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Radola Gajda
Das Grab von Radola Gajda. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2003.

Radola Gajda (eigentlich Rudolf Geidl, * 14. Februar 1892 in Kotor; † 15. April 1948 in Prag) war ein tschechoslowakischer Offizier, der in der Tschechoslowakischen Legion auf Seiten der Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg gegen die Sowjets kämpfte.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gajda war Sohn eines k.u.k. Offiziers und einer montenegrinischen Adligen. Selbst Offizier der der k.u.k. Armee, wurde er 1915 gefangen genommen und wechselte die Seiten. Erst Mitglied der montenegrinischen Armee, kämpfte er später als Mitglied der Tschechoslowakischen Legion auf Seiten der Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg gegen die Sowjets. Als jüngster General der tschechoslowakischen Legion erreichte er große Bekanntheit. Er kommandierte Teile der Einheit bei der Übernahme der Transsibirischen Eisenbahn 1918 und kommandierte sogar eine Armee Koltschaks in dessen Kampagne 1919.

ZwischenkriegszeitBearbeiten

Nach seiner Rückkehr schien ihm allerdings seine Popularität hinderlich zu sein, denn schon nach wenigen Jahren in der Heimat erregte er wiederum Aufsehen. Er wurde in der Tschechoslowakei subversiver Aktivitäten und der Spionage für die Sowjetunion angeklagt, obwohl er selbst radikaler Antikommunist war. Enttäuscht von der bürgerlichen Gesellschaft wandte sich der hochdekorierte Generalmajor dem Faschismus zu. 1925 gründete er in seiner Heimat die Nationale Faschistische Gesellschaft (Národní obec fašistická), die nach dem Modell der Partei Benito Mussolinis aufgebaut war und vertrat mit seiner Bewegung eine stark antideutsche Position. 1927/28 kam es zu mehreren Prozessen. 1929 wurde Gajda letztendlich zum Soldaten degradiert und unehrenhaft aus der Armee entlassen.

Okkupationszeit und Zweiter WeltkriegBearbeiten

Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg wurde Gajda von der Gestapo wegen des Verdachts, subversive Aktivitäten zu betreiben, festgehalten. Nach der Befreiung des Landes durch die Rote Armee wurde er am 12. Mai 1945 vom NKWD wiederum eingesperrt und verlor während des Verhörs seine Sehkraft. Im April 1947 forderte der Staatsanwalt bei seinem Prozess wegen „Förderung von Faschismus und Nazismus“ eine lebenslange Strafe. Er erhielt jedoch nur eine zweijährige Gefängnisstrafe und konnte das Gefängnis kurze Zeit darauf verlassen. Mittellos und vergessen starb er einige Monate später.

Sein Grab auf dem Olšany-Friedhof in Prag wurde im April 2007 verwüstet.

WerkeBearbeiten

  • Moje paměti: Generál ruských legií R. Gajda. Československá anabase zpět na Urál proti bolševikům Admirál Kolčak. 4. vydání, Jota, Brno 1996, ISBN 978-80-7217-584-0 (tschechisch).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten