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Preitenegg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Preitenegg
Preitenegg (Österreich)
Preitenegg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Wolfsberg
Kfz-Kennzeichen: WO
Fläche: 68,36 km²
Koordinaten: 46° 56′ N, 14° 55′ OKoordinaten: 46° 56′ 25″ N, 14° 55′ 18″ O
Höhe: 1078 m ü. A.
Einwohner: 932 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 9451
Vorwahl: 04354
Gemeindekennziffer: 2 09 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Preitenegg 5
9451 Preitenegg
Website: www.preitenegg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Kogler (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(11 Mitglieder)

5 ÖVP, 4 SPÖ, 2 FPÖ

5
4
2
Insgesamt 11 Sitze
Lage von Preitenegg im Bezirk Wolfsberg
Bad St. Leonhard im LavanttalFrantschach-Sankt GertraudLavamündPreiteneggReichenfelsSankt AndräSankt Georgen im LavanttalWolfsbergSankt Paul im LavanttalLage der Gemeinde Preitenegg im Bezirk Wolfsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Pfarrkirche St Nikolaus

Preitenegg ist eine Gemeinde mit 932 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Gemeindegebiet liegt im oberen Lavanttal an den Hängen der Packalpe und Koralpe in überwiegend gebirgigem Gelände. Der Packsattel (1169 m), die Hebalm und die See Eben markieren auch die Grenze zur Steiermark.

GemeindegliederungBearbeiten

Alle sechs Ortschaften der Gemeinde sind zugleich Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Kleinpreitenegg (61)
  • Oberauerling (56)
  • Oberpreitenegg (140)
  • Preitenegg (267) (Name der KG: Ort)
  • Unterauerling (109)
  • Unterpreitenegg (299)

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung betraf 1288 die Kirche Hl. Nikolaus. Das Patronat hatte das Bistum Lavant. Die Vogtei wurde von der Herrschaft Waldenstein ausgeübt. Eine eigene Pfarre erhielt Preitenegg erst im 15. Jahrhundert.[2]

Türkeneinfall in PreiteneggBearbeiten

Kärnten war in der Zeit von 1473 bis 1529 sechsmal von Türkeneinfällen betroffen, dreimal wurde auch das Lavanttal geplündert. Als im Frühjahr 1532 Sultan Süleyman zum zweiten Mal gegen Wien zog, hatte der Kärntner Landeshauptmann Veit Welzer Vorkehrungen getroffen: Jeder zehnte Kärntner stand unter Waffen und die Koralpe war stark besetzt. Es kam zu mehreren kleinen Kämpfen, die Türken konnten aber zurückgedrängt werden. Am Packsattel jedoch brach eine Schar von 600 Türken ein und erreichte über Auerling reitend St. Leonhard und kam bis knapp vor Hüttenberg, bevor sie von Veit Welzer gestellt und zur Flucht gezwungen wurden.[3]

Die Pest in PreiteneggBearbeiten

Anfang 1680, als die Pest in Hirschegg und Edelschrott wütete, wurden Sicherheitsvorkehrungen in Kärnten getroffen. Dennoch wurde im Mai 1680 die Seuche vom Bauer Lipp, vulgo Pötzl, in Preitenegg eingeschleppt. Da die Bevölkerung versuchte, die Krankheit zu verheimlichen, waren bereits 3 Häuser betroffen und 7 Personen gestorben, als der Pestkommissär davon erfuhr. Am 2. Juni wurden die Gottesdienste in Preitenegg aufgehoben und alle Zusammenkünfte von Menschen verboten. Ein Arzt wurde bestellt, der gegen Bezahlung eine Keusche in Auerling bezog und mit mehreren Pflegerinnen die Pestkranken betreute. Die betroffenen Häuser wurden niedergebrannt, das Haus des Pötzl in ein Lazarett verwandelt und von Militärwachen umstellt. Dennoch starben in Preitenegg 77 von insgesamt 188 Einwohnern, in Auerling starben 34 Menschen.[4]

InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde war immer durch den Verkehr geprägt, da sie an einem wichtigen Alpenübergang, dem Packsattel, liegt. Diese Verbindung zwischen Klagenfurt und Graz bzw. Italien und Wien/Ostmitteleuropa war bis ins 18. Jahrhundert nur ein Saumweg, dann eine einfache Fahrstraße und wurde schließlich zwischen 1930 und 1936 zur Packer Bundesstraße ausgebaut. Seit der Fertigstellung der weiter nördlich verlaufenden Süd Autobahn (A 2) in den 1980er Jahren ist der Ort Preitenegg weitgehend vom mehrspurigen Verkehr entlastet.

BevölkerungBearbeiten

Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Preitenegg 1.129 Einwohner, davon waren 99,1 % österreichische Staatsbürger. 96,9 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 1,6 % zur evangelischen Kirche. 1,3 % der Bevölkerung war ohne religiöses Bekenntnis.

