Possehl-Stiftung

Stiftung in Lübeck

Die Possehl-Stiftung in Lübeck entstand aus dem Nachlass des Kaufmanns Emil Possehl (1850–1919), der in seinem Testament vom 9. Juli 1915[1] der Stadt Lübeck sein Vermögen aus seinem Unternehmen[2] mit der Auflage vermachte, die öffentliche Wohlfahrt, den deutsch-patriotischen Geist und die Jugend zu fördern. Zu diesem Zweck kam es, wie Possehl im Testament verfügt hatte, am 17. Mai 1919 zur Gründung der Stiftung.[2] Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens wurde die Stiftung im Jahr 2019 für ihre „außerordentlichen Verdienste für das Gemeinwesen der Stadt“, so Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), mit der höchsten Auszeichnung der Hansestadt Lübeck, der Gedenkmünze Bene Merenti, ausgezeichnet.[3]

Emil Possehl
Gebäude der Possehl-Stiftung in der Beckergrube (2005)

Zwecke der StiftungBearbeiten

 
Hinweis an einem Lübecker Haus

Die gemeinnützigen Zwecke und Ziele der Possehl-Stiftung sind in der Satzung festgeschrieben:

  • Verschönerung der Stadt Lübeck und ihrer öffentlichen Anlagen
  • Unterstützung gemeinnütziger städtischer Einrichtungen, insbesondere solcher, die sich der Jugendförderung widmen
  • Förderung von Kunst und Wissenschaft
  • Förderung von Handel, Schifffahrt, Industrie und Gewerbe zur Ausbildung Jugendlicher
  • Förderung der Wohlfahrt, insbesondere für Kriegsinvaliden und -hinterbliebene

Die Ziele der Stiftung sind unter Berücksichtigung der heutigen Kriterien für Gemeinnützigkeit im Wesentlichen unverändert geblieben.

WirkenBearbeiten

 
Christa Baumgärtel, Seehund, Geschenk der Possehl-Stiftung 1990

Die Stiftung ist alleinige Anteilseignerin des Lübecker Mischkonzerns Possehl.

Bisher wohl größtes Fördergeschenk an die Stadt Lübeck war die Kunsthalle St. Annen als Anbau an das St.-Annen-Kloster unter Einbeziehung der verbliebenen Bausubstanz der ehemaligen St.-Annen-Kirche. Als eigene Projekte betreibt die Stiftung das Europäische Hansemuseum und das Theaterfigurenmuseum Lübeck.

Seit Januar 2016 ist der Unternehmer Max Schön als Nachfolger der Apothekerin Renate Menken Vorsitzender des Vorstands der Stiftung.

Possehl-IngenieurpreisBearbeiten

Seit 1983 zeichnet die Stiftung Absolventen der Technischen Hochschule Lübeck für hervorragende Abschlussarbeiten mit dem Possehl-Ingenieurpreis aus. Er ist mit 5000 Euro dotiert, Förderprämien mit 2500 Euro.[4]

Possehl-Preis für Internationale KunstBearbeiten

Seit 2019 vergibt eine Jury alle drei Jahre den Possehl-Preis für Internationale Kunst. Er ist mit 25.000 Euro dotiert und umfasst zudem die Ausrichtung einer Ausstellung in Lübeck. Ausgezeichnet werden Künstler mit nationalem und internationalem Renommee für ihr Lebenswerk oder für eine herausragende Arbeit oder eine Werkgruppe.[5]

Preisträger

LiteraturBearbeiten

  • Jan-Jasper Fast: Vom Handwerker zum Unternehmer. Die Lübecker Familie Possehl. Schmidt-Römhild, Lübeck 2000, ISBN 3-7950-0471-3.
  • Axel Schildt: Possehl: Geschichte und Charakter einer Stiftung. München: Haufe Lexware 2019 ISBN 9783648133408

WeblinksBearbeiten

Commons: Possehl-Stiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Antjekathrin Graßmann: Lübeckische Geschichte. Schmidt-Römhild. Lübeck 1988, S. 687.
  2. a b Possehl Stiftung: Das Testament Emil Possehls, S. 3. Abgerufen am 11. Mai 2022 (PDF).
  3. Possehl-Stiftung bekommt Ehrendenkmünze der Hansestadt. In: LN Online. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  4. Possehl-Preis für die Digitalisierung in Krankenhäusern. In: hl-live.de. 14. Dezember 2021, abgerufen am 30. Mai 2022.
  5. Regine Ley: Matt Mullican erhält den Possehl-Preis für Internationale Kunst 2022. In: LN Online. 29. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.