Propstei Berau

Propstei Berau
Wappen des Abtes Schächtelin und der Ritter von Berau über dem Eingangsportal
Supraporte im Schloss Bürgeln: Die Propstei (Mitte) und das Kloster (Rechts)

Die Propstei Berau ist ein Festes Haus und war der Sitz der Pröpste des Klosters Berau in der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf im Landkreis Waldshut.

GeschichteBearbeiten

Das Gebäude grenzte an die Mauern des ehemaligen Klosterbezirks. Es wird erstmals genannt im Zusammenhang mit dem Abbruch eines Vorgängergebäudes, ebenfalls ein Festes Haus oder eine kleine Burg vermutlich der Ritter von Berau, welches an dieser Stelle 1597 abgebrochen wurde. Hier entstand dann unter Abt Martin I. des Klosters St. Blasien ein Neubau durch die Maurer Peter und Anton Lorminen. Es hatte ein Meter dicke Mauern und gewölbte Gänge, war mit Zinnen und einem Kupferdach versehen welches jedoch im Dreißigjährigen Krieg 1643 den Schweden zur Beute wurde. Unter dem Großkeller Mangolt von St. Blasien erfolgte 1602 eine weitere Beschreibung der Anlagen.

Wie das Kloster Berau selbst wurde auch die Propstei oft ein Opfer von Bränden, so 1577, 1666 und 1711. Bereits im Herbst 1711 waren in der Regierungszeit von Abt Augustinus Fink zwei Scheunen wiederhergestellt. Auch das Kloster und die Klosterkirche wurden (obwohl bereits fünfmal abgebrannt) wieder errichtet. Als Architekt gewann man Caspar Moosbrugger.[1]

Das Propsteigebäude wurde vermutlich stets auf den äußerst massiven Grundmauern mit Gewölben jeweils erneuert. Das Gebäude war repräsentativ und verfügte über eine dem Abt von St. Blasien vorbehaltene Abtstube sowie je ein Zimmer für den Dekan, den Propst, den Pfarrvikar, den Pater Beichtvater, den Kapuziner, die Haushälterin, und ein Gelbes und Grünes Gastzimmer sowie ein Zimmer für den Diener. Mägde und Knechte waren in Schlafkammern untergebracht. Der Diener des Propstes trug Livree. In einem Saal hingen Ölgemälde des Papstes und des Kaisers, sowie der Äbte Martin II., Meinrad Troger und Cölestin Vogler. Stuckaturen schuf Johann Stiller und Franz Joseph Vogel. Von 1781 bis 1785 war der Historiker Hugo Schmidfeld Propst.

Das Eingangswappen zeigt neben den drei Bärenköpfen der Ritter von Berau das des Abtes Franz Schächtelin, der auch Propst von Berau war. Der Besitz der Propstei war sehr umfangreich und erforderte einiges Personal, einen Jäger, einen Gärtner, einen Hausmeister und zwei Knechte. Sie wohnten hier bis zur Aufhebung am 4. Juli 1807. Der letzte Abt Berthold Rottler wollte die Propstei noch als Aufenthaltsort übereignet bekommen was jedoch abgelehnt wurde. Die Bediensteten wurden abgefunden, das Inventar und Mobiliar wurde in vier Tagen versteigert. 1813 erwarb ein Landwirt die Propsteigüter mit der Ökonomie. Der stattliche Bau besteht noch heute. Er wurde renoviert und in Wohnungen aufgeteilt.

Emmerich von StallBearbeiten

1651 lebte nahe bei der Propstei der Einsiedler und Alchemist Emmerich von Stall, er erbaute 1656 eine (nicht mehr bestehende) Kapelle.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Matt-Willmatt, Emil Beck: Berau im südlichen Schwarzwald, H. Zimmermann, Waldshut-Tiengen 1969
  • Paul Booz, Bau- und Kunstgeschichte des Klosters St. Blasien und seines Herrschaftsbereiches. Schillinger, Freiburg 2001, ISBN 3-89155-264-5

WeblinksBearbeiten

Commons: Propstei Berau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Booz, Marianne Booz (Bearb. u. Hrsg.), Bau- und Kunstgeschichte des Klosters St. Blasien und seines Herrschaftsbereiches, S. 257

Koordinaten: 47° 41′ 28,8″ N, 8° 15′ 25″ O