Die Anzahl der Einwohner nimmt seit 1951 kontinuierlich ab. Die Gründe dafür sind eine leicht negative Geburtenbilanz und eine starke Abwanderung.

Daneben gibt es eine große Zahl von beruflichen Auspendlern mit einer Spitze bei der Entfernung 30 – 39 km.[5]

 

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind insbesondere Forstwirtschaft, Holzverarbeitung und Sommertourismus.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht seit 2015 aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl nur mehr aus 11 Mitgliedern (zuvor 15) und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[6]

BürgermeisterBearbeiten

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2003 Franz Kogler (ÖVP).[7]

Die Bürgermeisterwahl am 1. März 2015 brachte keine Entscheidung, sodass am 15. März 2015 eine Stichwahl stattfand, bei der sowohl Bürgermeister Franz Kogler, als auch der Herausforderer Rochus Münzer (SPÖ) gleich viele (365) Stimmen erhielten (Wahlbeteiligung: 88,88 %), wodurch am 29. März 2015 eine zweite Stichwahl erforderlich war.[8] Bei dieser konnte sich bei einer Wahlbeteiligung von knapp 95 % Franz Kogler mit 407 Stimmen gegen Rochus Münzer (372 Stimmen) durchsetzen.[9]

WappenBearbeiten

Im Wappen von Preitenegg spiegelt der grüne Schildgrund den land- und forstwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde wider, der mit drei schwarzen Fäden belegte goldenen Linkspfahl symbolisiert in stilisierter Form die Autobahn, Bischofsstab und die drei Kugeln verweisen auf den Pfarrpatron St. Nikolaus.

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

„In Grün ein goldener, verbreiterter, mit drei schwarzen Fäden – die beiden äußeren gemindert – belegter Linkspfahl, vorne von drei goldenen schrägrechts gestellten Kugeln und einem goldenen wachsenden Bischofsstab begleitet.“[10]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 2. März 2004 verliehen. Die Fahne ist Gold-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Im Ortsteil Oberpreitenegg befindet sich der Berghof der Familie Schell; Maria Schell (am 26. April 2005 hier verstorben) und ihr jüngerer Bruder Maximilian Schell haben hier einen Teil ihrer Kindheit verbracht, bevor sie Weltstars in den Bereichen Film und Theater wurden. Beide sind auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt worden. Den Berghof bewohnt nun die Opernsängerin Iva Schell, die Witwe von Maximilian Schell.
  • Maximilian Schell (1930–2014), Schauspieler, Oscarpreisträger, Regisseur und Produzent, Verleihung der Ehrenbürgerschaft 2005.
  • Anton Kreuzer (* 14. Juni 1932 in Unterpreitenegg) ist ein österreichischer Publizist.

TriviaBearbeiten

Im November 2015 wurde ein Softwarefehler in Navigationsgeräten des Herstellers Garmin bekannt, der im Forum schon im April 2015 angemerkt worden ist.[11] Er führte dazu, dass den Autofahrern europaweit bei allen Verkehrsstörungen eine Ausweichroute über Preitenegg angezeigt wurde.[12] Die Anwender des Navi mussten auf die Beseitigung dieses Fehlers bis Anfang 2016 warten.[13]

LiteraturBearbeiten

  • Anton Kreuzer: Die Schuchzentrale, Kreuzer Buch, Klagenfurt 2006
  • Anton Kreuzer: Wo die Sonnentage süße Würze kochen – Das Lavanttaler Bergdorf Preitenegg. Kreuzer Buch, Klagenfurt am Wörthersee 2011

WeblinksBearbeiten

  Commons: Preitenegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Gemeinde Preitenegg, Chronik. Abgerufen am 13. März 2019.
  3. Freie Stimmen, Die Einfälle der Türken in das Lavanttal, 25. Jahrgang. 1. Januar 1905, abgerufen am 13. März 2019.
  4. Unterkärntner Nachrichten, Preitenegg, Nr. 48. 6. Dezember 1935, abgerufen am 13. März 2019.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Preiteneg. Abgerufen am 24. Januar 2019.
  6. Land Kärnten: Gemeinderatswahl 2015, abgerufen am 26. März 2015
  7. Gemeinde Preitenegg: Bürgermeister, abgerufen am 26. März 2015.
  8. ORF Kärnten vom 15. März 2015: Preitenegg: Gleichstand bei Stichwahl, abgerufen am 26. März 2015
  9. ORF Kärnten vom 29. März 2015: Kogler bleibt Bürgermeister von Preitenegg, abgerufen am 30. März 2015
  10. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 220
  11. Garmin Forum
  12. orf.at – Navi-Fehler: Alle Wege führen nach Preitenegg. Artikel vom 20. November 2015, abgerufen am 20. November 2015.
  13. Garmin Forum