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Rede Ferroviária de Alta Velocidade

Hochgeschwindigkeitsbahnnetz von Portugal

Rede Ferroviária de Alta Velocidade, S.A. (RAVE), zu deutsch „Hochgeschwindigkeitsnetz“, ist eine portugiesische Projektgesellschaft, deren Aufgabe es ist die Planung und den Bau eines normalspurigen Hochgeschwindigkeitsnetzes in Portugal zu betreuen. Für den Betrieb wird nach einem privaten Unternehmen gesucht. Das Gesamtprojekt wurde im März 2012 von der Portugiesischen Regierung auf Grund der Haushaltslage vorerst eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen unter staatlicher Regie wurde im Jahr 2000 auf Basis des decreto-lei n° 323-H/2000 vom 19. Dezember gegründet. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 2,5 Millionen Euro, wobei der portugiesische Staat mit 60 Prozent und der wiederum staatliche Infrastrukturbetreiber REFER mit 40 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende (presidente) der RAVE ist derzeit Luís Filipe Pardal, der auch gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des staatlichen Infrastrukturbetreibers REFER ist.

Nach der portugiesisch-spanischen Konferenz 2003 in der Hafenstadt Figueira da Foz vereinbarten die beiden Länder den Bau eines portugiesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes mit Normalspur, sodass direkte Zügen zwischen den beiden Nachbarländern möglich wäre. Nach der portugiesisch-spanischen Konferenz 2005 in Salamanca beschlossen beide Regierungen der Strecke LissabonÉvoraBadajozMadrid die höchste Priorität einzuräumen. Eine Fahrt zwischen beiden Hauptstädten soll zwei Stunden und 45 Minuten dauern. Die Strecke soll 2013 eröffnet werden.

Hochgeschwindigkeitsstrecke Lissabon–MadridBearbeiten

Zum Projekt der portugiesisch-spanischen Hochgeschwindigkeitsstrecke gehört auch der lang umstrittene Bau einer dritten Tejobrücke neben der Ponte 25 de Abril und der Ponte Vasco da Gama.[1] Die sogenannte Terceira Travessia do Tejo (TTT) soll sowohl Gleise der Normalspur als auch der iberischen Spur besitzen und zwischen Chelas und Barreiro verlaufen, um so theoretisch einen Ringverkehr via der Linha do Alentejo, Linha do Sul und der Linha de Cintura ermöglichen. Die Ausschreibungen für die Strecke Lissabon–Landesgrenze begannen im Jahr 2009, das Verkehrsministerium sucht dabei verstärkt nach öffentlich-privaten Partnerschaften.

Die Bauarbeiten für den Streckenabschnitt Poceirão–Caia sollen, nach mehreren Verzögerungen, im Jahr 2011 beginnen – obwohl seitens des Verkehrsministeriums ein Verzicht der Strecke aufgrund der finanziellen Probleme erwogen wurde, hätte dies aufgrund der bereits abgeschlossenen Verträge hohe Konventionalstrafen mit sich gebracht. Auf den Bau der dritten Tejobrücke wurde aufgrund der Finanzkrise Portugals zunächst verzichtet, die Züge sollen ab Poceirão über die gewohnte Strecke (über die Ponte 25 de Abril) nach Lissabon kommen, über den Einsatz von mehrspurfähigen Hochgeschwindigkeitszügen wird nachgedacht.[2][3] Für den Bau werden etwa 1,5 Milliarden Euro einkalkuliert.[4] Eine komplette Fertigstellung der Strecke soll für 2015 angestrebt werden.[5]

Hochgeschwindigkeitsstrecke Lissabon–PortoBearbeiten

Des Weiteren beschloss die portugiesische Regierung, auch zwischen den beiden größten Städten Portugals, Lissabon und Porto, eine zusätzliche, neue, normalspurige Hochgeschwindigkeitsstrecke parallel zur Linha do Norte zu bauen. Auf der Strecke sind neben den beiden wichtigsten Bahnhöfen der beiden Endpunkte (Bahnhof Lissabon-Oriente und Bahnhof Porto-Campanhã) die Haltepunkte Leiria, Coimbra und Aveiro vorgesehen. Die Fahrzeit soll hier eine Stunde und 15 Minuten, die geplanten Gesamtkosten bei einer ursprünglichen Fertigstellung bis 2015 sollten sich auf 4,7 Milliarden Euro belaufen.[1] Aufgrund der schweren Finanzkrise Portugals entschied die sozialistische Minderheitsregierung unter Premierminister José Sócrates das Vorhaben um mindestens zwei Jahre zu verschieben,[4] spätestens bis 2018 soll die Strecke vollendet sein.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten