Unter Raffeln, Raspeln oder Reiben versteht man die Zerkleinerung („spanende Bearbeitung“) von Obst, Gemüse oder Käse, entweder durch eine spezielle Küchenmaschine oder manuell mittels einer Reibe/Raspel/Raffel. Typische Anwendungen sind Karottensalat und Selleriesalat oder „geriebener Apfel“ im Birchermüesli.

Karottensalat
Raffel grob

Der Duden nennt reiben und raspeln ohne besondere Anmerkung, wohingegen raffeln eine landschaftliche Wendung sei.[1][2][3]

Neben dieser Bedeutung gibt es noch regional die Bedeutung viel, schnell und nicht unbedingt qualifiziert reden für Raffeln bzw. Geraffel; eine Raffel ist hier ein Klatschmaul. Süßholz raspeln wiederum hat die Bedeutung von jmd. nach dem Mund reden, jmd. schmeicheln.

EtymologieBearbeiten

Nach Kluge[4] sind sowohl die Raspel als auch die Raffel mit dem Verb raffen verwandt, das von einem Stamm *-hrap hergeleitet wird; als Raffel wird in manchen Gegenden aber auch ein Gerät bezeichnet, das zum Abstreifen von Beeren, nicht aber zum Zerkleinern dient. Raffeln im Sinne des Speisenzerkleinerns wird als Intensivbildung zu raffen angesehen.

Raffeln im Sinne von Klatsch verbreiten ist mit rappeln verwandt, was lärmen bedeutet. Eine Nebenbedeutung ist aus dem Ausdruck Es rappelt bei jemandem bekannt. Möglicherweise sind hier Einflüsse aus dem Französischen (rêver = träumen, phantasieren) und dem Lateinischen (rabere = irre sein) vorhanden.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. raffeln. Duden online
  2. reiben. Duden online
  3. raspeln. Duden online
  4. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 22. Auflage. Berlin / New York 1989, S. 579–582.