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Präfektur Tokio

Regierungssitz von Japan, eine von 47 Präfekturen Japans

Die Präfektur Tokio (japanisch 東京都 Tōkyō-to, englisch Tokyo Prefecture oder in Eigenbezeichnung Tokyo Metropolis, oft nur Tokyo) ist eine der Präfekturen Japans und liegt größtenteils in der Kantō-Ebene. Sie ist mit über 13 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Präfektur Japans, aber mit nur 2.000 km² zugleich die drittkleinste. Sitz der Präfekturverwaltung ist der [Sonder-]Bezirk Shinjuku, auch wenn für geographische Zwecke, z. B. auf staatlichen Landkarten, oft nach wie vor ganz Tokio als Präfekturhauptstadt betrachtet wird,[1] obwohl es als Verwaltungseinheit 1943 abgeschafft wurde.

Tōkyō-to
東京都
SüdkoreaNordkoreaRusslandChinaPräfektur OkinawaPräfektur KagoshimaPräfektur KumamotoPräfektur MiyazakiKurilen (de-facto Russland - beansprucht von Japan als Teil der Region Hokkaido)Präfektur KagoshimaPräfektur MiyazakiPräfektur KumamotoPräfektur SagaPräfektur NagasakiPräfektur FukuokaPräfektur ŌitaPräfektur YamaguchiPräfektur HiroshimaPräfektur ShimanePräfektur TottoriPräfektur OkayamaPräfektur HyōgoPräfektur OsakaPräfektur KyōtoPräfektur ShigaPräfektur NaraPräfektur WakayamaPräfektur MiePräfektur AichiPräfektur FukuiPräfektur GifuPräfektur IshikawaPräfektur ToyamaPräfektur NaganoPräfektur ShizuokaPräfektur YamanashiPräfektur KanagawaPräfektur TokioPräfektur SaitamaPräfektur ChibaPräfektur IbarakiPräfektur GunmaPräfektur TochigiPräfektur NiigataPräfektur FukushimaPräfektur YamagataPräfektur MiyagiPräfektur AkitaPräfektur IwatePräfektur AomoriHokkaidōPräfektur KagawaPräfektur EhimePräfektur KōchiPräfektur TokushimaLage der Präfektur Tokio in Japan
Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Shinjuku, Tokio
Region: Kantō
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 2.187,50 km²
Wasseranteil: %
Einwohner: 13.843.403
(1. Oktober 2018)
Bevölkerungsdichte: 6328 Einw. pro km²
Landkreise: 1
Gemeinden: 39 + 23 Bezirke Tokios
ISO 3166-2: JP-13
Gouverneur: Yuriko Koike
Website: www.metro.tokyo.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Tokio
Präfekturbaum: Ginkgo
Präfekturblume: Yoshino-Kirschblüte
Präfekturvogel: Lachmöwe
Präfekturlied: Tōkyō-shika / Tōkyō-toka
(„Lied der Stadt Tōkyō“ /
„Lied der Präfektur Tōkyō“)
Tag der Bürger: 1. Oktober

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Topographische Karte des zusammenhängenden Teils der Präfektur Tokio auf der Hauptinsel Honshū
 
Grafik der Präfektur Tokio mit den Bezirken (Gelb) und Städten und Gemeinden (Grün) ohne die Izu- und Ogasawara-Inseln.

Die 23 Bezirke (, ku) im östlichen Teil bilden mit einer Gesamtfläche von etwa 621 km² und über 9 Mio. Einwohnern (Stand Mai 2015) den urbanen Kernbereich Tokio.

Im mittleren Teil schließen sich nahtlos weitere Großstädte an. Allein Hachiōji, die größte davon, hat über eine halbe Million Einwohner. Der westliche Teil dagegen liegt auf Ausläufern der Japanischen Alpen, ist nur dünn besiedelt und mit seiner Gebirgslandschaft landschaftlich reizvoll (unter anderem um den Okutama-See). Höchster Punkt der Präfektur ist der Gipfel des Kumotoriyama (2017,1 m) auf der Grenze zu den Präfekturen Saitama und Yamanashi. Der mittlere und westliche Teil wird zusammen auch als Tama-Gebiet bezeichnet und hat auf 1.169 km² über 4 Mio. Einwohner.

