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Provinzen Japans

ehemalige Verwaltungseinheit in Japan

GeschichteBearbeiten

Als Verwaltungseinheiten des KaiserhofsBearbeiten

Die Provinzen wurden im Altertum sowohl als administrative Einheiten und geografische Regionen etabliert. Jede Provinz wurde weiter in gun (früher kōri) unterteilt.

Die Provinzen wurden in Kinai (in der Hauptstadt) und 7 oder – mit Hokkaidō, eine neuzeitliche Ergänzung – 8 („Routen, Wege“, weniger wörtlich „Großlandschaften, Reichskreise“; vgl. chinesische Dao) eingeteilt. Diese Einteilung wurde Gokishichidō genannt. entsprachen in diesem Zusammenhang jedoch noch nicht frühneuzeitlich-modernen Verkehrswegen (Kaidō) wie dem Tōkaidō von Tōkyō nach Kyōto oder Kōbe.

Die obersten Provinzbeamten inkl. des Gouverneurs wurden Kokushi, älter auch kuni no tsukasa, genannt und die Hauptstädte Kokufu.

Als geographische LandeseinteilungBearbeiten

 
Auf Siebolds Material und Perrys Expedition basierende US-Karte Japans von 1855 mit Provinzeinteilung
 
Japanische Karte von 1880 mit Provinzeinteilung, einschließlich der Meiji-zeitlichen Provinzen in Ezo/Hokkaidō; für die Präfekturen (, fu und , ken) sind nur die Verwaltungssitze gekennzeichnet.

In der späten Muromachi-Zeit wurde ihre Funktion als Verwaltungseinheiten allmählich völlig durch die Ländereien der Sengoku-Daimyō verdrängt. Unter der Herrschaft von Toyotomi Hideyoshi wurden die Provinzen endgültig durch die Lehen der Daimyō abgelöst. Die Lehen der Edo-Zeit werden nachträglich als Han bezeichnet. Die Provinzen verblieben als geografische Regionsbezeichnung und die Bevölkerung gab einen bestimmten Ort oft mit der Kombination aus Provinz und Han an.

Während der Meiji-Restauration wurden die Han als administrative Einheiten legitimiert, aber danach schnell durch Fu (städtische Präfekturen) und Ken (ländliche Präfekturen) ersetzt. Als Teil des Adress-Systems wurden die Provinzen nicht abgeschafft, sondern spielten eine noch wichtigere Rolle. 1871 gab es 304 Präfekturen und 68 Provinzen (ohne Hokkaidō und die Provinz Ryūkyū). Die vielen Präfekturen entsprachen zunächst den feudalen Vorgängern mit ihren komplizierten Grenzen und zahlreichen En- und Exklaven, ihre Grenzen stimmten daher meist nicht mit denen der Provinzen überein. Ausnahmen waren einige große Han/Präfekturen, vor allem solche von mächtigen „äußeren“ Tozama-Daimyō, die auch unter den Tokugawa komplette Provinzen beherrscht hatten. Anschließend wurden die Präfekturen in mehreren Wellen fusioniert, geteilt und ihre Grenzen verschoben. Bis zum Ende der 1880er Jahre wurden dadurch im Wesentlichen die heutigen 47 Präfekturen gebildet, deren Grenzen an vielen Stellen mit denen der Provinzen deckungsgleich sind. Erst nach dieser Konsolidierung der Präfekturen konnten sie die Provinzen als geographischer Bezugsrahmen weitgehend ersetzen.

Bis heute sind die Provinzen durch kein Gesetz abgeschafft, sie werden aber als veraltet angesehen. Ihre Namen werden jedoch noch immer oft als Teil von geografischen Bezeichnungen, Firmennamen und Marken verwendet. So schlug der Gouverneur der Präfektur Nagano noch Anfang des 21. Jahrhunderts die Umbenennung seiner Präfektur in Shinshū vor (ein aus der Provinz Shinano abgeleiteter Name).

ProvinzenBearbeiten

KinaiBearbeiten

Tōkaidō (東海道, dt. „Östliche-See-Route“)Bearbeiten

Tōsandō (東山道, dt. „Östliche-Gebirgs-Route“)Bearbeiten

Hokurikudō (北陸道, dt. „Nördliche-Land-Route“)Bearbeiten

San’indō (山陰道, dt. „Gebirgsrücken-Route“)Bearbeiten

San’yōdō (山陽道, dt. „Gebirgsfront-Route“)Bearbeiten

Nankaidō (南海道, dt. „Südliche-See-Route“)Bearbeiten

Saikaidō (西海道, dt. „Westliche-See-Route“)Bearbeiten

Hokkaidō (北海道, dt. „Nördliche-See-Route“)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

Detailkarten der Provinzen zu verschiedenen Zeiten finden sich auf: