Röhl

Gemeinde in Deutschland

Röhl ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Röhl
Röhl
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Röhl hervorgehoben

Koordinaten: 49° 56′ N, 6° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Bitburger Land
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 10,65 km2
Einwohner: 447 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54636
Vorwahl: 06562
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 111
Adresse der Verbandsverwaltung: Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Website: bitburgerland.de
Ortsbürgermeister: Bruno Wallenborn
Lage der Ortsgemeinde Röhl im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Über dieses Bild

Geographische LageBearbeiten

Röhl liegt in der Südwesteifel, etwa 5 km südöstlich des Zentrums der Kreisstadt Bitburg. Der äußerste Osten des Gemeindegebietes wird von der Kyll durchflossen, im Nordwesten wird die Grenze vom Flugplatz Bitburg gebildet. Von der mit 10,65 km² recht großen Gemarkung Röhls wird mit 50 % ein vergleichsweise geringer Anteil landwirtschaftlich genutzt, 41 % sind von Wald bestanden.[2] Zu Röhl gehören auch die Wohnplätze Altheiderhof, Freudershöfe, Gaststätte Moltkeburg, Neuer Pfalzkyllerhof und Pfalzkyll.[3]

GeschichteBearbeiten

Von einer sehr frühen Besiedelung des Gemeindegebietes zeugen mehrere Funde von Steinbeilen aus der Jungsteinzeit. Auch aus der Römerzeit sind zahlreiche Überreste vorhanden, unter anderem wurde eine frühere Eisenschmelze nachgewiesen. Ferner fand man römische Brandgräber und eine Grabhügelnekropole.

Laut Schulchronik von Röhl aus dem Jahre 1886 (zitiert nach Steinhausen) sollen im 19. Jahrhundert ca. 1200 m nördlich des Ortes, dicht westlich der damaligen Straße nach Mötsch, „die Fundamente eines kleinen viereckigen Häuschens mit Römermauern und Ziegeln und Scherben von Töpfen verschiedener Größe; ferner eine Menge römischer Kupfermünzen“ gefunden worden sein. Die beschriebene Fundstelle befindet sich in Höhenlage dicht westlich des ältereisenzeitlichen Grabhügelfeldes und ca. 200 bis 300 m südöstlich einer römischen Siedlung. Wahrscheinlich handelte es sich um eine kleine Tempelanlage. Die Fundstelle liegt heute dicht südlich des militärischen Flughafengeländes.[4]

634 wird Röhl, sowie die Orte Welschbillig, Newel und Sülm mit ihren Kirchen und Zugehörungen von König Dagobert I. (Herrschaft: 622 bis 638, Trier-Aufenthalt: 624 bis 625) der Kirche des heiligen Paulinus (Paulinstift Trier) geschenkt. Zu dieser Zeit war Modoald Bischof von Trier. 981 wird diese Schenkung in einer Urkunde des Erzbischofs Egbert von Trier (Bischof von 977 bis 993) erwähnt. Röhl wird in der genannten Urkunde erstmals unter dem Namen „Rula“ genannt.

Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Röhl zum kurtrierischen Amt Welschbillig. Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugeordnet der Mairie Idenheim im Kanton Pfalzel des Arrondissements Trier im Saardépartement.[5] Nach der Niederlage Napoleons kam Röhl aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Bitburg des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei Idenheim, die ab 1860 von der Bürgermeisterei (später Amt) Bitburg-Land in Personalunion mit verwaltet wurde und schließlich 1929 in sie aufging.[6]

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Röhl innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalreform wurde der Ort 1969 der Verbandsgemeinde Bitburg-Land zugeordnet,[6] die wiederum zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Bitburger Land aufging.[7]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Röhl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 372
1835 555
1871 547
1905 508
1939 553
1950 525
Jahr Einwohner
1961 536
1970 525
1987 482
2005 438
2011 425
2017 438

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Röhl besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[8]

BürgermeisterBearbeiten

Bruno Wallenborn wurde am 18. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Röhl. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters dem Rat, der sich für Wallenborn entschied.[9][10]

Wallenborns Vorgänger Matthias Gehenzig war 2019 nicht erneut angetreten.[9]

WappenBearbeiten

Wappenbegründung: Das Wappen stellt eine von einem Halbkreis mit rotem gespreizten Kreuz und drei Kreuzesnägeln geschlossene Erdkugel in goldenem Schild dar. Diese symbolisiert das Gerichts- und Schöffensiegel, das von dem bis ins 18. Jahrhundert in Röhl ansässigen Gericht verwendet wurde.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die katholische Kirche St. Martin wurde 1813 auf einer der insgesamt sieben römischen Siedlungsreste der Gemarkung errichtet und ist heute eine Filialkirche der Pfarrei Sülm. Sehenswert sind darüber hinaus mehrere denkmalwerte alte Bauernhäuser. Im nordöstlichen Gemeindegebiet liegt der Hof Pfalzkyll, ein ehemaliges Hofgut der Abtei Himmerod aus dem 18. Jahrhundert. Dort steht ein weiterer Sakralbau: eine Hofkapelle aus dem Jahre 1920/21.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Röhl

VereineBearbeiten

Zurzeit sind in der Ortsgemeinde mehrere Vereine ansässig. Der größte unter ihnen ist der Musikverein „Eifelland“ Röhl, gefolgt vom FC Röhl 1957 e. V., der Freiwilligen Feuerwehr Röhl und der Jugendgruppe Röhl. Neben diesen Vereinen gibt es noch den Förderverein der Ortsgemeinde, die Karnevalsgesellschaft Schwarz Weiß Röhl sowie den Herrenclub Röhl.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Röhl – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 103 (PDF; 2,6 MB).
  4. Römisches Heiligtum Röhl. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 22. März 2021.
  5. Verwaltungszugehörigkeit der einzelnen Gemeinden. Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, S. 21, abgerufen am 11. Juli 2021.
  6. a b Amt Bitburg-Land. Verbandsgemeinde Bitburger Land, abgerufen am 11. Juli 2021.
  7. Landesgesetz über die freiwillige Bildung der neuen Verbandsgemeinde Bitburger Land. In: Landesrecht Online. juris GmbH – Juristisches Informationssystem für die Bundesrepublik Deutschland, 22. November 2013, abgerufen am 11. Juli 2021.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. a b Neuer Gemeinderat in Röhl stellt sich vor! In: Bitburger Landbote, Ausgabe 30/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 7. Juli 2021.
  10. Michael Looskyll: Bekanntmachung gemäß § 62 Abs. 6 Kommunalwahlgesetzüber die Absage der Urwahl des Ortsbürgermeisters. In: Bitburger Landbote, Ausgabe 18/2019. Linus Wittich Medien GmbH, 11. April 2019, abgerufen am 7. Juli 2021.