Der Westen wird durch den Tamagawa entwässert, an seinem Unterlauf bildet der Fluss die Südgrenze Tokios zu Kanagawa. Die große Bedeutung, die der Tamagawa historisch für die Wasserversorgung der Stadt Edo/Tokio hatte, war ein Hauptgrund für die Annexion des Tama-Gebiets 1893. In den Bezirken im Osten gibt es einige kurze Flüsse, die direkt in die Bucht von Tokio münden und teilweise durch die Burggräben und Kanäle der Tokugawa mit dem Arakawa-System verbunden sind. Ganz im Osten und im Norden sammeln der im frühen 20. Jahrhundert gebaute Arakawa[-Entwässerungskanal] und der Sumidagawa (der vorherige Unterlauf des Arakawa vom 17. bis zum 20. Jahrhundert) die meisten Flüsse. Die Ostgrenze von Tokio zu Chiba bilden der heutige Edogawa (im 17. Jahrhundert während der Umleitungsmaßnahmen der Tokugawa zum Hochwasserschutz zeitweise der Unterlauf des Tonegawa, davor unter den Namen Ōigawa oder Futoigawa ursprünglich östlich des Tonegawa der Unterlauf des Watarasegawa) und sein heutiger Mündungsarm Kyū-Edogawa („Alt-/Ex-Edogawa“). Die Nordgrenze zu Saitama in der Kantō-Ebene wird nur abschnittsweise von Flüssen markiert. Im Westen bildet ein Kamm des Kantō-Gebirges teilweise die Grenze zu Yamanashi und Kanagawa und zugleich die Wasserscheide zwischen Tamagawa und Sagamigawa. Ganz im Nordwesten bilden Bergkämme links des Tamagawa die Grenzen zu Yamanashi und Saitama.

Schließlich gehören zur Präfektur Tokio auch mehr als 60 kleine Inseln im Pazifik südlich von Honshū. 20 davon gehören zu den Izu-Inseln, von denen die nördlichste, Izu-Ōshima, auch die größte ist. Südlich davon liegen die Ogasawara-Inseln, mehr als 1.000 km von der Kantō-Ebene entfernt, die nur mit einer 24-stündigen Schiffsreise erreichbar sind. Sie zählen seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Während der Hauptteil der Präfektur zur gemäßigten Klimazone gehört, sind die Ogasawara-Inseln bereits in den Subtropen. Mit den Inseln Okinotorishima und Minami-Torishima gehören auch der südlichste und der östlichste Teil des japanischen Staatsgebiets zur Präfektur Tokio.

Teilweise oder ganz in der Präfektur liegen die Chichibu-Tama-Kai-, Fuji-Hakone-Izu- und Ogasawara-Nationalparks sowie der Meiji-no-Mori-Takao-Quasi-Nationalpark. Außerdem gibt es in Tokio sechs Präfekturnaturparks (toritsu shizen kōen).[2]

GeschichteBearbeiten

 
Ursprüngliches Gebiet der 1893 an Tokio übertragenen San-Tama (三多摩, „drei Tama[-Landkreise]“) Nishi- („West-“, orange), Kita- („Nord-“, gelb) und Minami-Tama („Süd-Tama“, grün) – alle Landkreise östlich davon wurden 1932 Teil der Stadt Tokio.

Die Präfektur Tokio wurde 1868 in der Meiji-Restauration zunächst für kurze Zeit als Präfektur Edo, Edo-fu, nach der Umbenennung Edos in Tokio im selben Jahr dann als Tōkyō-fu (東京府) eingerichtet. Im Gegensatz zu den meisten übrigen Präfekturen, die als ken errichtet wurden, wurden neun städtische Gebiete, die durch Bugyō direkt vom Shōgun verwaltet worden waren, als fu eingerichtet. Darunter waren insbesondere die Hauptstädte Edo, Kyōto und Osaka, zunächst auch die in den ungleichen Verträgen geöffneten Vertragshäfen. Letztere wurden aber bereits 1869 in ken umgewandelt.

