutschen Reichseisenbahnen auf, die zum 6. Juli 1922 einheitlich den Namen Reichsbahndirektion (RBD) für ihre Verwaltungseinheiten einführten. Aus der 1924 gegründeten Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) wurde schließlich 1937 die Deutsche Reichsbahn. Nach Kriegsende 1945 wurde die RBD Hannover der Reichsbahn-Generaldirektion (RBGD) der Britischen Zone mit Sitz Bielefeld unterstellt. Nach Gründung der Deutschen Bundesbahn im Jahr 1949 wurden aus den ehemaligen Reichsbahndirektionen Bundesbahndirektionen. Im Rahmen der Verwaltungsreform wurde 1974 die Bundesbahndirektion Münster aufgelöst und Teile des Gebietes zur Bundesbahndirektion Hannover zugeschlagen.

Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8Bearbeiten

 
Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8 (Lage)

Die Königliche Eisenbahndirektion Hannover nutzte das 1870–1872 erbaute Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8.[1] Der Berliner Architekt Friedrich Hitzig entwarf den dreigeschossigen Bau mit vier Flügeln. Die Fassade verkleidete er mit gelbem Ziegelmauerwerk, das rote Bänder akzentuieren. Die Ecken des Hauses sind als Risalite ausgeführt, die nur wenig aus der Bauflucht hervortreten. Das Obergeschoss erhielt ein umlaufendes Geschosssims mit Pilastern, angelehnt an Vorbilder aus der Antike. Darüber folgt ein weit auskragendes Dachgesims, das Aktroterien aus Sandstein schmücken. Der an der Joachimstraße verlaufende Flügel wurde 1970 als Kopie rekonstruiert.[1]

Das denkmalgeschützte Haus wurde von 2001 bis 2003 und 2010 umfassend saniert[2] und beherbergt nun als „Ernst-August-Carrée“ im Erdgeschoss Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomie, während in den oberen Etagen die Deutsche Bahn AG der Hauptmieter ist.[3]

PräsidentenBearbeiten

  • Friedrich Georg Hartmann 1843–1866
  • Albert Maybach 1867–1874
  • Siegmund von Schmerfeld 1874–1887
  • Karl von Thielen 1887–1891
  • Eduard Oskar von Eickhoff 1891–1903
  • Balduin Wiesner 1903–1905
  • Heinrich Herwig 1905–1908
  • Hans Wesener, 1908–1923
  • Hermann Seydel, 1923–1933
  • Walter Bürger, 1933–1945
  • Wilhelm Bühl, 1945–1947
  • Hermann Wegener, 1947–1959
  • Walter Völker 1959–1965
  • Karl-Friedrich Kümell 1965–1967
  • Friedrich Stille 1967–1976
  • Ernst Peters 1976–?

TaschenkalenderBearbeiten

Über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren wurde ein amtlicher »Taschenkalender« durch die Buchdruckerei Wilh. Riemschneider produziert, die diesen ab 1925 auch verlegte.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Bundesbahndirektion Hannover (Hrsg.): 1843–1983. 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover. Hannover o. J. (1983)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Wolfgang Neß, Ilse Rüttgerodt-Riechmann, Gerd Weiß, Marianne Zehnpfenning (Hrsg.): Baudenkmale in Niedersachsen. 10.1. Stadt Hannover, Teil 1. Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig / Wiesbaden, 1983. ISBN 3-528-06203-7. S. 75.
  2. Hannover Ernst-August-Carée, Ausstattung, Webseite des vermarktenden Immobiliengesellschaft Real I.S. AG, Gesellschaft für Immobilien Assetmanagemet. Abgerufen am 10. April 2015.
  3. Hannover Ernst-August-Carée, Grundrisse, Webseite des vermarktenden Immobiliengesellschaft Real I.S. AG, Gesellschaft für Immobilien Assetmanagemet. Abgerufen am 10. April 2015.
  4. Paul Siedentopf: Wilh. Riemschneider, in: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927, Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, Leipzig (1927), S. 146