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Querum ist ein Stadtteil im Nordosten von Braunschweig in Niedersachsen mit etwa 6.000 Einwohnern. Er liegt nahe dem Bach Wabe und dem Fluss Schunter im Stadtbezirk 112 – Wabe-Schunter-Beberbach. Östlich von Querum, in der Schunterniederung, liegt der Borwall, ein wiederhergestellter Burghügel einer mittelalterlichen Turmhügelburg.

Querum
Wappen von Querum
Koordinaten: 52° 17′ 31″ N, 10° 33′ 38″ O
Höhe: 77 m
Einwohner: 6277 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1934
Postleitzahl: 38108
Vorwahl: 0531
Karte
Lage von Querum in Braunschweig
St.-Marien-Kirche
Querum 1899

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Ansiedlung Querum wurde erstmals im Jahre 1148 (als “Querenhem”) urkundlich erwähnt; ihre Namensherkunft ist nicht eindeutig bestimmbar. Da die altgermanische Handmühle „Quirn“ oder „Quern“ genannt wurde, könnte man den ursprünglichen Dorfnamen „Quernhem“ als „Mühlenheim“ oder „Mühlendorf“ deuten. Im Jahre 1934 wurde Querum nach Braunschweig eingemeindet. Wahrscheinlich gab es in der Ansiedlung an der Schunter eine oder mehrere Wassermühlen. Querum ist aus zwei Siedlungskernen entstanden, von denen einer als „Monnekenquernem“ 1307 urkundlich erwähnt wird. Der Name „Monneken“ (Mönche) deutet darauf hin, dass er zu einer Abtei gehörte. Dieses Kloster hatte im Jahre 1161 fünf Hufen (a 30 Morgen) Landes von Herzog Heinrich dem Löwen erworben. Die zweite Ansiedlung „Dorpquernem“ wird im Jahre 1324 als „villa deserta“ erwähnt, also aufgegebenes oder verwüstetes Dorf. Zwischen 1318 und 1324 gingen diese Flächen ebenfalls in den Grundbesitz des Klosters über. Im 14. Jahrhundert wurden sie erneut besiedelt.[2]

 
Motiv aus dem Querumer Eichenwald,
Gemälde von Pascha Johann Friedrich Weitsch, 1792.

Zweimal gab es verheerende Brandkatastrophen in Querum. Im Jahre 1493 brannte es vollständig nieder und 1736 fast komplett.[3] Querum wurde 1934 in die Stadt Braunschweig eingemeindet, der Bereich Querumer Forst erst im Jahre 1974.[4]

Wüstung EverikesbutliBearbeiten

Die in der Weiheurkunde der Magni-Kirche von 1031 erwähnte Wüstung Everikesbutli lag, nach Bornstedt,[5] im Bereich des heutigen Stadtteils nördlich der Schunter an der Kreuzung der Bahnlinie mit dem Wöhrdenweg. Die Entstehung des Ortes wird zwischen 500 und 800 geschätzt. Zum Dorf könnte eine Wassermühle gehört haben. Wüst fiel die Siedlung im 14. Jahrhundert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Bildung

Querum hat mehrere Kinderbetreuungseinrichtungen:

  • Städtische Kindertagesstätte Querum
  • Kindertagesstätte St. Marien
  • Kinderkrippe „Waldmäuse im Sauseschritt“

Schulen

  • Grundschule Querum
  • Integrierte Gesamtschule Querum

KirchengemeindenBearbeiten

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Lukas

Am 11. November 1962 wurde die St.-Lukas-Kirche feierlich eingeweiht, nachdem 1960 mit ihrem Bau begonnen wurde. Sie ist benannt nach Lukas (Evangelist). Für den damals einmaligen Baustil wurde der gesamte Komplex im Eichhahnweg 27 (Kirche, Gemeindehaus und Küsterwohnung) mit dem Peter-Joseph-Krahe-Preis, dem Architekturpreis der Stadt Braunschweig, ausgezeichnet. Somit ist der Erbauer der Alten Dorfkirche von 1863/64 (Hinter der Kirche 3) der Namensgeber für den Preis der St.-Lukas-Kirche.

Katholische Kirchengemeinde St. Marien

Die St.-Marien-Kirche wurde 1962/63 erbaut (Köterei 3). Ihre gleichnamige Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Braunschweig im Bistum Hildesheim. Bereits 1940 wurde in Querum eine katholische Notkirche durch Umbau eines profanen Gebäudes eingerichtet, sie wurde wegen Baufälligkeit durch die heutige St.-Marien-Kirche ersetzt. Seit 2006 gehören zur Pfarrgemeinde St. Marien auch die katholischen Kirchen in Hondelage und Wendhausen. Neben der Kirche befindet sich die katholische Kindertagesstätte St. Marien.

Evangelische Freikirche Querum

Die Evangelische Freikirche Querum befindet sich am Westfalenplatz 8 und gehört zum Freikirchlichen Bund der Gemeinde Gottes.

SportBearbeiten

Der in Querum ansässige Schützenverein Querum ist vor allem im Bogenschießen erfolgreich. Aktuell gehört der Verein der 1. Bundesliga Bogenschießen an und konnte in den Jahren 2012 und 2013 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewinnen.

PersönlichkeitenBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen ist vertikal in zwei Hälften gespalten und zeigt ein ebenso geteiltes Mühlrad in den Farben Gold-Grün auf einem grün-goldenen Feld.

Das Mühlrad gibt “selbstredend” den Namensteil “Quern” wieder. Die Zweiteilung des Schildes symbolisiert die beiden frühen Siedlungsstellen aus denen Querum entstanden ist. Das Gold wurde vom Wappen des Klosters Riddagshausen übernommen um die enge Beziehung anzuzeigen, die einige Jahrhunderte währte. Das Grün steht sowohl für das eins wüste Dorf “Dorpquernem” als auch für die bedeutende Schafzucht in diesem Gebiet.

Arnold Rabbow hat das Wappen entworfen, es wurde am 29. August 1980 von den Körperschaften und Vereinen des Stadtteils angenommen.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Rolf Siebert: Querum – Die Geschichte eines braunschweigischen Dorfes. Dieselmann Druck, Bielefeld, ISBN 3-00-002274-0.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Querum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerstatistik (Querum + Querumer Forst) auf braunschweig.de
  2. a b Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 24.
  3. Chronik von Querum auf querum-bs.de
  4. Eingemeindungen (PDF; 859 kB) auf braunschweig.de
  5. Wilhelm Bornstedt: Zur Urkunde von 1031: Die Gründe des Eingehens der 11. Pfarrdörfer von St. Magni und ihre Lage im heutigen Stadtbilde. Eine Siedlungsgeographie; in: Kirchenvorstand zu Magni: St. Magni 1031–1981. Braunschweig 1981. S. 21.