Das Territorium der Präfektur entsprach anfangs etwa dem der späteren Stadt Tokio. Nach der Abschaffung des Lehenssystems (Han) und der flächigen Einteilung Japans in Präfekturen 1871 wurden die Präfekturen Kosuge und Shinagawa sowie Teile von Ōmiya/Urawa Tokio zugeschlagen, das sich damit auf die späteren Landkreise Ebara, Ost-Tama und Süd-Toshima (1896 zu Toyotama vereinigt), Nord-Toshima, Süd-Adachi und Süd-Katsushika ausdehnte. Weitere Gebiete folgten: 1878 die Izu-Inseln von Shizuoka, 1880 die Ogasawara-Inseln und 1893 die drei westlichen Teile des Landkreises Tama von Kanagawa. Dadurch gehörten auch ländliche Regionen und abgelegene Inseln zu Tokio.

1878 wurde erstmals ein Präfekturparlament (fukai) mit 49 Mitgliedern gewählt. 1889 unterteilte die Regierung die Präfekturen in die heute noch bestehenden Gemeindeformen: Auf dem Gebiet der Präfektur Tokio entstanden die [kreisfreie] Stadt Tōkyō und in den umliegenden Landkreisen [kreisangehörige] Städte (Machi) und Dörfer (Mura).[3] Allerdings blieb der vom Innenministerium ernannte Gouverneur der Präfektur in Personalunion Bürgermeister der Stadt Tokio – eine Regelung, die zunächst für alle „drei Hauptstädte“ (santo) galt, also neben Tōkyō auch für die Städte Kyōto und Osaka. Erst am 1. Oktober 1898 erhielt die Stadt Tokio eine von der Präfekturverwaltung von Tokio unabhängige Verwaltung und damit eine, wenn auch aus Nachkriegsperspektive begrenzte, Selbstverwaltung. 1922 erklärte die Stadt Tokio den 1. Oktober zum „Selbstverwaltungsgedenktag“ (jichi-kinenbi) – unter gleichem Namen gibt es ihn noch in der bis heute existierenden Stadt Kyōto, wo die eigenständige Stadtverwaltung aber erst am 15. Oktober 1898 eingerichtet wurde.[4] Nach den Nachkriegsreformen, mit der auch die Präfektur wie die Gemeinden in Tokio eine erheblich ausgeweitete Selbstverwaltung erhielt, erklärte 1952 die Präfektur als Nachfolger sowohl der Präfektur (-fu) wie der Stadt (-shi) Tokio, den 1. Oktober in einer Präfektursatzung zum „Tag der Präfekturbürger“ (都民の日, tomin no hi).[5][6]

1943 wurden mit dem Tōkyō-tosei Stadt und bisherige Präfektur Tokio aufgelöst und die Hauptstadtpräfektur Tōkyō-to eingerichtet. Die Bürgermeister der Bezirke Tokios unterstanden nun direkt der Präfektur Tokio und der Gouverneur hieß tōkyō-to-chōkan (東京都長官). Nach dem Ende des Pazifikkrieges wurde die Verwaltung wie in den übrigen Präfekturen demokratisiert: Ab 1947 wurde der Gouverneur vom Volk gewählt. Allerdings blieb der Sonderstatus des ehemaligen Stadtgebiets von Tokio teilweise erhalten, die Bezirke erhielten aber eine größere Autonomie und haben inzwischen weitgehend die gleichen Rechte wie die übrigen Gemeinden im Land.

Die zweite kreisfreie Stadt (shi) in der Präfektur wurde 1917 Hachiōji, 1940 folgte Tachikawa – nach der Auflösung der Stadt Tokio 1943 die beiden einzigen shi in Tokio. Beginnend mit Musashino 1947 wurde in den Nachkriegsjahren ein Großteil der Präfektur in kreisfreien Städten organisiert. Von den drei Tama-Landkreisen besteht heute nur noch einer, der seit 1995 noch aus vier nicht mehr zusammenhängenden Gemeinden besteht.

BevölkerungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung seit 1920
 
Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden in Tokio zwischen den Volkszählungen 2005 und 2010
Zunahme
  • >10,0 %
  • 7,5–10,0 %
  • 5,0–7,5 %
  • 2,5–5,0 %
  • 0,0–2,5 %

  • Abnahme
  • 0,0–2,5 %
  • 2,5–5,0 %
  • 5,0–7,5 %
  • 7,5–10,0 %
  • >10,0 %
  • Am 1. Juli 2011 hatte die Präfektur Tokio 13.190.383 Einwohner (6.547.551 Männer und 6.642.832 Frauen), die in 6.445.202 Haushalten lebten. Nur 3,1 % der Gesamtbevölkerung (410.184) sind registrierte Ausländer.[7]

    WirtschaftBearbeiten

    Das „Bruttoinlandsprodukt“ der Präfektur Tokyo betrug im Fiskaljahr 2006 92,3 Billionen Yen (rund 590 Mrd. Euro),[8] das entspricht knapp einem Fünftel des gesamten japanischen Inlandsproduktes.

    Dienstleistungen spielen die Hauptrolle in der Tokioter Wirtschaft: Von den 2006 rund 8,7 Millionen Beschäftigten in Tokio – davon mehr als 7,2 Millionen auf dem Gebiet der 23 Bezirke – waren weniger als 1,4 Millionen in Industrie, Bau, Energie-, Gas- und Wasserversorgung und nur gut 6.000 in Bergbau, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft tätig.[9] In Tokio befinden sich die Unternehmenszentralen zahlreicher japanischer Unternehmen und viele Niederlassungen ausländischer Konzerne. Die Tokioter Börse ist die größte Japans und Tokio ist einer der bedeutendsten Finanzplätze Asiens und der Welt.

    Die Einkommen, aber auch die Lebenshaltungskosten in Tokio sind hoch. Das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen (nur Beschäftigte) in Tokio betrug 2006 rund 570.000 Yen, von denen rund 428.000 Yen als Lebenshaltungskosten ausgegeben wurden.[10]

    Der Mindestlohn ist in Tokio mit derzeit (1. Oktober 2018–Oktober 2019) 985 Yen der höchste unter allen 47 Präfekturen.[11][12]

    Politik und VerwaltungBearbeiten

     
    Das [Haupt-]Gebäude der Präfekturverwaltung von Tokio (東京都庁舎, Tōkyō tochō-sha), in Nishi-Shinjuku im Bezirk Shinjuku, 1991 erbaut von Kenzō Tange (engl. Tokyo Metropolitan Government Building in Nishi-Shinjuku, Shinjuku City).
     
    Der Sitz des Tokioter Parlaments im gleichen Gebäudekomplex.
     
    Das 1989 offiziell eingeführte Symbol der Präfektur, das einem Blatt des Präfekturbaums Ginkgo ähnelt, stellt stilisiert Tokios Anfangsbuchstaben T im lateinischen Alphabet dar.[13]
    Fraktionsstärken im Präfekturparlament
    (Stand: 19. Dezember 2017; 1 Vakanz)[14]
             
    Insgesamt 126 Sitze

    An der Spitze der Präfekturverwaltung von Tokio (Tōkyō tochō; engl. Tokyo Metropolitan Government, TMG) steht wie in allen Präfekturen der Gouverneur (東京都知事, Tōkyō tochiji). Bei der Gouverneurswahl in Tokio 2016 wurde die ehemalige LDP-Abgeordnete und Ministerin, Yuriko Koike zur Nachfolgerin des über einen Spesenskandal zurückgetretenen Yōichi Masuzoe gewählt. Koike hatte ihre Kandidatur vor dem und im Ergebnis gegen den Nominierungsprozess der LDP erklärt[15] und gründete 2017 ihre eigene Präfekturpartei, die Tomin First no Kai.

    Das Präfekturparlament Tokio (東京都議会, Tōkyō togikai) ist für die Legislative und den Haushalt verantwortlich. Außerdem stimmt es über wichtige Personalentscheidungen des Gouverneurs, darunter die Vizegouverneure, ab.[16] Die 127 Mitglieder werden in 42 Wahlkreisen durch nicht übertragbare Einzelstimmgebung gewählt. Bei der letzten Wahl am 2. Juli 2017 gewann Koikes „Regierungsbündnis“ – im engeren Sinne gibt es in Präsidialsystemen aber keine Regierungs- oder Oppositionsparteien – aus Koikes Tomin First no Kai (49 Sitze+6 nachnominierte Unabhängige), Kōmeitō (23 Sitze) und Tōkyō Seikatsusha Network (1 Sitz), der Tokioter Mitgliedspartei des Shimin Network, zusammen eine absolute Mehrheit. Die vorher stärkste und erklärte Präfektur„oppositions“partei LDP verzeichnete mit 23 Sitze ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die Kommunistische Partei Japans, die sich wie auch die kleineren Parteien gegenüber Koikes Politik „neutral“ erklärt hat, wurde mit 19 Sitzen viertstärkste Kraft. Die Minshintō (Demokratische Fortschrittspartei) fiel auf fünf Sitze zurück, die Nippon Ishin no Kai verteidigte ihren einzigen Sitz.

