Hauptmenü öffnen

Rötha

Stadt im Landkreis Leipzig, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rötha
Rötha
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rötha hervorgehoben
Koordinaten: 51° 12′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 46,16 km2
Einwohner: 6042 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04571
Vorwahl: 034206
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 370
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 4
04571 Rötha
Website: www.roetha.de
Bürgermeister: Stephan Eichhorn
Lage der Stadt Rötha im Landkreis Leipzig
Sachsen-AnhaltThüringenLandkreis MittelsachsenLandkreis NordsachsenLeipzigBennewitzBöhlen (Sachsen)BornaBorsdorfBrandisColditzFrohburgGrimmaGroitzschGroßpösnaKitzscherLossatalMachernMarkkleebergMarkranstädtNeukieritzschNeukieritzschThallwitzTrebsen/MuldeBad LausickOtterwischGeithainBelgershainNaunhofParthensteinElstertrebnitzPegauPegauRegis-BreitingenWurzenZwenkauRöthaKarte
Über dieses Bild

Die Kleinstadt Rötha liegt etwa 15 Kilometer südlich von Leipzig im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Rötha liegt etwa 15 km südlich von Leipzig im Leipziger Neuseenland. Im Westen des Stadtgebietes fließt die Pleiße, die im Nebenschluss den Stausee Rötha speist. Das Stadtgebiet in der Leipziger Tieflandsbucht umfasst eine Fläche von 17,88 km². Der fruchtbare Boden begründet den umfangreich betriebenen Ackerbau im Umfeld von Rötha. Der jährliche Niederschlag liegt meistens im Bereich von 550 bis 650 Millimetern und damit unter dem Bundesdurchschnitt.

StadtgliederungBearbeiten

Stadtteile von Rötha sind Espenhain und die Orte Mölbis, Oelzschau und Pötzschau, die vorher Ortsteile von Espenhain waren. Zum Stadtgebiet Rötha gehören weiterhin die Orte Podschütz und Theka. Die ehemaligen Röthaer Ortsteile Geschwitz und Rüben wurden im Zuge des Braunkohleabbaus durch den Tagebau Espenhain zwischen 1951 und 1955 umgesiedelt und anschließend devastiert. 1971 wurde Rötha die Flur des 1968 durch den Tagebau Witznitz II devastierten Orts Kreudnitz zugeordnet.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Rötha und gehören zum Landkreis Leipzig:

Großpösna Belgershain
Böhlen   Otterwisch
Neukieritzsch Borna Kitzscher

GeschichteBearbeiten

 
Das Schloss Rötha um 1860
 
Denkmal für das 1969 zerstörte Schloss, alliiertes Hauptquartier während der Völkerschlacht (2014)
 
Rötha um 1840
 
Postkarte Obstweinschänke (1905)
 
Wasserturm (2013)
 
Rötha im Sommer 1930 – Der Markt
 
Rötha im Frühling 2018 – Der Markt

Rötha wurde erstmals im Jahr 1127 urkundlich erwähnt. Da jedoch keine Gründungsurkunde vorliegt, ist die genaue Zeit, in der sich die Stadt gebildet hat, unklar. So war zum Beispiel die Erwähnung vom 31. März 1292, als Rötha erstmals als Stadt genannt wurde, der Anlass für die 700-Jahr-Feier 1992. 1217 wurde der Markgraf Dietrich der Bedrängte samt seinen Ländern, darunter auch Rötha, wegen territorialer Streitigkeiten von der Kirche mit dem Bann belegt. Kirchliches Leben war damit vorerst unmöglich. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurde die Bevölkerung durch die Pest, den Einfall der Hussiten und durchziehende Schwaben (nach der Schlacht bei Lucka) dezimiert.

Besitzer der Stadt Rötha im 16. Jahrhundert war Ritter von Pflugk, der jedoch verschuldet war und Rötha verkaufen musste. Zunächst trat die Stadt selbst als Käufer auf und übernahm im Jahr 1584 die Verwaltung. Jedoch konnte die Stadt den Kaufpreis nicht aufbringen, sodass 1592 Carol von Friesen, der Schlosshauptmann zu Altenburg, einsprang und Rötha für 28.400 Gulden erwarb. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein Großteil der Bevölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg und die wiederkehrende Pest ausgelöscht, anschließend forderte auch der Siebenjährige Krieg viele Opfer. Als 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig tobte, waren im Schloss Rötha der russische Kaiser Alexander I. und der österreichische Kaiser Franz I. einquartiert. Rötha war der Standort des alliierten Hauptquartiers.

