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Gerichshain ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Machern im Landkreis Leipzig.

Gerichshain
Gemeinde Machern
Koordinaten: 51° 21′ 22″ N, 12° 35′ 0″ O
Höhe: 138 (128–161) m
Fläche: 10,05 km²
Einwohner: 1630 (1997)
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 04827
Vorwahl: 034292
Gerichshain (Sachsen)
Gerichshain

Lage von Gerichshain in Sachsen

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Gerichshain liegt etwa 2,5 Kilometer nordöstlich von Brandis in der Leipziger Tieflandsbucht. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 1,2 Kilometer nahezu in Ost-West-Richtung. Westlich schließt sich unmittelbar das Gewerbegebiet an.
Die Bundesstraße 6 LeipzigWurzen führte bis vor wenigen Jahren direkt durch den Ort, bis sie zur Entlastung der Anwohner aus der Ortslage heraus nach Norden verlegt wurde. Über die Staatsstraße 45 besteht Anschluss an das südlich gelegene Brandis, über die herabgestufte B 6 erreicht man westlich Borsdorf. Zu Gerichshain gehört der östlich der Staatsstraße 45 gelegene Ortsteil Posthausen.

NachbarorteBearbeiten

Cunnersdorf
Borsdorf Posthausen und Machern
Zweenfurth Beucha Brandis

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Gerungishain datiert aus dem 1350. Der frühe Ortsname lässt sich Aufzeichnungen zufolge auf den Bischof Gerung von Meißen zurückführen. Die Endung „-hain“ lässt auf die Rodung des Siedlungsstandortes schließen – die in der Nähe liegenden Ortschaften Ammelshain, Altenhain, Albrechtshain u. a. lassen diesen Schluss zu.
Gerichshain war bis 1516 Leipziger Amtsdorf. Bis es Herzog Georg von Sachsen im Jahr 1512 seinem Hofmeister dem Ritter Rudolf von Bünau auf Brandis für 575 Gulden verkaufte.
Vor der Reformation um 1539 bis 1930 war Gerichshain Filialkirche von Brandis. Seit 1932 ist es Filialkirche von Borsdorf. Der Ortsteil Posthausen (1551 Vorwerk des Ritterguts Brandis), ist seit 1752 nach Gerichshain gepfarrt. Nach 1945 war die kirchliche Organisation entsprechend der politischen Situation häufigen Wechseln unterworfen, meist jedoch mit Borsdorf verbunden. Seit 2001 existiert die Kirchgemeinde Gerichshain-Althen – eine Schwestergemeinde der Kirchgemeinde Borsdorf-Zweenfurth. 1784–85 wurde die Kirche errichtet.

Gerichshain lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Leipzig. Posthausen gehörte zeitweise zum Kreisamt Leipzig bzw. zum Erbamt Grimma.[1] Ab 1856 gehörten beide Orte zum Gerichtsamt Brandis und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Grimma.[2] 1837 erhielt Gerichshain Eisenbahnanschluss an der ersten deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden. 1838 wurde beim östlich gelegenen Posthausen eine Güterladestelle eingerichtet – zeitweise auch Güterbahnhof –, der Güterbahnhof wurde 1998 geschlossen und folgend abgebaut.[3]

Am 1. März 1994 wurde die Gemeinde Gerichshain mit ihrem Ortsteil Posthausen (bis vor 1880 eine eigene Gemeinde, dann nach Gerichshain eingemeindet) ebenso wie die Gemeinde Püchau nach Machern eingemeindet. Die Gemeinde Gerichshain hatte eine Fläche von 10,05 km².[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kirche Gerichshain in der Ortsmitte hat ihr barockes Erscheinungsbild seit dem Jahr 1785, als die Nachfolgerin der abgerissenen Gotteshauses erbaut wurde. Zu ihren Besonderheiten gehören eine hochwertige Trampeli-Orgel von 1803, eine historische, in Stein gehauene Sonnenuhr an der Turm-Rückseite sowie zwei mittelalterliche Glocken.

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl[5][3]
1551 34 besessene Mann, 2 Häusler, 25 Inwohner
1764 52 besessene Mann, 3 Häusler, 14½ Hufen
1803 313
1828 360
1834 376
1855 448
Jahr Einwohnerzahl
1871 476
1880 558
1890 488
1900 731
1905 832
1910 851
Jahr Einwohnerzahl
1925 996
1929 996
1933 1055
1939 1025
1946 1281
1950 1271
Jahr Einwohnerzahl
1951 1281
1964 1049
1990 925
1997 1630

LiteraturBearbeiten

  • Gerichshain. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 110.
  • Cornelius Gurlitt: Gerichshain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 74.
  • Die Parochie Gerichshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 307–316 (Digitalisat)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gerichshain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  2. Die Amtshauptmannschaft Grimma im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. a b vgl. Aus der Chronik Gerichshain (Memento des Originals vom 6. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeindemachern.de, abgerufen am 1. November 2010
  4. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Verzeichnis der Gemeinden im Freistaat Sachsen mit Angaben zur Fläche und Bevölkerung per 31. Dezember 1990, S. 51
  5. vgl. Gerichshain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen