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Prosper Ludwig (Arenberg)

Herzog von Arenberg
Prosper Ludwig, Gemälde eines unbekannten belgischen Malers, Original im Rathaus Meppen

Prosper Ludwig von Arenberg (* 28. April 1785 in Enghien; † 27. Februar 1861 in Brüssel), Herzog von Arenberg, Aarschot (Aerschot) und Meppen, Fürst von Recklinghausen, Graf von der Mark etc. war Fürst des Heiligen Römischen Reiches, Inhaber des Großkreuzes des belgischen Leopoldsordens, des holländischen Löwenordens, des preußischen Schwarzen Adlerordens, des bayerischen St. Hubertusordens und St. Michaelsordens, Offizier der französischen Ehrenlegion, sowie Oberst eines französischen Kavallerie-Regiments.

LebenBearbeiten

Nachdem sein Vater Ludwig Engelbert von Arenberg (1750–1820) ihm im September 1803 die Regierung des Herzogtums Arenberg-Meppen übergeben hatte, wurde er 7. Herzog von Arenberg. Das Territorium umfasste zu diesem Zeitpunkt die Grafschaft Recklinghausen und das Amt Meppen. Neben Brüssel wurde Schloss Clemenswerth zeitweilig seine deutsche Residenz. Am 12. Juli 1806 wurde er souveränes Mitglied des Rheinbundes. Durch die Rheinbundakte bekam er noch die Herrschaft Dülmen hinzu.

1806 stellte er in Lüttich zusätzlich zu seinem Rheinbund-Kontingent ein Regiment leichter Kavallerie auf (Chevau-Légers d’Arenberg), dessen Kommandeur und Inhaber er war. Der Verband wurde 1808 in die französischen Linientruppen als 27. Regiment der Jäger zu Pferde übernommen, behielt aber inoffiziell seinen alten Namen.

Durch ein Dekret Napoleons verlor das Herzogtum am 13. Dezember 1810 seine Souveränität. Meppen wurde ins französische Kaiserreich eingegliedert, die Grafschaft Recklinghausen kam zum Großherzogtum Berg.

Während des Spanischen Krieges führte Prosper Ludwig sein Kavallerie-Regiment selbst ins Feld, wurde am 28. Oktober 1811 in Arroyo-Molinos schwer verwundet und geriet in britische Gefangenschaft, in der er bis Mai 1814 blieb. Am 15. Juni 1815, am Vorabend der Schlacht bei Quatre-Bras und drei Tage vor der Schlacht von Waterloo, war er Gast auf dem Ball der Herzogin von Richmond.

1815 verlor er durch einen Vertrag zwischen dem Königreich Hannover und Preußen vom 29. Mai das Gebiet Meppen an Hannover und Recklinghausen und Dülmen an Preußen, Prosper Ludwig blieb aber Standesherr seiner Besitzungen. Als solcher war er Mitglied der ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Hannover und erhielt 1854 einen erblichen Sitz im Preußischen Herrenhaus sowie 1826 bis zu seinem Tod im Provinziallandtag der Provinz Westfalen. Er war 1847 auch Teilnehmer des ersten Vereinigten Landtags.

1831 war er Kandidat des Vatikans für die Wahl zum König der Belgier. Der Herzog von Arenberg erwarb sich auch große Verdienste um die Vollendung des Kölner Doms. Eingedenk der bis ins Mittelalter zurückreichenden Bindungen seiner Familie an die Stadt Köln war er Mitglied des 1842 gegründeten Zentral-Dombau-Vereins zu Köln, dem er bis zu seinem Tod 1861 jährlich 1000 Taler überschrieb. 1848 stiftete er auf Bitten der Recklinghäuser Bürgerschaft, überreicht durch Dr. Franz Schneider und Adolf Wicking, das Kapital zur Errichtung eines Armenhospitals, des späteren Prosper-Hospitals in Recklinghausen.[1]

 
Prosper Ludwig als Kind (rechts) im Kreise seiner Geschwister Pauline (Mitte) und Peter (links) auf einer Miniatur des Jahres 1791

FamilieBearbeiten

Prosper Ludwig heiratete am 1. Februar 1808 Stéphanie de Tascher de La Pagerie, eine Cousine der französischen Kaiserin Joséphine, die Napoleon gleichzeitig zur französischen Prinzessin erhob. Diese Ehe wurde aber 1816 wieder geschieden und Prosper-Ludwig heiratete am 26. Januar 1819 Marie Ludmilla Rosa von Lobkowitz, eine Tochter des Fürsten Anton Isidor von Lobkowitz, mit der er neun (sieben überlebende) Kinder hatte:

  • Luise Pauline Sidonie (* 1820)
  • ein Sohn (* und † 1822)
  • Marie Flora Pauline (* 1823)
  • Engelbert August Anton (1824–1875)
  • Anton Franz (1826–1910); dessen Sohn Philipp von Arenberg (1848–1906) Domkapitular in Eichstätt
  • eine Tochter (*/† 1827)
  • Karl Peter d’Alcantara Joseph (1829–1831)
  • Karl Maria Joseph (1831–1896) ∞ Julia Hunyady von Kéthely (1831–1919, früher Frau von Mihailo Obrenović III., Fürst von Serbien)[2]
  • Joseph Leonhard Balthasar (8. August 1833 – 3. Oktober 1896) ∞ Franziska von Liechtenstein (Wien, 30. Oktober 1833 – 6. Juni 1894; siehe Arenbergpark)

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Josef Häming: Die Abgeordneten des Westfalenparlaments : 1826 – 1978, 1978, Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse ; Bd. 2 (Hauptband), S. 162.
  • Jean Prinz von Arenberg: Herzog Prosper Louis von Arenberg (1785–1861). In: Franz-Joseph Heyen / Hans-Joachim Behr (Hrsg.), Die Arenberger. Geschichte einer europäischen Dynastie. Bd. 2: Die Arenberger in Westfalen und im Emsland, Koblenz 1990, S. 25–76.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte der Stiftung Prosper-Hospital in Recklinghausen, abgerufen am 2. April 2015.
  2. C4. Pr Charles