    Die Präfektur Tokio übernimmt von den 23 Bezirken bestimmte Verwaltungsaufgaben, die in anderen Präfekturen den Kommunen zustehen. Dazu gehören öffentliche Dienstleistungen wie die Feuerwehr und Infrastrukturbereiche wie die Wasserversorgung. Zu diesem Zweck erhält sie einige der kommunalen Steuern aus den Bezirken und weist diesen wiederum Mittel entsprechend ihrer Bevölkerung zu.[17] Die Izu- und Ogasawara-Inseln werden durch vier Unterpräfekturen verwaltet, die bei der Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) angesiedelt sind.

    Ins nationale Parlament wählt die Präfektur 25 Shūgiinabgeordnete direkt – nach der Wahl 2017 19 Liberaldemokraten, ein Kōmeitō-Mitglied, vier Konstitutionelle Demokraten und ein Mitglied von Koikes Partei der Hoffnung – und seit 2016 sechs statt bisher fünf Sangiinabgeordnete pro Teilwahl (also 2016–2019 zusammen vorübergehend elf), nach den Wahlen 2013 und 2016 und Parteiumbildungen seither vier Liberaldemokraten, je zwei Mitglieder von Kōmeitō und KPJ sowie je eines von Demokratischer Fortschrittspartei, Konstitutionell-Demokratischer und Liberaler Partei.

    CO2-EmissionshandelBearbeiten

    Mit dem Fiskaljahr 2010 begann in der Präfektur Tokio am 1. April 2010 ein verpflichtendes Programm für den Emissionsrechtehandel von Industrie und Büros. Der eigentliche Handel, also die Sanktionierung von zu hohen Emissionen, soll nach einer endgültigen Festsetzung der Emissionszuteilungen 2011 beginnen. Im Zeitraum 2010 bis 2014 müssen danach die Treibhausgasemissionen um sechs bis acht Prozent, bis 2019 um 17 Prozent gesenkt werden.[18][19]

    Internationale PartnerschaftenBearbeiten

    Obwohl die Präfektur Tokio keine Stadt ist, unterhält sie zwittermäßig sowohl (quasi als Stellvertreter der nicht-existierenden Stadt Tokio) zahlreiche Städtepartnerschaften mit Weltstädten, als auch Regionalpartnerschaften. Daneben unterhalten die Hauptstadtbezirke und Städte der Region auch eigene Städtepartnerschaften.

    Neben den elf Städte- und Regionenpartnerschaften ist die Präfektur Tokio Teil des ANMC21 (Asian Network of Major Cities 21),[20] einer Kooperation von asiatischen Hauptstädten und Hauptstadtregionen.[21] Außerdem unterhält sie eine politische Kooperation mit der Greater London Authority, die im Jahr 2006 vereinbart wurde. Seitdem ist die Präfektur Tokio auch Mitglied der 2005 von Greater London initiierten C40 Large Cities Climate Leadership Group.[22][23][24]

    StädtepartnerschaftenBearbeiten

    RegionenpartnerschaftenBearbeiten

    VerwaltungsgliederungBearbeiten

     
    Die Tokioter Autobahn Nr. 4 führt, später als Chūō-Autobahn, von den Bezirken durch einige der Städte im Westen Tokios.
     
    Oberlin-Universität in Machida, eine von über 100 Universitäten in der Präfektur.
     
    Der Berg Hinode in der gleichnamigen Gemeinde im dünn besiedelten Westen Tokios.
     
