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Der Piz d’Err ist ein 3378,3 m ü. M. hoher Berg in den Albula-Alpen im Kanton Graubünden im hinteren Val d’Err, östlich von Mulegns und Rona. Es handelt sich um den namensgebenden Knotenpunkt der Err-Gruppe. In der Höhe wird er jedoch vom Piz Güglia (Piz Julier) und dem Piz Calderas leicht überragt.

Piz d’Err
Piz d'Err, Piz Calderas, Tschima da Flix, Piz d'Agnel und Piz Neir aufgenommen von Riom-Parsonz

Piz d'Err, Piz Calderas, Tschima da Flix, Piz d'Agnel und Piz Neir aufgenommen von Riom-Parsonz

Höhe 3378,3 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Albula-Alpen
Dominanz 0,97 km → Piz Calderas
Schartenhöhe 151 m ↓ Vadret d’Err
Koordinaten 772759 / 157365Koordinaten: 46° 32′ 43″ N, 9° 41′ 29″ O; CH1903: 772759 / 157365
Piz d’Err (Kanton Graubünden)
Piz d’Err
Erstbesteigung 1860
Normalweg Von Südosten über den Vadret d’Err
Besonderheiten Err kommt häufig in Kreuzworträtseln vor

Der Piz d’Err bietet dank seiner Dominanz, vor allem Richtung Westen, eine aussergewöhnliche Fernsicht bis in die Berner und Walliser Alpen (Schreckhorn, Lauteraarhorn, Eiger, Mönch, Finsteraarhorn, Aletschhorn, Dom, Allalinhorn oder das 150,34 km entfernte Schwarzberghorn).

Lage und UmgebungBearbeiten

Der Piz d’Err ist Namensgeber der Err-Gruppe im Err-Gebiet, das seinerseits zu den Albula-Alpen gehört. Vom Piz d’Err aus gehen Zweige nach Süden und Südosten über Tschima da Flix bis zum Piz Güglia und Piz Ot, nach Osten zwischen Albulapass und Val Bever bis zur Crasta Mora sowie nach Norden der Zweig der Bergüner Stöcke.[1] Über den Gipfel verlief die Gemeindegrenze zwischen Tinizong-Rona und Sur (heute liegt der Berg in der Gemeinde Surses). Die Grenze zu Bever befindet sich 370 m südöstlich des Gipfels. Der Piz d’Err wird im Norden durch die Val d’Err, im Südosten durch das Val Bever und im Westen durch das Oberhalbstein eingefasst.

Zu den Nachbargipfeln gehören der Piz Bleis Marscha, der Piz Laviner, der Piz Jenatsch, der Piz Calderas, der Piz Cucarnegl und der Castalegns.

Im Nordwesten und im Osten des Piz d’Err liegen zwei kleine Gletscher, sowie im Südosten der Vadret d’Err.

Talorte sind Tinizong, Rona und Sur im Oberhalbstein, sowie Bever im Oberengadin. Häufige Ausgangspunkte sind die Chamanna Jenatsch, die Alp Flix und die Alp d'Err.

KreuzworträtselBearbeiten

Als dreibuchstabiger Err ist der Piz d’Err in Kreuzworträtseln häufig mit Definitionen wie „Berg bei St. Moritz“, „Bergstock der Albula-Alpen“, „schweiz. Berg“ etc. anzutreffen.[2][3]

NamensherkunftBearbeiten

Gemäss Studer (1896) stammt das Wort Err vom keltischen Wort err für ‚Schnee‘ ab.[4]

v. Planta und Schorta (1979), Schorta (1985) sowie Schorta (1988), die Anspruch auf strenge Wissenschaftlichkeit erheben, geben die urkundliche Erwähnung von 1271 und 1280 von Petrus de Erro an, was beweise, dass das Tal Val d’Err dauernd besiedelt war. Die Herkunft des Namens geben sie jedoch als unbekannt an.[5][6][7]

Routen zum GipfelBearbeiten

Von Südosten über den Vadret d’ErrBearbeiten

Normalroute (mit Gletscherbegehung)

  • Ausgangspunkt: Chamanna Jenatsch (2652 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 2½ Stunden

Durch das SüdcouloirBearbeiten

Gewöhnlicher Weg aus dem Oberhalbstein. Sehr steiles Firn- bzw. Geröllcouloir. Im Spätsommer bei Ausaperung oder blankem Eis im Anstieg nicht empfehlenswert.

  • Ausgangspunkt: Sur (1595 m) oder Cuorts (Alp Flix) (1963 m)
  • Schwierigkeit: ZS-
  • Zeitaufwand: 5½ Stunden von Sur oder 4½ Stunden von Cuorts

Über die Südwest-WandrippeBearbeiten

Achtung auf Steinschlaggefahr!

  • Ausgangspunkt: Sur (1595 m) oder Cuorts (Alp Flix) (1963 m)
  • Schwierigkeit: ZS-
  • Zeitaufwand: 6 Stunden von Sur oder 5 Stunden von Cuorts

Durch die WestwandBearbeiten

  • Ausgangspunkt: Sur (1595 m) oder Cuorts (Alp Flix) (1963 m)
  • Schwierigkeit: ZS-
  • Zeitaufwand: 5½ Stunden von Sur oder 4½ Stunden von Cuorts

Über den NordkammBearbeiten

Mit Gletscherbegehung

  • Ausgangspunkt: Tinizong (1232 m), Pensa (1659 m) oder Alp d’Err (2178 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 8 Stunden von Tinizong, 6½ Stunden von Pensa oder 4½ Stunden von Alp d’Err

Von der Alp Flix zum NordkammBearbeiten

  • Ausgangspunkt: Sur (1595 m) oder Cuorts (Alp Flix) (1963 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 5½ Stunden von Sur oder 4½ Stunden von Cuorts

Winterroute von der Chamanna JenatschBearbeiten

  • Ausgangspunkt: Chamanna Jenatsch (2652 m)
  • Schwierigkeit: Mittlerer Alpinskifahrer
  • Zeitaufwand: 2½ Stunden

Winterroute von Tinizong/Val d’ErrBearbeiten

Physisch und technisch sehr anspruchsvolle Route

  • Ausgangspunkt: Tinizong (1232 m)
  • Schwierigkeit: Sehr guter Alpinskifahrer
  • Zeitaufwand: 8 Stunden

PanoramaBearbeiten

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Eugen Wenzel, Paul Gross: Clubführer, Bündner Alpen, Band VI (Albula) 2. Auflage. Verlag des SAC, 1980, ISBN 3-85902-012-9, S. 76–80.
  • Georg Calonder: Alpine Skitouren, Band 2 (Graubünden) 4. Auflage. Verlag des SAC, 1992, ISBN 3-85902-060-9, S. 229–230.
  • Landeskarte der Schweiz, Blatt 1256 Bivio, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2003

WeblinksBearbeiten

  Commons: Piz d’Err – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Emmenholz – Kraialppass. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1904, S. 50 f., Stichwort Err (Piz d’)  (Scan der Lexikon-Seite).
  2. ERR. In: Kreuzworträtsel-Lexikon. Abgerufen am 3. Juni 2010.
  3. Err. In: Kreuzworträtsel-Datenbank. Archiviert vom Original am 5. März 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kwdb.ch Abgerufen am 3. Juni 2010.
  4. Julius Studer: Schweizer Ortsnamen. Zürich 1896, S. 192.
  5. Robert v. Planta, Andrea Schorta: Rätisches Namenbuch. Materialien. 2., um einen Nachtrag erweiterte Auflage. Band 1. Bern 1979.
  6. Andrea Schorta: Rätisches Namenbuch. Etymologien. 2., unveränderte Auflage. Band 2. Bern 1985.
  7. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam. Kleines Rätisches Namenbuch mit zweieinhalbtausend geographischen Namen Graubündens. Terra Grischuna Verlag, Chur und Bottmingen/Basel 1988, ISBN 3-7298-1047-2, S. 85.