Provinz Tosa

ehemalige japanische Provinz

Tosa (jap. 土佐国, Tosa no kuni) oder Doshū (土州) war eine alte Provinz auf der Insel Shikoku in Japan. Sie entspricht der heutigen Präfektur Kōchi.

Provinz Tosa (heute Präfektur Kōchi)

Zwischen 1470 und 1573 wurde die Provinz, nachdem die Hosokawa alle Autorität verloren hatten, von den Tosa-Ichijō (土佐一条氏), einer Seitenlinie der hochadligen Ichijō, beherrscht. Die Seitenlinie stammt von Ichijō Norifusa ab. Deren letztes Familienoberhaupt Ichijō Kanesada (一條 兼貞; 1543–85) verlor nach 1568 Land und Macht an seinen Vasallen Chōsokabe Motochika. Dessen Herrschaft wurde wiederum durch den Feldzug Toyotomi Hideyoshis 1585 vernichtet.

Yamanouchi Kazutoyo (1546–1605) kämpfte auf der Seite Tokugawa Ieyasus, der ihm dafür im Jahre 1600 Tosa als Lehen übertrug. Mit dem damit verbundenen Einkommen von 242.000 Koku gehörte er zu den großen Daimyō. Sein Nachkomme Yamanouchi Yōdō (1827–1872) gehörte dann aber zu schärfsten Befürwortern der Abschaffung des Shogunats und der Wiedereinsetzung des Tennō in seine alten Rechte. Der bekannteste Samurai der Tokugawa-Gegner des Tosa-han, Sakamoto Ryōma, der 1867 auf Weisung des Shogunats ermordet wurde, wird bis heute verehrt.

Tosa ist berühmt für die nach der Provinz benannten Tosa-Hunde (Tosa inu), einer Kreuzung unter anderem aus Bulldogge, Mastiff und einheimischen Rassen.

Tosa ist auch Namensgeber des Tosa Nikki (土佐日記), eines Tagebuchromanes von Ki no Tsurayuki von 935, dem ersten bedeutenden Werk der japanischen Tagebuchliteratur. Es beschreibt die Rückkehr des Gouverneurs von Tosa – des Autors selbst – in die damalige Hauptstadt Kyōto aus Sicht einer Hofdame der Entourage.

Tosa ist weiter der Name einer Stadt im Zentrum der Präfektur Kōchi mit etwa 30.000 Einwohnern. Der Asteroid des äußeren Hauptgürtels (3150) Tosa ist nach der Provinz benannt.[1]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • E. Papinot: Historical and Geographical Dictionary of Japan. Nachdruck der Originalausgabe 1910. Tuttle-Verlage, 1972, ISBN 0-8048-0996-8.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lutz D. Schmadel: Dictionary of Minor Planet Names. Fifth Revised and Enlarged Edition. Hrsg.: Lutz D. Schmadel. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2003, ISBN 978-3-540-29925-7, S. 186 (englisch, 992 S., link.springer.com [ONLINE; abgerufen am 14. September 2020] Originaltitel: Dictionary of Minor Planet Names. Erstausgabe: Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1992): “1983 CB. Discovered 1983 Feb. 11 by T. Seki at Geisei.”

Koordinaten: 33° 37′ N, 133° 24′ O