Reformierte Kirche Zurzach

Kirchengebäude in Bad Zurzach im Kanton Aargau, Schweiz

Die reformierte Kirche Zurzach ist das reformierte Kirchengebäude in Bad Zurzach im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört der reformierten Kirchgemeinde Zurzach, die neben den reformierten Einwohnern des Fleckens Bad Zurzach auch die der Gemeinden Böbikon, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen umfasst.

Ref. Kirche Zurzach (1724), im Vordergrund: Kirchgemeindehaus „Arche“

GebäudeBearbeiten

Seit der Reformation war Bad Zurzach paritätisch. Nach dem Zweiten Villmergerkrieg 1712 beschlossen die nun rechtlich besser gestellten Reformierten, eine eigene Kirche zu bauen. Sie wurde vom Zürcher Architekten Matthias Vogel ab 1716 gebaut und 1724 eingeweiht. Sie gehört zu den ersten reformierten Querkirchen der Deutschschweiz und orientiert sich im Grundriss am Vorbild der Othmarskirche Wilchingen. Die Querkirche besitzt einen gestreckten achteckigen Grundriss und einen straßenseitigen Turm mit quadratischem Grundriss, der einen Zwiebelhelm trägt. Seine Uhrgiebel sind mit Voluten verziert.

Im Inneren der Kirche finden sich Emporen auf drei Seiten. Die Kanzel befindet sich auf der vierten Seite gegenüber dem Eingang. Der Taufstein vor der Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert. Eine aufgelegte achteckige Holzplatte dient als Abendmahlstisch. Die flache Decke über einer Hohlkehle ist mit Stuckfeldern verziert, die durch Akanthusranken und Engelsköpfe miteinander verbunden sind. Ebenso sind die Decken unter den Emporen geschmückt. Diese Verzierungen entstammen der Schule des Stuckateurs H. J. Schärer aus Schaffhausen.

OrgelBearbeiten

Die farbig gefasste, geschmückte Orgel stammt ursprünglich aus dem Verenamünster Zurzach. Gebaut wurde sie 1820 vom Orgelbauer Franz Josef Remigius Bossart. Plattenaufnahmen entstanden mit Bernhard Billeter, Imelda Blöchliger und Bernhard Schmid. Das Schleifladen-Instrument hat 29 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[1]

 
Innenraum mit der Bossart-Orgel
I Rückpositiv C–f3
1. Copel 8′
2. Principal 4′
3. Flöte douce 4′
4. Quinte 223
5. Flageolet 2′
6. Cymbel III-IV 1′
7. Regal 8′
II Hauptwerk C–f3
8. Principal 8′
9. Suavial (ab c1) 8′
10. Bourdon 8′
11. Spitzflöte 8′
12. Gambe 8′
13. Octave 4′
14. Hohlflöte 4′
15. Quint 223
(Fortsetzung Hauptwerk)
16. Octave 2′
17. Flöte 2′
18. Terz 135
19. Larigot 113
20. Mixtur III 2′
21. Sesquialter II
22. Cornett 8′
23. Fagott-Crumhorn 8′
Pedalwerk C–d1
24. Subbass 16′
25. Oktave 8′
26. Gedackt 8′
27. Oktav 4′
28. Rauschpfeife 223
29. Trompete 8′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P

GlockenBearbeiten

Im Zwiebelturm befindet sich ein vierstimmiges Glockengeläut; die beiden tieferen Glocken wurden 1975 bei H. Rüetschi in Aarau gegossen, die beiden höheren sind Barockglocken, die 1717 von der Giesserei Füssli gegossen wurden. Eine dritte Barockglocke (cis′) wurde aus dem Turm geholt und vor der Kirche aufgestellt.[2]

Glocke Gewicht Schlagton Inschrift
1 1685 kg d′ «DENN DER HERR IST GÜTIG, EWIG WÄHRET SEINE GNADE!»
2 700 kg f′ «JAUCHZET DEM HERRN, ALLE WELT! DIENET DEM HERRN MIT FREUDEN!»
3 850 kg g′
4 500 kg b′

LiteraturBearbeiten

  • Michael D. Schmid: Quergebaut. Querkirchen im Kanton Zürich, Stutz Medien, Wädenswil 2018, ISBN 978-3-85928-200-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informationen zur Orgel
  2. Reformierte Kirchen im Aargau: Zurzach – Die Glocken; auf Radio SRF, Glocken der Heimat – Bad Zurzach, reformierte Kirche wird für Glocke 2 ein Gewicht von 1000 kg angegeben.

WeblinksBearbeiten

Commons: Reformierte Kirche Zurzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Koordinaten: 47° 35′ 13,8″ N, 8° 17′ 42,2″ O; CH1903: 664422 / 271070