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Ralph Lothar

deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher, Synchronsprecher, Regisseur und Drehbuchautor

Ralph Günther Lothar (* 29. Juli 1910 in Berlin; † 14. Oktober 1981 ebenda; auch als Ralf Günther Lothar geführt) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher, Regisseur und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ralph Lothar wurde als Sohn des Justizamtmanns Heinrich Lothar und seiner Ehefrau Selvani geboren. Nach Abschluss der Oberrealschule besuchte er eine private Schauspielschule und erhielt bei Eugenie Eduardowa in Berlin eine klassische Ballettausbildung. Er debütierte 1929 am Deutschen Theater in Franz Werfels Drama Paulus unter den Juden und war anschließend an Bühnen in Remscheid, Wilhelmshaven und Koblenz tätig. Ab 1939 spielte Ralph Lothar in Berlin am Rose-Theater und dem Theater in der Behrenstraße. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft folgten ab 1945 wiederum in Berlin Engagements als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Bühnen (Deutsches Theater, Komische Oper, Theater am Schiffbauerdamm, Komödie, Renaissance-Theater und Schillertheater).

Erste Rollen in Filmproduktionen verkörperte Ralph Lothar 1941 in Der Weg ins Freie von Rolf Hansen mit Zarah Leander, Hans Stüwe und Siegfried Breuer und 1943 in Ich vertraue Dir meine Frau an von Kurt Hoffmann mit Heinz Rühmann, Lil Adina und Werner Fuetterer. In den 1950er Jahren war er in Spielfilmen wie 1954 die Die verschwundene Miniatur von Carl-Heinz Schroth mit Paola Loew, Paul Westermeier, Paul Bildt und Lina Carstens und 1956 Schwarzwaldmelodie von Géza von Bolváry mit Erica Beer, Claus Biederstaedt und Willy Fritsch zu sehen. Ab Mitte der 1950er Jahre wendete er sich zunehmend dem Regiefach zu und arbeitete zunächst als Regieassistent unter anderem bei den Filmproduktionen Viktor und Viktoria und Banktresor 713 mit. Nach ersten eigenen Arbeiten für Kino und Fernsehen war er bei den Fernsehserien Jedermannstraße 11[1] und Landarzt Dr. Brock für die Regie verantwortlich. Den letzten Auftritt als Darsteller hatte er in fünf Folgen der Fernsehserie Drei Damen vom Grill in der Rolle als Eric Reimann.

Ralph Lothar arbeitete auch als Sprecher in einigen Hörspielproduktionen mit. Er betätigte sich zudem als Synchronsprecher. So konnte man ihn unter anderem in den Spielfilmen Sindbad der Seefahrer, Zwölf Uhr mittags und Schmutziger Lorbeer als deutsche Stimme hören.

Er war darüber hinaus Lehrbeauftragter für das Fach Regie am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin und schrieb für den Spielfilm Die Treppe aus dem Jahr 1950 das Drehbuch. Für den Film Das Donkosakenlied von 1956 lieferte er die Idee.

Lothar war verheiratet und hatte eine Tochter.

Ralph Lothar starb 1981 im Alter von 71 Jahren in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Dahlem.[2]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

DarstellerBearbeiten

RegieBearbeiten

RegieassistenzBearbeiten

DrehbuchBearbeiten

TheaterBearbeiten

Hörspiele (Auswahl)Bearbeiten

  • 1948: George Bernard Shaw: Der Kaiser von Amerika – Regie: Alfred Braun (Berliner Rundfunk)
  • 1949: William Shakespeare: Romeo und Julia (Mercurio) – Regie: Alfred Braun (Berliner Rundfunk)
  • 1949: George Bernard Shaw: Die heilige Johanna – Regie: Alfred Braun (Berliner Rundfunk)
  • 1950: Staatsgeheimnis
  • 1951: Stimmen über dem Fluß
  • 1953: Nachstreife
  • 1953: Das Roß der fröhlichen Lerche
  • 1956: Ein Toter plaudert etwas (Folge aus dem Mehrteiler „Wo ist 'Mister Milburry'“)
  • 1958: Sardische Feme (Folge aus der Reihe „Die Jagd nach dem Täter“)
  • 1971: Der Pappberg
  • 1971: Vaters Beerdigung
  • 1972: Ritual
  • 1973: Der Dreispitz
  • 1974: Auf der Fährte der ersten Vermögen

Synchronisation (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, DNB 451560744, S. 1027–1028.
  • Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, DNB 010075518, S. 445.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jedermannstraße 11 in Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF Hitparade. Goldmann, München, 2005, ISBN 978-3-442-30124-9, S. 607–608; Das Fernsehlexikon online auf fernsehserien.de; abgerufen am 5. April 2016
  2. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 571.