Hauptmenü öffnen

Peter Ilisch

deutscher Historiker und Numismatiker

Peter Ilisch (* 28. April 1947 in Billerbeck) ist ein deutscher Historiker und Numismatiker. Sein jüngerer Bruder, ebenfalls Numismatiker, ist Lutz Ilisch.

LebenBearbeiten

Peter Ilisch studierte an der Universität Münster Geschichte, Historische Hilfswissenschaften (hierin mit Schwerpunktbildung in Numismatik) und Volkskunde. 1971 machte er einen ersten Abschluss als Magister Artium mit einer Arbeit zur älteren Agrargeschichte des Kirchspiels Billerbeck. Es folgte ein wissenschaftliches Volontariat am Westfälischen Landesmuseum in Münster. 1974 promovierte er bei Peter Berghaus mit dem Thema Münzfunde und Geldumlauf in Westfalen in Mittelalter und Neuzeit. Tätigkeiten beim Rijksmuseum Twenthe in Enschede (Niederlande) und in der Redaktion des Numismatischen Nachrichtenblatts schlossen sich an. Im Rahmen eines Forschungsprojektes übernahm er 1977/78 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Institut für religiöse Volkskunde an der Universität Münster.

Von 1979 bis 2012 war Ilisch wissenschaftlicher Referent mit Verantwortlichkeit für das Münzkabinett und die Siegelsammlung am Westfälischen Landesmuseum in Münster. Von 1980 bis 2014 war er auch einer der beiden Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen in der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland.[1] Daneben ist Peter Ilisch ordentliches Mitglied der Altertumskommission für Westfalen sowie der Historischen Kommission für Westfalen (seit 1998). In Nachfolge von Peter Berghaus hat Ilisch einen Lehrauftrag für Numismatik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er ist auch Mitarbeiter in dem Internationalen Projekt „Medieval European Coinage“ des Fitzwilliam-Museums in Cambridge. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Numismatik sowie in der Regionalgeschichte des ehemaligen Fürstbistums Münster. Er hat zahlreiche Beiträge hierzu im In- und Ausland veröffentlicht.

Von 2012 bis 2018 war Ilisch freier Mitarbeiter der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN), Institut für Archäologie und Ethnologie, im Projekt „Frühmittelalterliche Münzfunde aus Polen“.

AuszeichnungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Münzfunde und Geldumlauf in Westfalen in Mittelalter und Neuzeit. Numismatische Untersuchungen und Verzeichnis der Funde in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster (= Veröffentlichungen des Provinzialinstituts für Westfälische Landes- und Volksforschung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Reihe 1, 23). Aschendorff, Münster 1980, ISBN 3-402-06081-7 (Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, 1974/1975: Münzfunde und Geldumlauf im westlichen Westfalen.).
  • als Herausgeber mit Thomas Fischer: Lagom. Festschrift für Peter Berghaus zum 60. Geburtstag am 20. November 1979. Numismatischer Verlag der Münzenhandlung Dombrowski, Münster 1981, ISBN 3-921507-03-0.
  • Geschichte der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Laer. Pfarrgemeinde St.Bartholomäus, Laer 1985.
  • Münzschatzfunde aus Westfalen (= Bildhefte des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte . 30). Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 1991, ISBN 3-88789-103-1.
  • mit Christoph Kösters: Die Patrozinien Westfalens von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches (= Westfalia sacra. 11). Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-03838-2.
  • Die mittelalterliche Münzprägung der Bischöfe von Münster (= Numismatische Schriften des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster. 3). Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte u. a., Münster 1994, ISBN 3-88789-117-1.
  • Der Münzschatzfund von Rödinghausen. Gemeinde Rödinghausen, Rödinghausen 1997, ISBN 3-9801709-5-0.
  • Die Münzprägung im Herzogtum Niederlothringen.
    • I: Die Münzprägung in den Räumen Utrecht und Friesland im 10. und 11. Jahrhundert. In: Jaarboek voor Munt- en Penningkunde. Bd. 84/85, 1997/1998, ISSN 0920-380X, S. 1–272.
    • II: Die Münzprägung im südwestlichen Niederlothringen und in Flandern im 10. und 11. Jahrhundert. In: Jaarboek voor Munt- en Penningkunde. Bd. 100 Special, 2014.
  • Die Fritzlarer Colonia-Prägung des 11. Jahrhunderts (= Beiträge zur Münzkunde in Hessen-Kassel. 21). Numismatische Gesellschaft Kassel 1956 e.V., Kassel 2004, ISBN 3-00-015140-0.
  • mit Arnold Schwede: Das Münzwesen im Stift Corvey. 1541–1794 (= Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte. 58 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. 11: Arbeiten zur Geld- und Münzgeschichte Westfalens. 3). Bonifatius-Verlag, Paderborn 2007, ISBN 978-3-89710-382-5.
  • als Herausgeber mit Mateusz Bogucki und Stanisław Suchodolski: Frühmittelalterliche Münzfunde aus Polen.
    • Inventar. 4: Kleinpolen Schlesien. Institut für Archäologie und der Polnischen Akademie der Wisschenschaften, Warschau 2013, ISBN 978-83-63760-19-9.
    • Inventar. 3: Masowien Podlachien Mittelpolen. Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau 2015, ISBN 978-83-63760-61-8.
    • Inventar. 2: Pommern. Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau 2016, ISBN 978-83-63760-84-7.
    • Inventar. 1: Großpolen. Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau 2017, ISBN 978-83-63760-84-7.
  • Olfen (= Historischer Atlas westfälischer Städte. Bd. 3 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Neue Folge 19). Ardey, Münster 2014, ISBN 978-3-87023-369-3.
  • Metelen (= Historischer Atlas westfälischer Städte. Bd. 9 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Neue Folge 38). Ardey, Münster 2017, ISBN 978-3-87023-391-4.

LiteraturBearbeiten

  • Gerd Dethlefs, Arent Pol und Stefan Wittenbrink (Hrsg.): Nummi Docent! Münzen – Schätze – Funde. Festschrift zum 65. Geburtstag von Peter Ilisch am 28. April 2012. Fritz Rudolf Künker, Osnabrück 2012, ISBN 978-3-941357-02-0 (mit Schriftenverzeichnis).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. Stefan Kötz M. A. neuer Landesnumismatiker in Westfalen. Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, 2. Mai 2014.