Provinz El Collao

Provinz von Peru

Die Provinz El Collao gehört zur Verwaltungsregion Puno und liegt im Süden von Peru. Sie besitzt eine Fläche von 5601 km².[1] Bei der Volkszählung 2017 wurden in der Provinz 63.878 Einwohner gezählt.[1] Im Jahr 1993 lag die Einwohnerzahl bei 75.456, im Jahr 2007 bei 81.059.[1] Verwaltungssitz ist Ilave.

Provinz El Collao

Lage der Provinz in der Region Puno
Symbole
Flagge
Wappen
Basisdaten
Staat Peru
Region Puno
Sitz Ilave
Fläche 5601 km²
Einwohner 63.878 (2017)
Dichte 11 Einwohner pro km²
Gründung 12. Dezember 1991
ISO 3166-2 PE-PUN
Webauftritt www.municollao.gob.pe (spanisch)
Politik
Alcalde Provincial Villanueva Maquera Resalaso
(2019–2022)
Landschaft im Distrikt Santa Rosa
Koordinaten: 16° 48′ S, 69° 46′ W

Geographische LageBearbeiten

Die Provinz El Collao liegt im Südwesten der Region Puno, am Südufer des Titicacasees und erstreckt sich über das aride Andenhochland südlich des Sees. Im Süden reicht die Provinz bis an die peruanische Westkordillere. Dort erhebt sich der 5568 m hohe Berg Larjanco. Der 4433 m hoch gelegene See Laguna Vilacota liegt an der südlichen Provinzgrenze. Der Río Mauri bildet dessen Abfluss und fließt in östlicher Richtung entlang der Provinzgrenze nach Bolivien. Die maximale Längsausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 147 km.

Im Osten grenzt die Provinz El Collao an die Provinz Chucuito, im Südosten verläuft die Staatsgrenze zu Bolivien. Im Südwesten grenzt die Provinz El Collao an die Regionen Tacna und Moquegua sowie im Nordwesten an die Provinz Puno.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz El Collao besteht aus den folgenden fünf Distrikten. Der Distrikt Ilave ist Sitz der Provinzverwaltung.

Distrikt Verwaltungssitz
Capaso Capaso
Conduriri Conduriri
Ilave Ilave
Pilcuyo Pilcuyo
Santa Rosa Mazo Cruz

GeschichteBearbeiten

Am 26. April 2004 zerrten Aymara-Demonstranten, die dem Bürgermeister der Provinz, Cirilo Fernando Robles Callomamani, selbst ein Aymara, die Unterschlagung öffentlicher Gelder, die Nichterfüllung von Wahlversprechen und die Nichtfertigstellung der Straße von Ilave nach Mazo Cruz vorwarfen, ihn aus seinem Wohnhaus, folterten ihn und lynchten ihn auf dem Hauptplatz von Ilave. Das Verbrechen wurde gefilmt, alle peruanischen Fernsehsender zeigten die Bilder, die landesweit Entsetzen auslösten und eine breite Diskussion über Selbstjustiz.[2] Bei seiner Beisetzung bezeichneten die anwesenden Bürgermeister der Region Puno Cirilo Robles als „Märtyrer der Demokratie“.[3] Aymara-Aktivisten hielten dagegen: Die Hinrichtung sei keineswegs die Tat eines erhitzten Mobs gewesen, sondern „eine Volksentscheidung, um eine korrupte, räuberische Obrigkeit, die die Harmonie der Aymara-Gesellschaft zerstört, an der Wurzel auszureißen“ („la decisión de un pueblo que sólo buscó erradicar de raíz a una autoridad corrupta, ladrona, que rompió con la armonía de la sociedad aymara“).[4] – Die nach seinem Tod eingeleitete Prüfung durch den Obersten Rechnungshof (Contraloría General de la República del Perú) ergab, dass Cirilo Robles keinerlei Gelder unterschlagen hatte.

WeblinksBearbeiten

Commons: Provinz El Collao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c El Collao, Province in Peru. www.citypopulation.de. Abgerufen am 25. November 2019.
  2. Carlos Iván Degregori: „Hasta las últimas consecuencias“. Gobierno local y conflicto en Ilave, Perú, 2004. In: European Review of Latin American and Caribbean Studies, Nr. 78 (April 2005), S. 89–99.
  3. Liubomir Fernández: Ilave recordó a su ex alcalde Cirilo Robles. In: La República, 26. April 2005, abgerufen am 30. November 2021.
  4. Aymaras: entre el conflicto y la resistencia, abgerufen am 30. November 2021.