Präsidentschaftswahl in Frankreich 1969

Wahl
Präsidentenwahl 1969 – Erster Wahlgang
Pompidou (UDR)
  
44,5 %
Poher (CD)
  
23,3 %

Duclos (PCF)
  
21,3 %
Defferre (SFIO)
  
5 %
Andere
  
5,9 %
Präsidentenwahl 1969 – Zweiter Wahlgang
Pompidou (UDR)
  
58,2 %

Poher (CD)
  
41,8 %

Die Französische Präsidentschaftswahl 1969 fand am 1. und 15. Juni 1969 statt. Der Gaullist Georges Pompidou gewann die Stichwahl gegen Alain Poher. Er wurde für sieben Jahre (Septennat) zum Staatspräsident Frankreichs gewählt. Pompidou starb zwei Jahre vor dem Ende seiner Amtszeit; im Mai 1974 fand deshalb eine vorgezogene Präsidentschaftswahl statt.

AusgangslageBearbeiten

Die Wahl war durch den Rücktritt Charles de Gaulles am 28. April 1969 nötig geworden. De Gaulle hatte ein Referendum verloren (53,5 Prozent Gegenstimmen), das die Dezentralisierung durch die Anerkennung der Regionen als Collectivité territoriale voranbringen sollte.

Für die Gaullisten trat der frühere Premierminister Georges Pompidou an; er war wegen des Wirtschaftswachstums während seiner Amtszeit (1962 bis 1968) und der Bewältigung des Mai 1968 bei den Konservativen sehr populär. Die Parti communiste français bot der sozialdemokratischen SFIO angesichts der schwierigen Ausgangslage die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten an, was die SFIO aber ablehnte. Die PCF trat mit Jacques Duclos an und die SFIO mit Gaston Defferre, unterstützt von Pierre Mendès France. Die überraschende Kandidatur des zentristischen Übergangspräsidenten Alain Poher minderte die Chancen des linken Lagers weiter. Poher hatte die Gegner der von de Gaulle geplanten Reform angeführt. Die beiden Kandidaten Michel Rocard von der linkssozialistischen Parti socialiste unifié und Alain Krivine von der trotzkistischen Ligue communiste révolutionnaire standen der 68er-Bewegung nahe (siehe auch Mai 1968 in Frankreich), wobei Krivine wesentlich radikaler war.

ErgebnisseBearbeiten

Erste RundeBearbeiten

Kandidat Stimmen Anteil[1]
Georges Pompidou 10.051.816 44,47 %
Alain Poher 5.268.561 23,31 %
Jacques Duclos 4.808.285 21,27 %
Gaston Defferre 1.133.222 5,01 %
Michel Rocard 816.471 3,61 %
Louis Ducatel 286.447 1,27 %
Alain Krivine 239.106 1,06 %

Duclos erreichte mit mehr als zwanzig Prozent der Stimmen das beste Ergebnis der Kommunisten bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich überhaupt. Defferre litt stark unter der beidseitigen Konkurrenz (Poher, Duclos) und kam nur auf fünf Prozent der Stimmen.

Zweite RundeBearbeiten

 
Ergebnisse der zweiten Runde: Dunkelblau Pompidou, hellblau Poher
Kandidat Stimmen Anteil[2]
Georges Pompidou 11.064.371 58,21 %
Alain Poher 7.943.118 41,78 %

Mit einer komfortablen Mehrheit wurde Pompidou zum französischen Präsidenten gewählt. Er amtierte vom 20. Juni 1969 bis zu seinem Tod am 2. April 1974.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Ergebnisse der ersten Runde auf der Website des Verfassungsrats
  2. Die Ergebnisse der zweiten Runde auf der Website des Verfassungsrats