Im Jahr 1839 wurden die Dörfer Theka und Podschütz eingemeindet. Sie lagen wie Rötha bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Leipzig.[3] Ab 1856 war Rötha der Hauptort des Gerichtsamts Rötha. Ab 1875 gehörte Rötha zur Amtshauptmannschaft Borna.[4] In den 1870er Jahren begann Heinrich Freiherr von Friesen, Rötha zur Gartenstadt umzugestalten – ein Beiname, den sie noch heute trägt. Neben dem traditionellen Weinbau, der mindestens seit dem 15. Jahrhundert in Stadt und Umgebung betrieben wurde, etablierte er den Obstanbau in Rötha. Da qualifiziertes Personal für dieses Vorhaben fehlte, gründete er 1875 eine Gärtner-Lehranstalt. Die Ernte wurde Jahr für Jahr umfangreicher und war 1883 schließlich so groß, dass sie die Kapazität des Leipziger Marktes überstieg. In diesem Jahr begann man, mit dem Überschuss Apfelwein herzustellen und gründete zu diesem Zweck die heutige Großkelterei. Durch den nahen Pelzhandelsplatz Leipzig (Brühl) beeinflusst, besaß die Kürschnerei in Rötha bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus eine wesentliche Bedeutung. Nach Gründung der Großkelterei wurde im Jahr 1882 am Stausee das Gasthaus „Obstweinschänke“ erbaut und in Betrieb genommen. Nach der Wende, in den frühen 1990er-Jahren, wurde es geschlossen und verfiel seitdem. Am 20. Mai 2016 brannte die Ruine des einstigen Gasthauses vollständig aus, was den vorläufigen Höhepunkt einer Serie von Brandstiftungen darstellte, die Rötha seit mehreren Jahren heimsuchte und bis dahin vor allem Kleingartenanlagen und Privatbetriebe betraf.[5]

Vor dem Ersten Weltkrieg begann der technische Fortschritt, sich in der Stadt bemerkbar zu machen. 1913 bekam sie ein Wassernetz – der Wasserturm steht noch heute und ist eines der Wahrzeichen Röthas –, und ein Jahr später wurde sie an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. Außerdem gingen die Gasanstalt und das öffentliche Fernsprechnetz in Betrieb.

In Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg wurden in den benachbarten Orten Böhlen und Espenhain Werke errichtet, für deren Arbeiter auch in Rötha neue Wohnungen entstanden. In den Jahren 1944 und 1945 fielen Teile der Stadt mehreren Bomben zum Opfer. Am 14. April 1945 hissten die Bürger Röthas weiße Flaggen, und zwei Tage später zogen die US-amerikanischen Truppen ein. Im Juli übernahm die Rote Armee die Besatzung. Damit wurde Rötha Teil der sowjetisch besetzten Zone SBZ und ab 1949 der DDR.

1952 musste der Ortsteil Geschwitz (1924 eingemeindet) abgebaut werden, um Raum für den verstärkt durchgeführten Kohletagebau Espenhain zu schaffen. 1960 wurden die Flächen des 1955 devastierten Orts Rüben (Tagebau Espenhain) und 1971 die Flächen des 1968 devastierten Orts Kreudnitz (Tagebau Witznitz) der Stadt Rötha zugeordnet. Im Dezember 1969 wurde auf Geheiß der SED das Schloss Rötha unter Protesten gesprengt und abgerissen.[6] Der Schlosspark des 1969 beseitigten historischen Schlosses soll wiederhergestellt werden. 1971 entstand der „VEB Elektrotechnische Werkstätte Rötha“, der 1980 dem Leipziger Werk „VEB Elektroakustik Leipzig“ angegliedert wurde.

Am 1. August 2015 wurde Espenhain mit den Ortsteilen Mölbis, Oelzschau und Pötzschau nach Rötha eingemeindet, damit wurde die Verwaltungsgemeinschaft Rötha aufgelöst.[7]

