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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Quinto zu vermeiden.
Quinto
Wappen von Quinto
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Leventinaw
Kreis: Kreis Quinto
BFS-Nr.: 5079i1f3f4
Postleitzahl: 6777
Koordinaten: 697174 / 152750Koordinaten: 46° 31′ 8″ N, 8° 42′ 18″ O; CH1903: 697174 / 152750
Höhe: 1011 m ü. M.
Fläche: 75,2 km²
Einwohner: 1044 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 14 Einw. pro km²
Website: www.tiquinto.ch
Quinto TI

Quinto TI

Karte
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Über dieses Bild
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Quinto (deutsch veraltet: Quint im Livinental) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Leventina des Kantons Tessin in der Schweiz. Zu Quinto gehören die Dörfer Ambrì, Piotta, Scruengo, Varenzo, Ronco, Deggio, Catto, Lurengo und Altanca.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf Quinto liegt etwas oberhalb der Talsohle am linken Hang des Valle Leventina auf 1011 Meter. Der grösste Teil der Bevölkerung der Gemeinde Quinto lebt heute in den Dörfern Ambrì und Piotta auf der Talsohle an der rechten Seite des Tales.

Auf der linken Seite des Tales liegen auf sonnigen Terrassen die von der Strada Alta durchquerten Dörfer Altanca,[2] Ronco (Quinto), Deggio,[3] San Martino, Catto[4] und Lurengo, die ebenfalls zur Gemeinde Quinto gehören. Diese Dörfer sind jedoch zum grössten Teil beinahe entvölkert und zählen nur noch wenige Einwohner, vorwiegend Senioren und Bergbauern. Während der Sommermonate kehrt auch in den kleinen Ortsteilen von Quinto auf dem Berg das Leben zurück, denn die alten Häuser werden vorwiegend als Ferienwohnungen benutzt. Zur Gemeinde gehören ebenso die Dörfer «Scruengo» und «Varenzo», die wie das Dorf Quinto selber am linken Ufer des Flusses Tessin liegen.

Quinto bildet zusammen mit den Gemeinden Prato (Leventina) und Dalpe den Kreis Quinto.

Zur Gemeinde Quinto gehört auch der grösste Teil des Val Cadlimo, das den Oberlauf des Medelser Rheins darstellt. Damit ist Quinto, neben der benachbarten Gemeinde Blenio, zu der ein kleines Stück des Val Cadlimo am Südende des Lai da Sontga Maria gehört, sowie Airolo mit einem Anteil am Oberlauf der Reuss, die einzige Gemeinde im Tessin, die Anteil am Einzugsgebiet des Rheins hat.

Nachbargemeinden sind Airolo, Faido, Lavizzara, Blenio sowie Tujetsch und Medel (Lucmagn) im Kanton Graubünden.

KlimatabelleBearbeiten

Quinto TI (Piotta), 1981–2010
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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3
-4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Quinto TI (Piotta), 1981–2010
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,3 4,2 8,5 11,7 16,4 20,7 23,1 22,7 17,8 12,9 6,5 2,6 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −5,1 −4,5 -1,0 2,0 6,2 9,2 11,5 11,1 8,1 4,1 -0,7 −3,9 Ø 3,1
Temperatur (°C) −1,4 -0,2 3,6 6,9 11,3 15,0 17,3 16,5 12,7 8,2 2,9 -0,5 Ø 7,7
Niederschlag (mm) 74 61 80 133 170 144 132 142 162 149 130 80 Σ 1.457
Regentage (d) 7,9 7,0 8,0 9,9 12,4 10,1 9,6 11,0 8,4 9,1 8,9 8,4 Σ 110,7
Luftfeuchtigkeit (%) 71 67 60 62 66 64 65 69 73 76 73 72 Ø 68,2
T
e
m
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2,3
−5,1
4,2
−4,5
8,5
-1,0
11,7
2,0
16,4
6,2
20,7
9,2
23,1
11,5
22,7
11,1
17,8
8,1
12,9
4,1
6,5
-0,7
2,6
−3,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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74
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [5]

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wurde 1227 als Quinto erstmal erwähnt. Schon 1311 wird in Quinto die Zunft der Säumer genannt. Die frühere Vicinìa war in mehrere degagne eingeteilt[6]; diejenigen von 1408 sind erhalten geblieben.

Das Dorf gehörte zur rodarìa Intus Montem (1371). Schon 1311 wurde in Quinto die Zunft der Säumer genannt; sie waren nach einem alle drei Jahre geänderten Verzeichnis nach degagne verteilt und besessen das Monopol zum Warentransport. Die frühere grosse vicinìa besteht noch heute und umfasst die patriziati Catto, Lurengo, Piotta, Varenzo, Altanca, Ronco, Deggio, Ambrì-Sopra, Ambri-Sotto, Quinto und Quattro terre, die an die Stelle der früheren degagne getreten sind.

Als die Eidgenossen 1331 zum ersten Mal in die Leventina hinunterstiegen, wurde Quinto ausgeplündert und eingeäschert. In der Schlacht bei Marignano fielen 14 Soldaten aus der Ortschaft. Unter der Herrschaft der Urner war das Dorf der Sitz eines Appellationsgerichts für das obere Tat. Von Quinto aus ging 1799 der Aufstand gegen die Franzosen und die Helvetische Republik; die Einwohner bemächtigten sich des Gepäcks des Generals Claude-Jacques Lecourbe, wofür die Gemeinde mit einer strengen Busse belegt und ihre Kirche, sowie mehrere Häuser von den französischen Truppen ausgeplündert wurden.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1639[7] 1745[7] 1850[7] 1900[7] 1950[7] 1970[7] 1980[7] 1990[7] 2000[7] 2010 2012 2014 2017
Einwohner 608 1099 1382 1221 1245 1490 1391 1118 1057 1006 991 1077 1044

VerkehrBearbeiten

Die Gotthard-Passroute verläuft seit der Römerzeit durch das heute Gemeindegebiet von Quinto. Wichtig wurde die Route jedoch erst ab 1220 dank der Bezwingung der Schöllenen im Norden des Passes.

Auch die heutige Hauptstrasse 2 und seit 1980 die Autobahn A2 queren das Gemeindegebiet. Die Autobahn ist beim Dorf Quinto gedeckt.

Während 1882 noch 9 der 14 Züge an der Station Ambrì-Piotta hielten,[8]hielten seit den 1980er-Jahren bis zum 10.12.2016 keine Schnellzüge mehr, Regionalzüge nur noch zweimal pro Tag. Seit dem Fahrplanwechsel am 11.12.2016 halten die zwischen Erstfeld und Bellinzona (und teilweise weiter von bzw. nach Lugano und Milano) fahrenden RE – Züge stündlich in Ambri-Piotta, an Samstagen und Sonntagen auch ein InterRegio-Zug je Richtung mit Panoramawagen. Daneben verkehren für den örtlichen Verkehr weiter Busse.[9]

Auf der Ebene vor Ambrì und Piotta liegt seit dem Zweiten Weltkrieg der Flugplatz Ambrì-Piotta. Bis 1994 wurde er von der Schweizer Luftwaffe genutzt, danach für zivile Zwecke. In Piotta steht die Talstation der Standseilbahn Ritom, die die Talsohle mit dem Alp- und Wandergebiet Val Piora verbindet.

AlpgebieteBearbeiten

In der Val Piora befinden sich der Stausee Lago Ritóm sowie zahlreiche Bergseen, zum Beispiel der Lago di Cadagno, der Lago Tom[10] oder die Laghetti di Taneda. Ebenfalls reich an Bergseen ist die zum Gemeindegebiet gehörende, jedoch auf der Alpennordseite liegende Val Cadlimo (Lago Scuro, Lago dell’Isra und andere). Am Lago di Cadagno betreiben die Universität Zürich, die Universität Genf und der Kanton Tessin eine Forschungsstation. Auf der Alp Piora wird ein Käse gleichen Namens produziert.[11]

UnternehmungenBearbeiten

  • SBB Kraftwerk bei Piotta[12]

SportBearbeiten

Ambrì und Piotta sind auf nationaler Ebene dank ihres 1937 gegründeten Eishockeyclubs HC Ambrì-Piotta (HCAP) bekannt, der in der Nationalliga A spielt. Das Stadion Pista la Valascia hat eine Kapazität von 7'000 Zuschauern.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[13]