    Die Izu-Inseln, Teil des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks
     
    Präfekturgrenzschild von Tokio bei der Einfahrt in die Stadt Kiyose

    Seit 2001 gibt es in Tokio noch 62 Gemeinden (1893 waren es mehr als 150 und 1953 knapp 100, siehe Liste ehemaliger Gemeinden in der Präfektur Tokio): 23 (Sonder-)Bezirke ([tokubetsu]-ku), 26 [kreisfreie] Städte (-shi), 5 [kreisangehörige] Städte (-machi) und 8 Dörfer (-mura). Die machi und mura auf Inseln weisen in Tokio die Besonderheit auf, dass sie nie zu einem der – als Verwaltungseinheit im 20. Jahrhundert abgeschafften, als geographische Einheit aber bis heute verwendeten – Landkreise (-gun) gehört haben, sondern durch Unterpräfekturen (-shichō) bis heute enger an die Präfekturverwaltung gebunden sind.

    Liste der Gemeinden der Präfektur Tokio[25]
    Gemeinde Typ Kreis/​Unterpräfektur Fläche
    (1. Okt. 2016)[26]
    Einwohner­zahl
    (1. Oktober 2018)
    Shinjuku
    (Sitz der Präfekturverwaltung)
    -ku 18,22 km² 346.958
    Adachi -ku 53,25 km² 680.269
    Arakawa -ku 10,16 km² 217.265
    Bunkyō -ku 11,29 km² 230.184
    Chiyoda -ku 11,66 km² 63.165
    Chūō -ku 10,21 km² 160.889
    Edogawa -ku 49,90 km² 693.616
    Itabashi -ku 32,22 km² 578.127
    Katsushika -ku 34,80 km² 452.761
    Kita -ku 20,61 km² 351.663
    Kōtō -ku 40,16 km² 515.029
    Meguro -ku 14,67 km² 285.110
    Minato -ku 20,37 km² 256.415
    Nakano -ku 15,59 km² 338.069
    Nerima -ku 48,08 km² 735.212
    Ōta -ku 60,75 km² 734.381
    Setagaya -ku 58,05 km² 929.448
    Shibuya -ku 15,11 km² 231.700
    Shinagawa -ku 22,84 km² 403.338
    Suginami -ku 34,06 km² 579.877
    Sumida -ku 13,77 km² 266.605
    Taitō -ku 10,11 km² 205.659
    Toshima -ku 13,01 km² 300.179
    Zwischensumme „Tokio
    (ehemals Tokio)
    23 -ku
    (-shi)
    626,79 km² 9.555.919
    Hachiōji
    („Kernstadt“)
    -shi 186,38 km² 577.254
    Akiruno -shi 73,47 km² 80.242
    Akishima -shi 17,34 km² 111.942
    Chōfu -shi 21,58 km² 237.637
    Fuchū -shi 29,43 km² 263.835
    Fussa -shi 10,16 km² 58.184
    Hamura -shi 9,90 km² 55.004
    Higashikurume -shi 12,88 km² 116.309
    Higashimurayama -shi 17,14 km² 150.101
    Higashiyamato -shi 13,42 km² 84.480
    Hino -shi 27,55 km² 188.990
    Inagi -shi 17,97 km² 90.774
    Kiyose -shi 10,23 km² 75.400
    Kodaira -shi 20,51 km² 194.757
    Koganei -shi 11,30 km² 124.712
    Kokubunji -shi 11,46 km² 126.317
    Komae -shi 6,39 km² 83.003
    Kunitachi -shi 8,15 km² 75.022
    Machida -shi 71,80 km² 433.938
    Mitaka -shi 16,42 km² 191.408
    Musashimurayama -shi 15,32 km² 71.804
    Musashino -shi 10,98 km² 147.607
    Nishitōkyō -shi 15,75 km² 203.258
    Ōme -shi 103,31 km² 134.857
    Tachikawa -shi 24,36 km² 180.214
    Tama -shi 21,01 km² 147.822
    Hinohara -mura Nishitama 105,41 km² 2073
    Hinode -machi Nishitama 28,07 km² 17.226
    Mizuho -machi Nishitama 16,85 km² 32.867
    Okutama -machi Nishitama 225,53 km² 5023
    Aogashima -mura Hachijō 5,96 km² 169
    Hachijō -machi Hachijō 72,23 km² 7249
    Mikurajima -mura Miyake 20,54 km² 340
    Miyake -mura Miyake 55,26 km² 2347
    Ogasawara -mura Ogasawara 104,35 km² 3039
    Kōzushima -mura Ōshima 18,58 km² 1847
    Niijima -mura Ōshima 27,54 km² 2634
    Ōshima -machi Ōshima 90,76 km² 7452
    Toshima -mura Ōshima 4,12 km² 347
    Summe 62 Gemeinden 1 Kreis
    4 Unter­präfekturen
    2.191,00 km² 13.843.403

    Anmerkung: Es gibt mehrere Gebiete mit ungeklärter Gemeindezugehörigkeit, darunter einige, die in der Liste zwar keiner Gemeinde zugerechnet, aber in der Präfekturfläche und ggf. der Zwischensumme für die 23 Bezirke enthalten sind.[26]

    Siehe auchBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

      Commons: Präfektur Tokio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Präfekturverwaltung Tokio, Politisches Planungsamt, Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten: 東京都庁の所在地
    2. Präfekturverwaltung Tokio, Umweltamt (kankyō-kyoku): Naturparks in der Präfektur Tokio (japanisch)
    3. Gemeinden in der Präfektur Tokio seit 1889
    4. Stadtverwaltung Kyōto: 京都市自治記念日について
    5. Präfekturverwaltung Tokio, seikatsu-bunka-kyoku (生活文化局, „Amt für [tägliches] Leben und Kultur“), bunka-shinkō-bu (文化振興部, „Abteilung für Kulturförderung“): 「都民の日」について
    6. 都民の日条例 (tomin no hi jōrei, „Präfekturbürgertagsatzung“)/昭和二七年九月二七日条例第七五号 (jōrei Nr. 75 vom 27. September 1952) in der „REIKI-BASE“ (Digitalisierte Sammlung von Satzungen (jōrei) und Amstverordnungen (kisoku) – zusammen reiki – der Präfektur Tokio)
    7. Tokyo Metropolitan Government News No. 792, Ausgabe Sept. 2011 (an alle Tokioter Haushalte verteiltes Infoblatt der Präfekturverwaltung)
    8. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 16: 都民経済計算, 16-2: 経済活動別都内総生産 (MS Excel; 29 kB)
    9. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 3: 事業所, 3-1: 地域,産業(大分類)別事業所数及び男女別従業者数 (MS Excel; 183 kB)
    10. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 14: 家計, 14-2: 勤め先収入7分位階層別1世帯当たり年平均1か月間の収入と用途別生計支出(勤労者世帯) (MS Excel; 121 kB)
    11. Sozial- und Arbeitsministerium: Liste der Mindestlöhne in allen Präfekturen
    12. 最低賃金 東京27円上げ 全国最高、時給985円に. In: Mainichi Shimbun. 25. Juli 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018 (japanisch).
    13. 都の紋章・花・木・鳥
    14. Präfekturparlament Tokio: Abgeordnete nach Fraktion
    15. Tōkyō Shimbun: Gouverneurswahl 2016
    16. Tokyo Metropolitan Government (TMG): Organizational Structure of TMG
    17. TMG: TMG and the 23 Special Wards
    18. Asia's first cap-trade plan starts in Tokyo. In: The Japan Times. 2. April 2010, abgerufen am 2. April 2010 (englisch).
    19. Präfekturverwaltung Tokio, Umweltabteilung (kankyō-kyoku): 地球温暖化対策 („Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung“), 総量削減義務と排出量取引制度 (japanisch, englisch: Tokyo Cap and Trade)
    20. Website des ANMC21 (japanisch, englisch)
    21. Präfektur Tokio, Politisches Planungsamt, Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten: Partnerstädte und -regionen (japanisch, englisch)
    22. Greater London Authority, 31. Mai 2006: Mayor of London and Governor of Tokyo sign Partnership Agreement
    23. Präfektur Tokio, Umweltamt: C40(世界大都市気候先導グループ)について
    24. Website der C40 (englisch)
    25. Präfekturverwaltung von Tokio: 都内区市町村マップ (japanisch: Karte [und Liste] der Gemeinden zum 1. Januar 2017), Municipalities within Tokyo (englisch [nur Karte und Liste ohne Einwohnerzahl und Fläche])
    26. a b Kokudo Chiriin: 平成28年全国都道府県市区町村別面積調, 13 東京都

    Koordinaten: 35° 41′ N, 139° 42′ O