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Das Plasmaspritzen (auch: Plasmabeschichtung) ist ein thermisches Beschichtungsverfahren bzw. Spritzverfahren zur Oberflächenbearbeitung.[1]

Aufbringen einer Cordieritschicht auf Substrat im Vakuum-Plasma-Spritzverfahren (VPS)

ArtenBearbeiten

Es Gibt verschiedene Arten von Plasmaspritzen (Aufzählung nach DIN EN 657):

  • Atmosphärisches Plasmaspritzen (APS)
  • Schutzgas-Plasmaspritzen
  • Vakuum-Plasmaspritzen (VPS)
  • Überdruck-Plasmaspritzen
  • Induktionsplasmaspritzen
  • Flüssigkeitsstabiliertes Plasmaspritzen
  • Kalt-Plasmaspritzen[2]

FunktionsprinzipBearbeiten

Atmosphärisches Plasmaspritzen

Beim atmosphärischen Plasmaspritzen sind in einem Plasmabrenner eine Anode und bis zu drei Kathoden durch einen schmalen Spalt getrennt. Durch eine Gleichspannung wird ein Lichtbogen zwischen Anode und Kathode erzeugt. Das durch den Plasmabrenner strömende Gas oder Gasgemisch wird durch den Lichtbogen geleitet und hierbei ionisiert. Die Dissoziation beziehungsweise anschließende Ionisation erzeugt ein hoch aufgeheiztes (bis 20000 K), elektrisch leitendes Gas aus positiven Ionen und Elektronen. In diesem erzeugten Plasmajet wird Pulver (übliche Kornverteilung: 5–120 µm, bei bestimmten Geräten ist auch eine Körnung von bis hinunter zu 100 nm möglich) eingedüst, das durch die hohe Plasmatemperatur aufgeschmolzen wird. Der Plasmastrom reißt die Pulverteilchen mit und schleudert sie auf das zu beschichtende Werkstück / Bauteil / Substrat. Die Gasmoleküle kehren bereits nach kürzester Zeit wieder in einen stabilen Zustand zurück, und so sinkt die Plasmatemperatur bereits nach kurzer Wegstrecke wieder ab. Die Plasmabeschichtung erfolgt in normaler Atmosphäre, inerter Atmosphäre (unter Schutzgas wie Argon), im Vakuum oder auch unter Wasser. Für die Schichtqualität sind sowohl die Geschwindigkeit und die Temperatur als auch die Zusammensetzung des Plasmagases von Bedeutung. Besondere Abwandlungen wie das PTWA (PTWA-Verfahren für Plasma Transferred Wire Arc) verwenden anstatt des Pulvers einen Draht, was zu einem einfacheren Aufbau des Brenners führt.

Schutzgas-Plasmaspritzen

Bei dem Schutzgas-Plasmaspritzen wird der gesamte Vorgang mit Schutzgas (meist Stickstoff) als Transportgas durchgeführt. Vorteil hierbei ist die sehr geringe Oxidation der Partikel zwischen Brenner und Substrat.

Verwendete Gase sind Argon, Stickstoff, Wasserstoff, Helium oder Kombinationen daraus.

AnwendungsgebieteBearbeiten

Durch die sehr unterschiedlichen Prozessparameter können eine Vielzahl von Beschichtungen realisiert werden, sodass es nahezu in jeder Branche Anwendungsfelder gibt. Wichtige Industriezweige, in denen Plasmaspritzen eingesetzt werden, sind die Automobilindustrie, die Papier- und Druckindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Abfallindustrie und die energieerzeugende Industrie.

Verwandte VerfahrenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 5. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fz-juelich.de
  2. Technologie - ecoCOAT GmbH. In: ecoCOAT GmbH. (eco-coat.com [abgerufen am 1. August 2017]).