Ramona Pop

deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), MdA, Wirtschaftssenatorin Berlin
Ramona Pop, 2013

Ramona Pop (* 31. Oktober 1977 in Temeswar, Rumänien) ist eine rumänisch-deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist seit dem 8. Dezember 2016 Bürgermeisterin von Berlin im Senat Müller II sowie Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

LebenBearbeiten

Ramona Pops Familie gehört zu den Banater Schwaben. Mit ihrer Mutter und den Großeltern zog sie 1988, fünf Jahre nach Bewilligung eines Aussiedlungsantrags, von Rumänien nach Münster, wo ihr Onkel lebte. Von ihrem Vater, der nicht ausreisen wollte, ließ sich die Mutter, eine Chemie-Ingenieurin, zuvor scheiden.[1] Von einer Mädchenschule wechselte Pop vor dem 1997 bestandenen Abitur[2] an das Wilhelm-Hittorf-Gymnasium. Danach studierte sie bis 2003 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Freien Universität Berlin Politikwissenschaft und schloss ihr Studium am Otto-Suhr-Institut als Diplom-Politologin ab. Pop besitzt die rumänische und die deutsche Staatsangehörigkeit.[3]

Seit 1997 ist Ramona Pop Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. In der Partei hatte sie verschiedene Ämter inne. Sie war von 1998 bis 2000 Kreisvorstandsmitglied in Münster und von 2000 bis 2001 Bundessprecherin der Grünen Jugend.

AbgeordneteBearbeiten

Seit November 2001 ist sie Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (MdA), zuerst als jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, dann als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin.

Im Oktober 2009 wurde sie zur Nachfolgerin der aus Altersgründen zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden Franziska Eichstädt-Bohlig gewählt und bildete bis zum Ende der 16. Legislaturperiode (2011) mit Volker Ratzmann eine Doppelspitze. Im September 2011 errang sie bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin das Direktmandat im Wahlkreis Mitte 1. Pop und Ratzmann wurden zunächst als Fraktionsvorsitzende wiedergewählt. Nach dem Rücktritt Volker Ratzmanns vom Fraktionsvorsitz am 15. November 2011 übte Pop die Funktion zunächst allein aus. Von Oktober 2012 bis 2016 bestand an der Fraktionsspitze eine Doppelspitze aus Ramona Pop und Antje Kapek. Für die Berlin-Wahl im September 2016 stand sie auf Platz Eins der Landesliste, die Grünen traten allerdings als Viererteam aus der Partei- und Fraktionsspitze an.

Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und BetriebeBearbeiten

Pop ist mit den Eintritt in den Senat Müller II als Senatorin und Bürgermeisterin von Amts wegen Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung, der Berliner Verkehrsbetriebe und der Berliner Wasserbetriebe. Sie ist Verwaltungsratsvorsitzende der Investitionsbank Berlin, Aufsichtsratsmitglied der Messe Berlin und Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie Kuratoriumsmitglied des Berliner Lette-Vereins.

Sie verzichtet trotz Eintritt in den Senat Müller II und eines Parteitagsbeschlusses der Grünen zur Trennung Mandat und Amt nicht auf ihr Abgeordnetenmandat.[4] Als Senatorin kann sie daher in dieser Legislaturperiode in keinem Fachausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin Mitglied sein.[5]

WeblinksBearbeiten

Commons: Ramona Pop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hildburg Bruns: Mit 4 las die kleine Ramona griechische Sagen. Bei: bild.de, 10. September 2016, abgerufen am 18. September 2016
  2. Solveig Rathenow: Sie passt sich nicht der Anzugswelt an. Bei: bild.de, 15. Juli 2013, abgerufen am 18. September 2016
  3. Grünen-Kandidatin Ramona Pop zur Berlin-Wahl. In: Der Tagesspiegel, 18. Juni 2016
  4. Sabine Beikler: Senatorin Ramona Pop behält ihr Mandat. In: tagesspiegel.de. 15. März 2017, abgerufen am 30. Mai 2020.
  5. Abgeordnetenhaus von Berlin: Ramona Pop, Bündnis 90 / Die Grünen. In: parlament-berlin.de. Abgerufen am 30. Mai 2020.