  • Pfarrkirche Santi Pietro und Paolo[14][15] mit Hauptaltar der Bildhauers Carlo Giuseppe Zezio und Paolo Antonio Pisoni[16]
  • Im Ortsteil Ambrì Sopra: Kirche Santi Maccabei[14]
  • Im Ortsteil Piotta: Kirche San Carlo[14]
  • Sanatorio Popolare Cantonale di Piotta bei Altanca[14]
  • Im Ortsteil Deggio: Kirche Sante Caterina und Barbara[14]
  • Im Ortsteil Catto: Kirche Sant’Ambrogio[14]
  • Im Ortsteil Altanca: Kirche Santi Carnelio und Cipriano[14]
  • Im Ortsteil Monte Aval Grosser Fels mit Zeichnung und Inschrift eingegraben (1647 m ü. M.)[17]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Antonio Bandera (* um 1515 in Airolo ?; † nach 1572 in Giornico ?), Priester, Pfarrer in Quinto, 1572 in Giornico als Visitator oder Generalvikar von Karl Borromäus für die drei Ambrosianischen Täler erwähnt[18]
  • Familie Celio
    • Enrico Celio (1889–1980), Politiker
    • Nello Celio (1914–1995), Politiker
    • Bixio Celio (1928–1983), Hockeyspieler, Anwalt, Politiker[19]
    • Teco Celio (* 1952) Sohn von Nello, Schauspieler[20]
    • Franco Celio (* 21. April 1953 in Faido), Sekundarlehrer, Historiker, Politiker (FDP.Die Liberalen), 2000–2016 Tessiner Grossrat[21]

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Piero Bianconi, Arminio Janner: Altanca, Catto, Lurengo, Deggio, Ronco, Varenzo und Quinto. In: Arte in Leventina. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1939, S. 20, 33, 34, 36, 38, 39, 41, 42, 44, 45, 49, 52, 65, 72, 88, 89, 90, 96, 97, 98; derselben: Quinto. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. I, Grassi & Co, Bellinzona 1948, S. 179, 185–187, 189.
  • Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.
  • Siro Borrani: Il Ticino Sacro. Memorie religiose della Svizzera Italiana raccolte dal sacerdote Siro Borrani prevosto di Losone. Tipografia e Libreria Cattolica di Giovanni Grassi, Lugano 1896.
  • Mario Fransioli: Quinto. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Juli 2010.
  • Virgilio Gilardoni: Quinto. In: Il Romanico. Arte e monumenti della Lombardia prealpina. Istituto grafico Casagrande, Bellinzona 1967, S. 36–38, 40–41, 91, 123, 125, 176, 180, 285, 291, 295, 383, 401, 407, 449, 470, 482, (Varenzo) S. 484, 495, 498, (Varenzo, Altanca) S. 499, 500–511.
  • Simona Martinoli und andere: Quinto. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 138–143.
  • Johann Rudolf Rahn: Quinto. In: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, (Catto) S. 82–83, (Deggio) S. 93–94, (Piora) S. 250, 259–261, (Varenzo) S. 282.
  • Agostino Robertini und andere: Quinto. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 327–355.
  • Celestino Trezzini: Quinto. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5, Pictet – Resti. Attinger, Neuenburg 1929, S. 509–510 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Altanca auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 12. Mai 2017).
  3. Deggio in portal.dnb.de (abgerufen am: 3. Mai 2016.)
  4. Catto in portal.dnb.de (abgerufen am: 3. Mai 2016.)
  5. Klimatabelle. (PDF) In: meteoschweiz.admin.ch. meteoschweiz, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  6. Chiara Orelli: Degagna. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Juli 2005.
  7. a b c d e f g h i Mario Fransioli: Quinto. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Juli 2010.
  8. Fahrplan 1882 (Memento vom 5. Mai 2016 im Internet Archive)
  9. SBB-Fahrplan, Stand Sommer 2013.
  10. Lago Tom auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  11. Regione Ritom Piora auf ticino.ch
  12. SBB Kraftwerk bei Piotta auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  13. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  14. a b c d e f g Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 138–142.
  15. Pfarrkirche Santi Pietro und Paolo
  16. Paolo Antonio Pisoni. In: Sikart
  17. Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 103–104.
  18. Antonio Bandera auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 1. Juni 2017).
  19. Bixio Celio auf ti.ch/poteri/cds/governo (abgerufen am 25. April 2017).
  20. Teco Celio in oltreconfiniti.ch (abgerufen am: 11. Mai 2016.)
  21. Franco Celio (italienisch) auf ti.ch/poteri/gc/parlamento (abgerufen am 13. März 2017).
  22. Alina Borioli auf ticinarte.ch