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Der Pritzerber See ist ein See inmitten des Stadtgebietes Havelsee. Er gehört zum Flusssystem der Havel.

Pritzerber See
Pritzerber-See-29-IV-2007-090-.jpg
Geographische Lage Havelsee, Brandenburg, Deutschland
Zuflüsse Roter Graben
Abfluss Havel
Daten
Koordinaten 52° 30′ 0″ N, 12° 28′ 48″ OKoordinaten: 52° 30′ 0″ N, 12° 28′ 48″ O
Pritzerber See (Brandenburg)
Pritzerber See
Höhe über Meeresspiegel 25 m
Fläche 1,9 km²
Maximale Tiefe 6 m

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Der Pritzerber See hat eine Fläche von circa 190 Hektar und eine Tiefe von maximal 6 Meter. Er entwässert nach Westen zur Havel. Er ist ein eutrophes beziehungsweise schwach polytrophes stehendes Gewässer mit sehr flachen und vor allem im Süden vermoorten Ufern. Der südliche Bereich zwischen den Ortsteilen Fohrde und Hohenferchesar ist entsprechend vollständig verlandet. Am nordwestlichen Ufer liegt die ehemalige Stadt Pritzerbe, nach der der See benannt wurde. Ebenso wie an der Havel sind auch am Pritzerber See ausgedehnte Uferbereiche zwei- beziehungsweise zehnjährige Überschwemmungsflächen und stehen regelmäßig unter Wasser. Im Westen ist der See durch einen Damm, über den zwei Brücken, eine Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Brandenburg–Rathenow und die Straßenbrücke der Bundesstraße 102 zwischen Pritzerbe und Fohrde führen, eingeengt. Einzige Zuflüsse sind künstlich angelegte Gräben. Der Rote Graben mündet im Nordosten in den See ein und führt Wasser aus Feuchtgebieten und kleineren Seen, beispielsweise dem Weißen See und dem Weißen Fenn Marzahne zu. Weitere Gräben münden bei Hohenferchesar und im Süden, aus den Bruchwiesen kommend ein. Am beziehungsweise im Pritzerber See wurden mehrere mittelsteinzeitliche Artefakte beispielsweise aus Geweih und Harpunen und Fischspieße gefunden. Eine Vielzahl der Exponate befindet sich heute in einer Dauerausstellung im Kreismuseum Jerichower Land in Genthin.

MorphologieBearbeiten

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Der Pritzerber See entstand nach der letzten, der Weichselkaltzeit. Von Nordosten aus Skandinavien drangen Eismassen nach Mitteleuropa vor. Der See bildete sich in einem Rinnenbecken, dem Pritzerber Gletscherzungenbecken. Die sich im Gletscherzungenbecken gebildete Rinnenbeckenreihe, lässt sich nach Nordwesten weiter verfolgen.[1] So ist beispielsweise das Weiße Fenn Marzahne ebenfalls dieser Rinne zuzurechnen. Von Süden, vom Plauer See bis zum Pritzerber See wird sie von der Havel als Flussbett genutzt. Sie verläuft parallel zur Beetzseerinne und zur Bohnenlandrinne des Gördensees und Bohnenländer Sees im südlichen Anschluss an das Marzahner Gletscherzungenbecken. Nordöstlich queren Dünenzüge die Rinne im Bereich der Marzahner Heide und der Ketzürer Heide, sodass sie sich bis zum Havelländischen Luch mehr und mehr verliert.[2]

SchutzgebieteBearbeiten

Der Pritzerber See liegt in mehreren nationalen und europäischen Schutzgebieten. Dies sind das Naturschutzgebiet Untere Havel Süd, das Landschaftsschutzgebiet Westhavelland, der Naturpark Westhavelland, das FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) Niederung der Unteren Havel/Gülper See und das SPA-Gebiet (europäisches Vogelschutzgebiet) Niederung der Unteren Havel.[3]

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans-J. Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen transpress Verlag Berlin div. Jahrgänge ISBN 3-344-00115-9
  • Schriften des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e. V. div. Jahrgänge. WESKA (Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender), Binnenschifffahrts-Verlag, Duisburg-Ruhrort
  • Folke Stender: Redaktion Sportschifffahrtskarten Binnen 1. Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4, S. 19
  • Autorenkollektiv: W. Ciesla, H. Czesienski, W. Schlomm, K. Senzel, D. Weidner, Schiffahrtskarten der Binnenwasserstraßen der Deutschen Demokratischen Republik 1:10.000, Band 3 Herausgeber: Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR, Berlin 1988, S. 22

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pritzerber See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Roland Weiße: Beiträge zur weichselkaltzeitlichen Morphogene des Elbhavelwinkels. Schriftreihe der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Potsdam April 2003, ISBN 3-935024-73-8. S. 74, Abb. 4.4.1.
  2. Brandenburg an der Havel und Umgebung, Sebastian Lentz, Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln, 2006, S. 89.
  3. Teilblatt Nordwest Schutzgebiete. (PDF) In: Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan. Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung, archiviert vom Original am 7. August 2011; abgerufen am 16. Oktober 2013.