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Polditz ist ein Ortsteil der Stadt Leisnig im Landkreis Mittelsachsen. Das Dorf hat rund 160 Einwohner und liegt unweit der Freiberger Mulde auf einem kleinen Hügel.

Polditz
Stadt Leisnig
Koordinaten: 51° 10′ 57″ N, 12° 53′ 37″ O
Eingemeindung: 1. Juni 1973
Eingemeindet nach: Polkenberg
Postleitzahl: 04703
Vorwahl: 034321
Karte
Lage von Polditz im Gebiet der Stadt Leisnig
Kirche in Polditz (2011)
Kirche in Polditz (2011)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Geschichtsforschung ist geteilter Meinung, ob der Ort bereits im Hochmittelalter beurkundet ist oder nicht.[1] Seit der Frühen Neuzeit gehört das Dorf zum Amt Leisnig. Seit dem 19. Jahrhundert. war die Kreisverwaltung in Döbeln, erst seit 2008 in Freiberg.

  • 1. Juli 1950 Eingemeindung von Altleisnig, Marschwitz und Seidewitz nach Polditz
  • 1. Juni 1973 Eingemeindung von Polditz nach Polkenberg
  • 1. Januar 1999 Eingemeindung von Polkenberg nach Bockelwitz
  • 1. Januar 2012 Eingemeindung von Bockelwitz nach Leisnig

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KircheBearbeiten

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Nicolai wurde 1865 errichtet, nachdem die zuvor genutzte Kirche in Altleisnig abgebrannt war. Es ist ein neoromanisches Bauwerk. Friedrich Ladegast stattete es 1868 mit einer Orgel aus. Sie verfügt über 33 Register auf 3 Manualen und 1 Pedal.[2] Sie wurde 1996 restauriert. Die Kirche wurde zwischen 1987 und 1993 restauriert.[3] Sie steht unter Denkmalschutz.[4] Zuständiges Pfarramt ist das Pfarramt Zschoppach bei Thümmlitzwalde.

Die Orgel wurde 2003 für die Stadtkirche in Hämeenlinna nachgebaut.

Am 29. November 2018 wurde das 150-jährige Jubiläum der Weihe der Ladegast-Orgal mit einem Festkonzert gefeiert. Daran nahmen u. a. der Organist der Dresdener Frauenkirche, Samuel Kummer, und der Leipziger Thomaskantor Gotthold Schwarz teil.[5] Einen Monat später, am 29. Dezember 2018, fand die 1. Polditzer Bläserweihnacht unter der Leitung von Ludwig Güttler statt, bei der mehr als 700 Zuhörer gezählt wurden.[6]

DenkmalBearbeiten

Das Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege ist ein Obelisk mit Gedenktafeln.[7]

KulturBearbeiten

Zu den aktiven Vereinen zählen der Orgelverein und der Verein der Heimatfreunde.[8][9] Zu Langeoog besteht eine kirchliche Vereinspartnerschaft.[10]

SonstigesBearbeiten

Am 6. Juli 2012 zerstörte ein lokales Unwetter mit Hagelschlag einen Großteil der Dächer in Polditz. Ebenso wurden zahlreiche Autos und Fensterscheiben stark beschädigt oder vollständig zerstört. Auch die Kirche wurde in Mitleidenschaft gezogen. Mehr als zweihundert Fenster gingen durch die tennisballgroßen Hagelkörner zu Bruch.[11]

LiteraturBearbeiten

  • Cornelius Gurlitt: Polditz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 185.
  • Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-027-2, S. 366–367.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Polditz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Polditz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Polditz im Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch Kloster Buch.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Susanne Baudisch: Lokaler Adel in Nordwestsachsen. Geschichte und Politik in Sachsen, Band 10. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999, ISBN 3-412-02599-2, S. 185.
  2. Urania: Musik-Zeitschrift für Orgelbau, Orgel- und Harmoniumspiel, Band 26 S. 136.
  3. Die Kirche in Polditz
  4. Polditz (Memento vom 25. März 2010 im Internet Archive)
  5. Festkonzert zum 150jährigen Weihe-Jubiläum – Polditzer Orgelverein. Abgerufen am 2. Dezember 2018 (deutsch).
  6. Ludwig Güttler dirigiert Hunderte Sänger in Polditz. Abgerufen am 1. Januar 2019.
  7. Bockelwitz-Polditz, Landkreis Mittelsachsen, Sachsen
  8. Polditzer Orgelverein e.V.
  9. Polditzer Heimatfreunde
  10. Inselkirche Langeoog
  11. Artikel aus der Lokalausgabe der Bild-Zeitung