EingemeindungenBearbeiten

Eingemeindungen nach Rötha
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Geschwitz[8] 1. Januar 1924 1951–1953 durch Tagebau Espenhain beseitigt
Kreudnitz[9][10] 1. September 1948
1971
Eingemeindung nach Hain, 1968 durch Tagebau Witznitz II beseitigt,
Fluren 1971 nach Rötha umgegliedert
Podschütz[11] 1839
Rüben[9] 1960 1955–1957 durch Tagebau Espenhain beseitigt, Fluren 1960 nach Espenhain eingegliedert
Theka[11] 1839
Espenhain[7] 1. August 2015 Eingemeindung mit allen bisherigen Ortsteilen
Eingemeindungen nach Espenhain bis zu dessen Eingemeindung im Jahr 2015
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Dahlitzsch[8] 1. April 1934 Zusammenschluss mit Großpötzschau zu Pötzschau
Großpötzschau[8] 1. April 1934 Zusammenschluss mit Dahlitzsch zu Pötzschau
Kleinpötzschau[8] vor 1880 Eingemeindung nach Dahlitzsch
Kömmlitz[9][10] 1. Oktober 1948 Eingemeindung nach Oelzschau
Mölbis[12] 1. Januar 1999
Oelzschau[12] 1. April 1996
Pötzschau[12] 1. Januar 1995

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014[13]
Wahlbeteiligung: 41,2 % (2009: 43,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,7 %
25,4 %
20,9 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+15,5 %p
-4,3 %p
-4,2 %p
-6,9 %p

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister der Stadt Rötha ist der parteilose Stephan Eichhorn, der den aus Altersgründen scheidenden Ditmar Haym ersetzte, welcher seit dem Jahr 2001 die Geschicke der Stadt bestimmt hatte. Eichhorn setzte sich in der nötig gewordenen Stichwahl am 6. Dezember 2015 gegen seine Mitbewerberin Doreen Haym (SPD) durch, nachdem im ersten Wahlgang am 15. November 2015 die Kandidaten Wellmann (CDU) und Albrecht (parteilos) ausgeschieden waren. Eichhorn erhielt 61,4 % der gültigen Stimmen, er übernahm zum 1. Februar 2016 den Bürgermeisterposten.

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein links reitender goldener Ritter mit roter Helmzier auf einem silbernen goldgezäumten rotgesattelten Pferd, der einen nach links sich krümmenden grünen Lindwurm bezwingt.“
Wappenbegründung: Das seit 1885 verwendete Wappen stellt den Heiligen St. Georg dar, der einer Sage zufolge durch die Tötung eines Lindwurms den Bau der Marienkirche ermöglicht hat. Das Motiv ist einer Schnitzerei entnommen, die in der St. Georgenkirche am Altar zu finden ist.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Rötha unterhält eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Murrhardt in Baden-Württemberg.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KirchenBearbeiten

Rötha hat zwei Kirchen, zum einen die auf eine Gründung im 12. Jahrhundert zurückgehende Georgenkirche als Stadtkirche und die Marienkirche, eine gotische ehemalige Wallfahrtskirche. Beide Kirchen besitzen eine Silbermann-Orgel.

StauseeBearbeiten

 
Stausee Rötha, im Hintergrund das Kraftwerk Lippendorf

Am südlichen Stadtrand von Rötha befindet sich der Stausee, der in einem Nebenschluss über die Kleine Pleiße etwa 275.000 m³ der Pleiße sammelt. Erbaut wurde der Stausee in den Jahren 1939 bis 1942 mit etwa der doppelten Größe der heutigen Wasserfläche durch den Weiße-Elster-Verband. Mit dem Fortschreiten des Tagebaues Witznitz wurde 1966 der südliche Teil des Stausees trockengelegt und überbaggert. Seit dieser Zeit bildet der Werkbahndamm der ehemaligen Kohlebahn zwischen den braunkohleverarbeitenden Werken in Espenhain und Böhlen den südlichen Abschluss des Stausees. Mit einem Hochwasserrückhalteraum von 110.000 m³ ist die Bedeutung für den Hochwasserschutz im Pleißegebiet relativ gering. Seit seinem Bau war er der lebensnotwendige Brauchwasserlieferant für braunkohleverarbeitende Großunternehmen und Kraftwerke in Espenhain und Böhlen. Heute wird er gemeinsam mit dem Schlosspark als Naherholungsgebiet genutzt, ist jedoch nicht zum Baden geeignet.

