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PlayArt ist ein Kunstkonzept, das den engen Zusammenhang zwischen Spiel und Kreativität in den Mittelpunkt stellt. Es betont die Bedeutung des Spielerischen für die kreative Entstehung von Kunst, Wissenschaft und Kultur.

KonzeptBearbeiten

Der Begriff PlayArt wurde 1962 von dem deutschen Künstler Ernst Lurker geprägt. Er betonte das Spielerische als wichtige Quelle der Inspiration für die Entstehung von Kunst, ging aber konzeptionell einen Schritt weiter. Lurker betrachtete das Spielerische als zentral auch für Wahrnehmung und Verständnis von Kunst. Spielerischer Umgang mit ihr soll den Rezipienten nicht in andächtiger Betrachtung verharren lassen. Berührung und spielerische Manipulation von Kunst soll ihre direkte sinnliche Erfahrung vertiefen und gleichzeitig die eigene Phantasie und Kreativität anregen. Dafür schuf Lurker in seinem Werk bewegliche Skulpturen, die der Betrachter in die Hand nehmen und zu immer neuen Formen arrangieren kann.

Rezeption in der KunstweltBearbeiten

PlayArt fand in der Kunstwelt Widerhall. Der deutsche Kunsthistoriker und Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Hanns Theodor Flemming maß der PlayArt einen vergleichbaren Stellenwert bei wie den Kunstbewegungen Pop Art und Op-Art. 1969 plante das Museum of Modern Art (MoMA) in New York eine PlayArt-Ausstellung. Sie blieb jedoch unrealisiert wegen des unerwarteten Wechsels des verantwortlichen Kurators Lanier Graham zum Legion of Honor Museum in San Francisco. Gleichwohl förderte das MoMA das PlayArt-Konzept auf andere Weise. Es beauftragte seinen Begründer Lurker mit dem Entwurf mehrerer PlayArt-Objekte, die in Serie gefertigt und im Museumsshop des MoMA verkauft wurden.[1]

Diese Art der Förderung war durchaus in Lurkers Sinn. In der Verbreitung seriell gefertigter PlayArt-Objekte sah er die bestmögliche Förderung von Kreativität im Sinne seines gleichnamigen Konzepts. Obgleich er deswegen das Kleinformat als wichtig für die Verbreitung der PlayArt-Philosophie ansah, verwirklichte Lurker einzelne seiner Werke auch großformatig. So wurde z. B. sein Objekt „Tinkerlinks“ anlässlich der Olympischen Spiele 1972 im Münchner Olympiapark realisiert.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Lurker: Play Art and Creativity, 1985
  • Kelly Ann Smith: Play Art, East Hampton Press, USA, 21. Januar 2015

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christmas Shop Opens. (PDF) The Museum of Modem Art, 13. November 1970, abgerufen am 11. März 2020 (englisch).
  2. Ernst Lurker: TinkerLinks. In: Youtube. 10. Februar 2010, abgerufen am 28. August 2020 (englisch).