Prudhoe-Bay-Ölfeld

Ölfeld in den Vereinigten Staaten
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Das Prudhoe-Bay-Ölfeld oder Prudhoe-Bai-Ölfeld ist ein Ölfeld, eine etwa 1500 bis 3000 Meter[1] tiefe Erdöllagerstätte, an der Küste des Arktischen Ozeans in Alaska. Die kommerzielle Ölförderung in Prudhoe Bay begann in den 1960er Jahren. Wegen der Lage an der Nordküste Alaskas war die Erschließung eine besondere Herausforderung. Die technische Erschließung des gesamten Ölfelds wurde bereits 1968 durch die Atlantic Richfield Company vorgenommen, der Transport des Öls war aber noch nicht gesichert. Im Sommer 1969 fuhr der zu einem Eisbrecher umgebaute Tanker Manhattan als erster Tanker durch die Nordwestpassage. Dies war jedoch keine praktikable Transportform. Deshalb wurde die Öl-Förderung erst 1977 aufgenommen, als die Trans-Alaska-Pipeline durch die Alyeska Pipeline Service Company fertiggestellt worden war. Mit einem Anteil von 26 % ist BP Betreiber des Ölfeldes. Die Förderung erreichte mit 2 Millionen Barrel/Tag 1988 ihren Höhepunkt, seitdem fällt die Fördermenge konstant (unter 1 Mio. Barrel/Tag im Mai 2005).

Die geschätzten ausbeutbaren Reserven betrugen im Dezember 2005 ca. 3 Milliarden Barrel. Somit könnte die Produktion bei der gegenwärtigen Förderrate noch etwa 10 Jahre fortgeführt werden. Das Prudhoe-Bay-Ölfeld stellt die derzeit größte Erdölreserve der USA dar, mit mehr als der doppelten Größe der zweitgrößten, dem East-Texas-Ölfeld.

Im August 2019 vereinbarten BP und Hilcorp Alaska, eine Tochter der texanischen Hilcorp Energy Company, den Verkauf aller Geschäftsfelder BPs in Alaska. Zur Verkaufsmasse zählt auch die BP-Beteiligung am Prudhoe-Bay-Ölfeld.[2]

GeschichteBearbeiten

März 2006: Leck in der PipelineBearbeiten

Am 2. März 2006 wurde von einem Mitarbeiter der BP Exploration (Alaska) ein großes Ölleck in der westlichen Prudhoe Bay entdeckt. Mindestens 267.000 Gallonen (ca. 1010,7 m³) Öl liefen aus und machten es zum größten Ölausfluss im nördlichen Alaska in der Geschichte.

August 2006: Vorübergehende Schließung der PipelineBearbeiten

Die Havarie vom März 2006 veranlasste das US-Verkehrsministerium, von BP eine Inspektion auf Korrosion der Röhren mit einem sogenannten Diagnosemolch zu fordern. Dieser Inspektionsroboter kann durch das innere der Leitungen laufen und die Wandstärke der Leitungen überprüfen.

Dabei entdeckte BP zum Teil gravierende Korrosionsschäden. Daraufhin kündigte der Konzern am 6. August 2006 an, dass eine Strecke von etwa 25,75 km der Pipeline in der Bucht ersetzt werden müssten. Auf dieser Strecke habe die Wandstärke bis zu 80 % von ursprünglich 10 mm durch Korrosion verloren. BP zeigte sich überrascht, solch gravierende Korrosionen vorgefunden zu haben. Das Unternehmen betonte aber, dass regelmäßige Korrosionskontrollen in Abstimmung mit den Behörden durchgeführt worden seien. Die Leitungen seien regelmäßig mit chemischen Mitteln zum Korrosionsschutz gespült und per Ultraschall untersucht worden. Bei BP sei man davon ausgegangen, dass diese Methoden geeignet und ausreichend seien. Wie sich nun herausgestellt habe, sei dies nicht der Fall gewesen.

Das Unternehmen habe sich deshalb zur vorübergehenden Schließung entschlossen. Am 11. August gab BP bekannt, dass die Produktion im westlichen Teil des Prudhoe-Bay-Ölfeldes fortgesetzt wird. Diese Entscheidung basiere auf neuen Untersuchungsergebnissen und sei in Absprache mit den staatlichen Behörden erfolgt. Nachdem BP Ende September auch die Produktion im östlichen Teil des Ölfeldes mit Genehmigung durch das US-Verkehrsministerium wieder aufgenommen hatte, lag die tägliche Ausbringungsmenge im Oktober 2006 wieder bei mehr als 400.000 Barrel. Diese Menge entspricht der Produktion vor dem 6. August 2006. Experten schätzen die Höhe der Steuerausfälle für den Staat Alaska auf ungefähr 6,4 Millionen US-Dollar täglich.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. G. Thorwarth: Grundkurs Erdkunde: Pipeline durch Alaska. In: Josef Brecht (Hrsg.): Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg. Jahresbericht 1976/77. Würzburg 1977, S. 66 f.
  2. British Petroleum: BP to sell Alaska business to Hilcorp, abgerufen am 29. August 2019.

Koordinaten: 70° 18′ 24,4″ N, 148° 43′ 57,1″ W