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Pieter Boel in Het Gulden Cabinet

Pieter Boel oder Peeter Boel (* 1626; † 1674) war ein flämischer Maler der Barockzeit, der auf üppig inszenierte Stillleben und Tierporträts spezialisiert war.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Er entstammt einer Familie von Künstlern aus Antwerpen. Sein Vater Jan Boel war Kupferstecher, sein Bruder war ebenfalls Kupferstecher. Quirin Boel der II. Boels Lehrer war Jan Fijt, der für gekonnt gemalte Landschaften und Tierporträts bekannt war. Boel war eingetragen in der Gilde des heiligen Lukas als ein Weinmeister (ein Titel, der auch an die Kinder der Mitglieder der Gilde vererbt wurde) um 1650. Wahrscheinlich unternahm er in den 1640er Jahren[1][2] eine Reise nach Italien, wo er auch nach Genua und Rom kam. In Genua verweilte er bei seinem Onkel, dem Maler und Kunsthändler Cornelis de Wael, welcher Boel half in Italien Fuß zu fassen.

Nach 1668 reiste er nach Paris. Dort arbeitete er in der Werkstatt Charles Le Bruns an seinem ersten Wandgemälde.[1] 1674 wurde er zum Hofmaler König Ludwig XIV. ernannt, starb aber im September desselben Jahres.[2]

Boel war der Vater von Jan Baptist dem II and Balthasar-Lucas Boel. Er unterrichtete seine Söhne und auch David de Koninck.[1][2]

ArbeitenBearbeiten

Er malte Stillleben (besonders Blumenmotive, Jagdstillleben, Tier- und Fischstillleben, Vanitas-Gemälde und Stillleben mit Waffen sowie Landschaften.[1]) Die meisten seiner Werke sind undatiert, darum ist es schwer, eine Chronologie der Entstehung zu erstellen. Er folgte jedoch zeitlebens dem Stil seines Lehrers Jan Fijt.[2]

Über Pieter Boel wird auch gesagt, er habe die Tiermalerei revolutioniert, weil er sich nicht wie andere Künstler mit ausgestopften Tieren zufrieden gab, sondern sich in die Menagerie von Schloss Versailles begab, um dort Tiere in natürlichen Posen zu studieren. Sein Naturalismus inspirierte eine Epoche lang andere Künstler, die sich der Tierdarstellung verschrieben hatten, wie den Maler Jean-Baptiste Oudry oder den Bildhauer Antoine-Louis Barye.[3]

Seine Tierstudien wurden auch im Vordergrund eines großen Wandteppichs in Versailles benutzt, der als die Monate oder Die Königshäuser bekannt ist.[3] Der französische Maler François Desportes kopierte Teile von Boels Zeichnungen und ließ sie in den Gobelin einweben, was aber bis ins 20. Jahrhundert nicht bekannt war.[4] Die Entdeckung der Vorlagen führte zu einer neuen Sicht auf die Wirkung Boels als Tiermaler in seiner Zeit.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pieter Boel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten