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Rapunzel oder Der Zauber der Tränen

Film von Ursula Schmanger (1988)
(Weitergeleitet von Rapunzel oder der Zauber der Tränen)

Rapunzel oder Der Zauber der Tränen ist ein Märchenfilm der DEFA der Regisseurin Ursula Schmenger aus dem Jahr 1988. Im DFF 1 wurde der Film erstmals am 26. Dezember 1988 ausgestrahlt. Nach der Wende kam der Film am 25. Dezember 1990 in der ARD ins Fernsehen.

Filmdaten
OriginaltitelRapunzel oder Der Zauber der Tränen
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1988
Länge84 Minuten
Stab
RegieUrsula Schmenger
DrehbuchSiegfried Hartmann
als Wolfgang Lindner
MusikJürgen Wilbrandt
KameraSiegfried Mogel
SchnittRenate Bade
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Rapunzel bewohnt einen einsamen Turm, eifersüchtig von einer Zauberin bewacht. Nur durch die langen blonden Haare ist es möglich, den Turm zu ersteigen und Rapunzel zu besuchen. Obwohl die Dornen immer wieder nachwachsen, verschafft sich der Prinz eines Tages Zutritt, nachdem er ihren lieblichen Gesang vernahm. Die Liebe der beiden wird erweckt.

Der König, der Vater des Prinzen, verfolgt die Verträumtheit seines Sohnes mit Argwohn und lässt ihm bei seinen einsamen Ritten durch den wilden Wald nachstellen. Bevor jedoch das Liebesgeheimnis des Prinzen dem König deutlich wird, kommt die Zauberin der Sache zuvor. Im Zorn bestraft sie Rapunzel, schneidet ihr die Haare ab und stürzt den heraufklimmenden Prinzen vom hohen Turm herab.

Der Prinz verliert beim Sturz sein Augenlicht, für Rapunzel wird der Turm endgültig zum Gefängnis. Mit Hilfe ihrer wundersamen Spindel kann sie sich befreien. Im Schloss wird nach dem Willen des hartherzigen Königs die längst beschlossene Hochzeit vorbereitet. Aus Furcht vor der Hässlichkeit der Prinzessin zwingt die Brautmutter eine bildschöne Magd an Stelle ihrer Tochter mit dem Prinzen zur Hochzeit in die Kirche zu gehen.

Die Magd ist Rapunzel. In das Grimmsche Rapunzel-Märchen wird an dieser Stelle des Films das klassische Märchenmotiv von der wahren und der falschen Braut eingefügt und die beiden Turm-Märchen Rapunzel und Jungfrau Maleen verbunden: Auf dem Weg zur Trauung spricht Rapunzel wie Jungfrau Maleen mit dem Brennnesselbusch, dem Kirchensteg und der Kirchentür. Der blinde Prinz kann nicht sehen, dass an seiner Seite nicht die boshafte hässliche Braut geht, sondern seine geliebte Rapunzel. Aber er hört die liebliche Stimme und auch, dass sie mit Gegenständen spricht. Als er die hässliche Prinzessin nach ihren Worten auf dem Weg fragt, erweist sich der Fallstrick der sowohl niederträchtigen als auch hässlichen Prinzessin, der ihr nun selbst zum Verhängnis wird.

Es wird offenbar, dass der Prinz mit einer anderen getraut wurde. Rapunzel erscheint, benetzt die Augen des Prinzen mit Tränen, dieser kann wieder sehen und die jung Vermählten können einem glücklichen Leben entgegeneilen. Die Zauberin, die – anders als im Märchen – in dieser Interpretation zielgerichtet nach dem Glück Rapunzels strebt, segnet die beiden und verwandelt sich in eine rote Rose.

StoffBearbeiten

Der Film entstand als ein kunstvolles und sinnstiftendes Gefüge aus den beiden Märchen der Brüder Grimm Rapunzel und Jungfrau Maleen. Beide Märchen kreisen um das Motiv des Turms. Die oft im Märchen unverständlichen Probleme, die sich aus dem Motiv der wahren und der falschen Braut ergeben und eine irritierende Vergesslichkeit des Prinzen im Dunkel belassen, werden hier durch die Augen-Blindheit des Prinzen sehr gut erklärt. Darüber hinaus arbeitet der Film mit schönen Naturbildern des Waldes und emotional nachvollziehbaren Handlungszusammenhängen. Die Bildeinstellungen von Wald und Rapunzelturm inspirieren sich an Bildern von Caspar David Friedrich. Insbesondere die schauspielerische Leistung von Sylvia Wolff als Rapunzel ist hervorzuheben.

DrehorteBearbeiten

Die Felsenschlucht wurde am Brocken gedreht, die Szenen am Hofe auf Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen.[1]

KritikenBearbeiten

Das Lexikon des internationalen Films befand der Film als "Fernsehproduktion, die das Grimmsche Märchen durch Motive aus "Jungfer Malen" ergänzt, wobei eine aufwendig ausgestattete, an äußeren Ereignissen reiche Geschichte nach konventionellen Mustern entstand, der es an Poesie mangelt. Auch inszenatorisch steif."[2] Auch für die Zeitschrift Cinema war das Endergebnis "etwas steif."[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. superillu.de (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.superillu.de
  2. Rapunzel oder Der Zauber der Tränen. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. cinema.de