SchlossparkBearbeiten

 
Im Schlosspark

Der Schlosspark liegt am westlichen Stadtrand, an der Verbindungsstraße zwischen Rötha und Böhlen. Der Hauptweg mündet direkt an dieser Straße ein, führt dann etwa 500 Meter fast geradeaus bis zum Standort des ehemaligen Schlosses und geht dann in den Auenwald über. Linker Hand gleich zu Beginn des Hauptweges befindet sich der Schlossteich, der im Sommer zum Verweilen einlädt und im Winter gern zum Eislaufen genutzt wurde. Hier gibt es eine Vielzahl an Vegetation sowie Bäume, die mehr als 100 Jahre alt sind, wie Stieleichen, Rosskastanien, Erlen, Buchen und Linden. Jährlich im Frühjahr zieht sich ein Teppich Bärlauch durch den Schlosspark und den angrenzenden Auwald bis an den Stausee. Der Schlosspark war zur DDR-Zeit immer mehr verwaldet, erhielt aber bis 2015 unter großem Aufwand seinen Parkcharakter zurück.

HeimatmuseumBearbeiten

Seit 1934 gab es ein Heimatmuseum in Rötha, das jedoch 1960 geschlossen wurde. Seit den 1990er Jahren existiert es wieder ein solches Museum. Es ist im ehemaligen Amtsgericht untergebracht und wird vom Stadt- und Heimatverein Rötha e. V. betrieben. Dort werden zahlreiche Exponate aus der Röthaer Stadtgeschichte gezeigt. Darunter befinden sich ein Modell des Röthaer Schlosses sowie Dokumente aus der Zeit der Völkerschlacht. Außerdem werden dort auch Exponate aus der DDR-Zeit ausgestellt. Im Keller des Museums befindet sich außerdem eine kleine Galerie, in der wechselnde Ausstellungen zu betrachten sind.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Zu den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen gehören das Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Rötha, der närrische „Rathaussturm“ am 11. November, der Weihnachtsmarkt am Sonnabend vor dem zweiten Advent sowie die Karnevalssitzungen und der Karnevalsumzug des KarnevalsClubRötha (KCR) jährlich am Sonntag vor Rosenmontag. Außerdem etabliert haben sich auch wieder das Maibaumsetzen am 30. April und im Herbst das Obstweinfest sowie der Sportlerball des Röthaer SV. Seit einigen Jahren werden auf dem ehemaligen Holzplatz regelmäßig die Rennen der Ostdeutschen Autocross Masters (OACM) ausgetragen. Das Stadtfest wird seit 2009 aufgrund der finanziellen Situation der Stadt nicht mehr ausgerichtet. Jährlich findet das vom Stadt- und Heimatverein ausgerichtete Völkerschlachtsfest statt, das immer an einem Samstag im Oktober begangen wird. Dabei wurden 2013 Szenen aus der Völkerschlacht nachgestellt. Dazu gab es auch eine Ausstellung. Des Weiteren verkleiden sich Mitwirkende des Vereines zum Fest mit historischen Kostümen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

SportBearbeiten

Der Röthaer SV ist nach der Zahl der Mitglieder der größte Verein Röthas und betreibt eine ganze Reihe von Sportarten. Insgesamt zählt er zehn Sektionen, wobei die Sektion Radball regional und national am erfolgreichsten war.

GedenkstättenBearbeiten

Seit 1984 liegen auf dem Friedhof an der Marienkirche 18 polnische Zwangsarbeiter begraben, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer der Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie wurden. Zunächst waren ihre sterblichen Überreste in einer Aschenhalde verscharrt worden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Rötha ist über die B 95 an das Schnellverkehrsnetz angeschlossen. Hauptstraße im Ort ist die August-Bebel-Straße, die im Osten an die B 95 Anschluss hat und am Marktplatz im Westen in die Böhlener Straße übergeht. Beide Straßen sind Teil der Staatsstraße 72. Die Anschlussstelle Leipzig-Süd der A 38 als Südumgehung Leipzigs liegt etwa 8 km von Rötha entfernt zwischen Großdeuben und Gaschwitz. Des Weiteren sind die Stadtteile Pötzschau und Oelzschau an die Anschlussstelle Leipzig-Südost angebunden.

