Philipp Felsch

deutscher Historiker und Kulturwissenschaftler
Philipp Felsch, Leipziger Buchmesse 2015

Philipp Felsch (* 1972 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker und Kulturwissenschaftler.

LebenBearbeiten

Philipp Felsch wurde 1972 geboren und studierte Geschichte und Philosophie in Freiburg, Köln, Bologna und Berlin. Von 2002 bis 2005 erhielt er ein Stipendium des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, es folgte ein Stipendium am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien (2005–2007). 2006 wurde Felsch an der Universität Zürich mit einer Arbeit über physiologische Alpenreisen im 19. Jahrhundert promoviert. 2006/2007 kuratierte er die Ausstellung „Berge, eine unverständliche Leidenschaft“ in der Hofburg Innsbruck. Von 2006 bis 2011 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich und des NFS Bildkritik „eikones“ tätig und Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds.[1] Von 2011 bis 2017 war er Juniorprofessor für Geschichte der Humanwissenschaften am Institut für Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Bis Februar 2018 war er Redakteur beim Philosophie Magazin. Im Wintersemester 2018 trat er die Professur für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin als Nachfolger von Thomas Macho an.[2]

Zu Felschs Forschungsschwerpunkten zählen die Wissenschaftsgeschichte der Alpen und die Geschichte der Kartografie vor allem im 19. Jahrhundert sowie die Geschichte der Theorie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[3] Mit seinem Buch Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960–1990 über westdeutsche Verlage wie Merve und Suhrkamp erreichte Felsch 2015 ein breites Publikum. Der Titel Der lange Sommer der Theorie spielt auf Hans-Magnus Enzensbergers Buch Der kurze Sommer der Anarchie (1972) an. 2017 trat Felsch im gleichnamigen Film von Irene von Alberti auf.[4]

2015 wurde Felsch mit dem Förderpreis zum Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik ausgezeichnet, 2017 erhält Felsch den Förderpreis des Hugo-Ball-Preises.

VeröffentlichungenBearbeiten

Monografien

Sammelbände

  • mit Charlotte Bigg und David Aubin: The Laboratory of Nature – Science in the Mountains. Themenheft der Zeitschrift Science in Context 22 (2009)/3.
  • Berge, eine unverständliche Leidenschaft. Buch zur Ausstellung des Alpenverein-Museums in der Hofburg Innsbruck, 2. Auflage. Folio, Wien-Bozen 2008 (mit Beat Gugger und Gabriele Rath).

Aufsätze (Auswahl)

  • Aufsteigesysteme 1800 • 1900, in: Nach Feierabend. Zürcher Jahrbuch für Wissensgeschichte 1 (2005), S. 15–32.
  • Über die Baumgrenze gehen. Vom Erhabenen zur Ermüdung, in: Wespennest. Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder, Nr. 147 (2007), S. 62–64.
  • Nach oben. Zur Topologie von Arbeit und Ermüdung im 19. Jahrhundert, in: Thomas Brandstetter und Christof Windgätter (Hg.): Zeichen der Kraft. Wissensformationen 1800–1900, Berlin 2008, S. 141–169.
  • Merves Lachen, in: Zeitschrift für Ideengeschichte, 2. 4 (2008), S. 11–30.
  • Der arktische Konjunktiv. Auf der Suche nach eisfreien Polarmeer, in: Osteuropa, 61.2/3 (2011), S. 9–20.
  • Humboldts Söhne. Das paradigmatische / epigonale Leben der Brüder Schlagintweit, in: Michael Neumann (Hg.): Magie der Geschichten. Schreiben, Forschen und Reisen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Konstanz 2011.
  • Theoriedesign nach dem Deutschen Herbst, in: Merkur, Heft 9, September 2014.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vita auf der Website am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Memento vom 22. Dezember 2014 im Internet Archive)
  2. Philipp Felsch: Kibbuz: Wie Utopien enden. Abgerufen am 21. September 2019.
  3. Forschungsprojekte auf der Website am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Memento vom 2. März 2012 im Internet Archive)
  4. Kritik zu Der lange Sommer der Theorie. Abgerufen am 21. September 2019.
  5. Hans-Martin Schönherr-Mann: „Der lange Sommer der Theorie“. Geschichte der geistigen Revolution der 68er, Deutschlandfunk, 21. Oktober 2015.