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Pollichia

forschender Naturschutzverein mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz

Die Pollichia (Eigenschreibweise POLLICHIA) ist ein forschender Naturschutzverein mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz. Sie zählt etwa 15 regionale Gruppen mit rund 2.800 Mitgliedern. Damit ist die Pollichia nach der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung der zweitgrößte naturforschende Verein im deutschsprachigen Raum.

Pollichia
Gründung 6. Oktober 1840
Gründer Dr. Carl Heinrich Schultz
Sitz Bad Dürkheim
Schwerpunkt Naturforschung und Landespflege
Personen Präsident Michael Ochse
Mitglieder 2.800
Website www.pollichia.de

Der Verein für Naturforschung und Landespflege, wie die Pollichia ihre Ziele im Namenszusatz präzisiert, ist gemeinnützig und ein nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Naturschutzverband. Er führt Studienfahrten, Exkursionen und Vortragsveranstaltungen durch. Die diversen Arbeitsfelder der Naturwissenschaften werden in zahlreichen spezialisierten Arbeitskreisen bearbeitet. Außerdem werden rund 80 ha besonders schützenswerter Gebiete von der Pollichia gepflegt.

Sitz des Vereins ist auch heute noch der Gründungsort Bad Dürkheim, die Geschäftsstelle befindet sich im neuen Haus der Artenvielfalt in Neustadt an der Weinstraße.

StrukturBearbeiten

Der Verein wird von einem Präsidium geführt und vertreten. Innerverbandlich werden Entscheidungen vom Hauptausschuss getroffen, in dem neben dem Präsidium die Gruppen und Arbeitskreise vertreten sind. Eine wissenschaftliche Kommission berät das Präsidium und den Hauptausschuss in Fachfragen.[1] Der Verein ist Mitglied des Deutschen Naturschutzrings.

2019 gehörten zum Präsidium:

  • Präsident: Michael Ochse
  • Vizepräsidentin: Dirk Funhoff
  • Rechner: Reinhard Speerschneider
  • Schriftführer: Wolfgang Lähne
  • Schriftleiter: Heiko Himmler
  • Sprecher der wissenschaftlichen Kommission: Dagmar Lange
  • Beauftragter für Landespflege: Fritz Thomas

Aktive Gruppen bestanden im Jahr 2019 vor allem in Rheinland-Pfalz, aber auch im Saarland: Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Birkenfeld, Donnersberg, Edenkoben, Germersheim-Kandel, Grünstadt, Kaiserslautern, Kusel, Landau, Ludwigshafen-Mannheim, Mittelrhein-Westerwald, Neustadt, Pirmasens, Speyer, Zweibrücken.

Der Verein hat zahlreiche Arbeitskreise:

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde am 6. Oktober 1840 in Bad Dürkheim auf Initiative des Botanikers Carl Heinrich Schultz von 25 Naturkundlern gegründet und nach Johann Adam Pollich, einem bedeutenden pfälzischen Botaniker, benannt. Die Gründer kamen aus den verschiedensten weltanschaulichen Bereichen und wurden von der gemeinsamen Liebe zur Natur zusammengeführt. Es befanden sich darunter Mitstreiter des Hambacher Festes wie z. B. der Arzt und Flechtenforscher Philipp Hepp aus Neustadt an der Haardt, ebenso wie etwa der angesehene Speyerer Domkapitular Bruno Würschmitt, eine Kapazität auf dem Gebiet der Kryptogamen, vornehmlich der Pilze. Der Moosforscher Philipp Bruch (1781–1847) aus Zweibrücken, der Moosforscher Wilhelm Theodor Gümbel (1812–1858) aus Landau, sowie dessen Bruder der Geologe Carl Wilhelm von Gümbel (1823–1898) waren ebenfalls Gründungsmitglieder der Pollichia.

Ende des 19. Jahrhunderts fungierte der namhafte Botaniker Ferdinand Gottfried von Herder aus Grünstadt, der Enkel des berühmten Dichters Johann Gottfried von Herder, als Vereinsvorsitzender. Davor hatte Georg von Neumayer, der Polarforscher und Gründer der Deutschen Seewarte in Hamburg, den Vorsitz inne; er war Ehrenvorsitzender der Pollichia bis zu seinem Lebensende 1909.

Auf Anregung des Pollichia-Gründers Carl Heinrich Schultz untersuchte 1860 der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen aus Heidelberg (der Mitglied des Vereins war) das Quellwasser der Maxquelle aus (Bad) Dürkheim. Er fand darin zwei bis dahin unbekannte Elemente: Cäsium und Rubidium.

EinrichtungenBearbeiten

Im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim hat die Pollichia ihre bedeutenden Sammlungen zur pfälzischen Tier- und Pflanzenwelt hinterlegt. Vor wenigen Jahren wurde außerdem das Urweltmuseum Geoskop auf Burg Lichtenberg bei Kusel eröffnet. Dort sind die geowissenschaftlichen Sammlungen der Pollichia mit Bezug zum Rotliegend dieser Region untergebracht und teilweise ausgestellt. Das Geoskop ermöglicht Einblicke in das Zeitalter des Rotliegend vor etwa 290 Mio. Jahren.

Das Haus der Artenvielfalt in Neustadt an der Weinstraße ist seit Juli 2015 Sitz der Geschäftsstelle der Pollichia.

PublikationenBearbeiten

Die Pollichia gibt Bücher und Jahresmitteilungen zu naturwissenschaftlichen Themen heraus. Vierteljährlich erscheint der Pollichia-Kurier mit aktuellen Beiträgen aus dem Vereinsgeschehen und den Arbeitskreisen (Astronomie, Botanik, Faunistik, Geowissenschaften, Mykologie, Ornithologie, Umweltbildung).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Satzung der Pollichia.