 
August-Bebel-Straße kurz vor dem Marktplatz, im Jahr 2018

Die komplette Fertigstellung der A 72 von Chemnitz bis zum künftigen Autobahnkreuz Leipzig-Süd wird im Jahr 2026 erfolgen. Der Abschnitt von Borna bis Rötha soll nach mehreren Bauverzögerungen im Sommer 2019 befahrbar sein. Der Bau auf dieser Trasse begann im Januar 2014. Eine Auf- und Abfahrt der neuen Autobahn wird dann auch zwischen Rötha und Espenhain in Höhe der ehemaligen Kohlebahnbrücke liegen, im Zuge der laufenden Baumaßnahmen wurde die dort liegende Bahntrasse der Strecke von Böhlen nach Espenhain verlegt und überquert die neue Autobahn künftig auf einer Brücke. Die B 95 wird nach Fertigstellung der Autobahn bis Rötha ab Herbst 2019 von Borna kommend auf zwei Fahrstreifen zurückgebaut und erhält nur noch den Status einer Staatsstraße. Im Zuge des Weiterbaues der Autobahn bis Leipzig wird die B95 in Höhe Rötha schrittweise von ihrer bisherigen Trasse getrennt, in Richtung Leipzig muss nach Fertigstellung der Baumaßnahmen die A72 bis zum künftigen Autobahnkreuz Leipzig-Süd benutzt werden. Die bisherige Trasse der B95 zwischen Rötha und Böhlen wird bis kurz vor die heutige Abfahrt Rötha von der A72 benutzt, ehe diese für ca. 2 Kilometer in nördliche Richtung verschwenkt wird, um einen Bogen um die Ortslage Rötha zu machen.

Rötha wird heute üblicherweise von den Buslinien 101 (Zwenkau–Böhlen–Rötha–Kahnsdorf-Lobstädt–Borna) und 144 (Zwenkau–Böhlen–Rötha–Espenhain–Kitzscher) der „Regionalbus Leipzig“ bedient. Zusätzlich bedient im Sommerhalbjahr die Linie 106 (Böhlen–Rötha–Störmthal–Auenhain–Markkleeberg) den Ort. Rötha ist an Werktagen von 4:30 – 21:30 Uhr zweimal pro Stunde, an Wochenenden und Feiertagen von 8:30 Uhr – 21:30 Uhr im Zweistundentakt an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Bis 2013 besaß „Leobus“, eine Tochtergesellschaft der LVB, die Konzession für die beiden Linien.

Seit 1913 besaß Rötha einen Bahnhof an der Bahnstrecke Böhlen–Espenhain, auf der der Personenverkehr seit dem 24. Mai 1993 eingestellt ist. Das Bahnhofsgebäude war nach der Einstellung des Personenverkehrs lange Jahre baufällig und wurde 2011 abgerissen. Die Bahntrasse wird noch mehrere Male wöchentlich im Anlieferungsverkehr für ein Schrottunternehmen im Ortsteil Espenhain genutzt, außerdem fungierte die Trasse in der Vergangenheit als Bahnzubringer zum Umschlag von in Containern angeliefertem Hausmüll zum weiteren Straßentransport auf die Deponie Cröbern.

BildungBearbeiten

Die Mittelschule Rötha wurde Ende des Schuljahres 2004/2005 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen. Die Röthaer Schüler besuchen seit dem Schuljahr 2005/2006 die jetzige Oberschule in Böhlen (Zusammenlegung beider Schulen). Die Grundschule zog mit Beginn des neuen Schuljahres 2005/2006 vom Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts in das Haus der ehemaligen Mittelschule um. Auch der Schulhort ist dort untergebracht. Der Kindergarten befindet sich unweit davon in der Thekastraße.

TriviaBearbeiten

In der Folge „Kind in Angst“ der Fernsehserie SOKO Leipzig geht es um einen Todesfall auf dem Stausee in Rötha, der zum Anlass für einen Mord wird.

LiteraturBearbeiten

  • Richard Steche: Roetha. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 100.
  • Andreas Berkner und andere: Schloss und Stadt Rötha – Landschaft, Archäologie und Geschichte. Archaeonaut, Heft 10, Dresden 2011, ISBN 978-3-910008-97-7.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kreudnitz im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  4. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/Polizeiticker-Mitteldeutschland/Brand-in-traditionsreicher-Roethaer-Obstweinschenke
  6. Andreas Platthaus: Die Urururenkelgeneration. Herausforderung für die ganze Stadt: Leipzig gedenkt des zweihundertsten Jahrestags der Völkerschlacht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Oktober 2013.
  7. a b http://www.sachsen-gesetze.de/shop/saechsabl/2015/29/read_pdf
  8. a b c d Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  9. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  10. a b Ministerium des Innern des Landes Sachsen (Hrsg.): Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. 1952.
  11. a b Otto Clemen (Autor), Ernst Koch (Hrsg.): Kleine Schriften zur Reformationsgeschichte (1897–1944), Band V, 1922–1932.
  12. a b c Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  13. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR14&p_ebene=GE&p_ort=14729370