Rabensburg

Gemeinde in Österreich
Marktgemeinde
Rabensburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Rabensburg
Rabensburg (Österreich)
Rabensburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 20,14 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 16° 54′ OKoordinaten: 48° 38′ 46″ N, 16° 54′ 12″ O
Höhe: 168 m ü. A.
Einwohner: 1.107 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2274
Vorwahl: 02535
Gemeindekennziffer: 3 16 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
2274 Rabensburg
Website: www.rabensburg.at
Politik
Bürgermeister: Wolfram Erasim (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
16
3
16 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Rabensburg im Bezirk Mistelbach
AltlichtenwarthAsparn an der ZayaBernhardsthalBockfließDrasenhofenFalkensteinFallbachGaubitschGaweinstalGnadendorfGroßengersdorfGroßebersdorfGroßharrasGroßkrutHausbrunnHerrnbaumgartenHochleithenKreuttalKreuzstettenLaa an der ThayaLadendorfMistelbachNeudorf im WeinviertelNiederleisOttenthalPillichsdorfPoysdorfRabensburgSchrattenbergStaatzStronsdorfUlrichskirchen-SchleinbachUnterstinkenbrunnWildendürnbachWilfersdorf (Niederösterreich)Wolkersdorf im WeinviertelNiederösterreichLage der Gemeinde Rabensburg im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Rabensburg (kroat. Ranšpurk)[1] ist eine Marktgemeinde mit 1107 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

GeografieBearbeiten

Rabensburg liegt im Weinviertel an der Staatsgrenze zu Tschechien, die vom Fluss Thaya gebildet wird. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 20,08 Quadratkilometer. 4,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Rabensburg.

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet von Rabensburg war bereits in der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Hallstattzeit besiedelt. In der Flur Tiergartenlehen sind drei hallstattzeitliche Hügelgräber erhalten.[2]

Rabensburg wurde urkundlich erstmals 1255 erwähnt. König Johann von Böhmen eroberte den Ort 1328. Nach den Kuenringern und Zelkingern erhielten 1385 die Liechtensteiner die Herrschaft. Rabensburg wurde 1414 zum Markt erhoben, 1835 wurde das Marktrecht erneuert. Vor allem Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts fanden bei Rabensburg zahlreiche Grenzkämpfe statt.

Zweiter WeltkriegBearbeiten

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war Rabensburg Schauplatz von Kampfhandlungen und damit einhergehenden Zerstörungen. Darüber befindet sich im Archiv des Heeresgeschichtlichen Museums ein ausführlicher Bericht. Demnach wurde der Ort am 1. April 1945 durch deutsche Soldaten besetzt. Am 9. April wurden erstmals russische Soldaten gesichtet und es setzte heftiger Artilleriebeschuss ein. Nach dem Fall von Hohenau am 15. April begann der Kampf um Rabensburg, wobei konzentriertes Artilleriefeuer den ganzen Tag über anhielt. In der Nacht auf den 16. April kamen die Russen bis zum Südende des Ortes, wurden jedoch wieder abgedrängt. In der darauf folgenden Nacht wurde der Ort abermals 6 Stunden hindurch mit Artillerie beschossen, was einige Todesopfer forderte und mehrere Häuser in Brand steckte. Der Beschuss ging auch am 18. April unvermindert weiter, bis sich die Deutschen auf Grund der Aussichtslosigkeit einer Verteidigung absetzten und die Russen kampflos in den Ort einmarschierten. Durch den langen Artilleriebeschuss waren 56 Häuser und die Volksschule „total abgebrannt“.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl hat sich seit dem Jahr 1991 stabilisiert, da die negative Geburtenbilanz durch eine positive Wanderungsbilanz ausgeglichen wird.[4]

 

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das mittelalterliche Schloss Rabensburg wurde im 17. Jahrhundert ausgebaut. Es ist nur von außen zu besichtigen. Die der Heiligen Helena geweihte römisch-katholische Pfarrkirche Rabensburg wurde im Spätbarock errichtet. Das Museum Rabensburg ist im denkmalgeschützten ehemaligen Pfarrhof untergebracht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Jahr 2010 gab es in der Gemeinde vierzehn land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren zehn Haupterwerbsbetriebe, die über neunzig Prozent der Flächen bewirtschafteten. Im Jahr 1999 waren es 21 Betriebe und sechs Haupterwerbsbetriebe.[5] Der Produktionssektor war schwach ausgeprägt, zwei Betriebe beschäftigten sechs Arbeitnehmer, vorwiegend mit der Herstellung von Waren. Der Dienstleistungssektor gab in 21 Betrieben sechzig Menschen Arbeit, mehr als die Hälfte arbeitete in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[6][7]

BildungBearbeiten

In Rabensburg gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.[8]

GesundheitBearbeiten

In der Marktgemeinde ordiniert ein prakticher Arzt.[9]

VerkehrBearbeiten

Rabenburg liegt an der Nordbahn und an der Bernstein Straße.

PolitikBearbeiten

 
Gemeindeamt in Rabensburg

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Wolfram Erasim, Amtsleiter Christoph Zaniat. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 3, SPÖ 16, andere keine Sitze.[10]

Partnergemeinde von Rabensburg ist das tschechische Landshut.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Josef Buchta (* 1948), Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes
  • Melanie Erasim (* 1983), SPÖ-Politikerin und Abgeordnete zum Nationalrat

WeblinksBearbeiten

 Commons: Rabensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten. Hrsg.: Books on Demand GmbH, Norderstedt.
  2. DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Schroll, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 932–934.
  3. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Rabensburg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Rabensburg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Rabensburg, Arbeitsstätten. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Rabensburg, Beschäftigte. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  8. Marktgemeinde Rabensburg, Bildung. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  9. Marktgemeinde Rabensburg, Gemeinde, Wichtige Adressen. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Rabensburg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 3. März 2019.
  11. Marktgemeinde Rabensburg, Gemeinde, Partnergemeinde. Abgerufen am 27. Oktober 2019.