Hauptmenü öffnen
Klassifikation nach ICD-10
G93.88 Intrakranielle Pneumatozele
J98.4 Sonstige Veränderungen der Lunge - Pneumatozele
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Eine Pneumatozele (von altgriechisch πνεῦμα pneuma, deutsch ‚Hauch, Wind‘ und altgriech. κήλη kele, deutsch ‚Bruch‘) oder Pneumozele bezeichnet allgemein eine krankhafte Luftansammlung in Geweben im Sinne einer lufthaltigen Pseudozyste.[1]

Im Speziellen wird auch eine Vorwölbung von Lungengewebe durch einen Defekt in der Brustkorbwand, sogenannter Lungenvorfall, als Pneumatozele bezeichnet.[2]

VorkommenBearbeiten

In der Regel handelt es sich bei einer Pneumatozele um Veränderungen in

Allerdings gibt es Fallberichte über weniger häufige Lokalisationen wie Skrotum (Pneumoskrotum)[5], im Knochen[6] oder dem Tränensack[7].

 
Thorax-Röntgenbild mit großer Pneumatocele im rechten Unterlappen, beatmetes Frühgeborenes mit Atemnotsyndrom des Neugeborenen und aufgepropfter RSV Pneumonie.

Pulmonale PneumatozeleBearbeiten

Als Ursache kommen infrage:

DiagnoseBearbeiten

Die Diagnose ergibt sich aus dem Röntgenbild, auf welchem eine scharf begrenzte umschriebene luftäquivalente Aufhellung sichtbar wird. Bei der Lunge genügt eine Übersichtsaufnahme, während an der Schädelbasis eine Computertomographie notwendig ist.

DifferentialdiagnoseBearbeiten

Abzugrenzen sind (schleimgefüllte) Zysten bei Mukoviszidose, Zystische Echinokokkose sowie angeborene Lungenveränderungen (Zystisch adenomatoide Malformation der Lunge).[10][12]

HeilungsaussichtBearbeiten

Die Prognose ist im Allgemeinen gut, da sich die pulmonalen Pneumatozelen innerhalb von 2–3 Monaten zurückbilden. Eine Ausnahme besteht bei einem Anschluss der Zyste an das Bronchialsystem mit Ventilmechanismus. Dann ist eine Operation erforderlich.[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pulmonale Pneumatozelen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d K. Ebel, E. Willich, E. Richter (Hrsg.): Differentialdiagnostik in der Pädiatrischen Radiologie. Thieme 1995, ISBN 3-13-128101-4.
  2. Duden
  3. W. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-018534-8.
  4. M. Reiss, G. Reiss: Pneumatozele als Komplikation einer Frontobasisfraktur. In: Schweizerische Medizinische Wochenschrift. Band 127, Nr. 34, August 1997, ISSN 0036-7672, S. 1400, PMID 9381094.
  5. D. Heimbach, G. Hofmockel, M. Wirth, H. Frohmüller: Pneumoskrotum. Fallbericht und Literaturübersicht. In: Der Urologe. Ausg. A. Band 32, Nr. 6, November 1993, ISSN 0340-2592, S. 503–506, PMID 8284864 (Review).
  6. B. Wendt: Juxtaartikuläre Pneumatozele des Os ilium. In: RöFo: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen und der Nuklearmedizin. Band 158, Nr. 6, Juni 1993, ISSN 1438-9029, S. 604–605, doi:10.1055/s-2008-1032710, PMID 8507857 (Review).
  7. R. Rochels, R. Bleier, A. Nover: Compression pneumatocele of the lacrimal sac. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. Band 195, Nr. 3, September 1989, ISSN 0023-2165, S. 174–176, PMID 2509783.
  8. Mevis-research
  9. D. Leuchter, W. Stübecke, D. Oberschulte-Beckmann: Pneumatozele nach Kohlenwasserstoffaspiration. In: Klinische Pädiatrie. Band 210, Nr. 6, 1998 Nov-Dec, ISSN 0300-8630, S. 422–424, doi:10.1055/s-2008-1043916, PMID 9871900.
  10. a b W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0.
  11. J. Houstĕk, M. Copová, B. Suková, I. Bouska: Kerosene pneumonia. In: Ceskoslovenská pediatrie. Band 39, Nr. 1, Januar 1984, ISSN 0069-2328, S. 10–14, PMID 6705097.
  12. A. M. Müller, E. Mayer, R. Schumacher, K. M. Müller, W. Kamin: Postnatal erworbene Lungenzyste. In: Der Pathologe. Band 29, Nr. 4, Juli 2008, ISSN 1432-1963, S. 264–268, doi:10.1007/s00292-008-0990-6, PMID 18273620.
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!