Hauptmenü öffnen

Peter Bogdanovich

US-amerikanischer Filmregisseur und Schauspieler
Peter Bogdanovich, 7. März 2008

Peter Bogdanovich (* 30. Juli 1939 in Kingston, New York) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent, Schauspieler und Filmhistoriker. Seine größten Erfolge als Regisseur feierte er Anfang der 1970er-Jahre im New Hollywood mit den Filmen Die letzte Vorstellung, Is’ was, Doc? und Paper Moon.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Schauspielstudium an der Stella Adler Theatre School in New York wurde Peter Bogdanovich zunächst Filmkritiker und Biograf einiger Hollywood-Regisseure wie beispielsweise Orson Welles (der zeitweise sogar bei Bogdanovich im Haus lebte), Howard Hawks, John Ford, Allan Dwan, Fritz Lang und Alfred Hitchcock. Im deutschsprachigen Raum erschienen Bogdanovichs Gespräche mit diesen und weiteren bekannten Regisseuren 2000 bei Hoffmans unter dem Titel Wer hat denn den gedreht?.

Nachdem Bogdanovich erste Erfahrungen als Assistent des Horrorfilm-Regisseurs Roger Corman sammeln konnte, drehte er als sein Debüt den Thriller Bewegliche Ziele (Targets. 1968) mit dem Altstar des Horror-Genres, Boris Karloff. Der als Low-Budget-Produktion gedrehte Targets wurde als Überraschungserfolg gesehen und brachte Bogdanovich die Chance auf die Verwirklichung von weiteren Filmen.

Sein Meisterwerk lieferte er mit seinem dritten Film ab – Die letzte Vorstellung erhielt acht Oscar-Nominierungen. Der ehemalige Filmkritiker zeigte auch bei seinen weiteren Filmen, dass er gezielt historische Genres wiederzubeleben versuchte. Das gelang ihm etwa mit der Screwball-Komödie Is’ was, Doc? (1972) mit Barbra Streisand, eine Hommage an den Film Leoparden küßt man nicht von Howard Hawks. Ein weiterer Erfolg war 1973 die Vater-Tochter-Komödie Paper Moon (1973). Anschließend drehte Bogdanovich unter anderem das Musical At Long Last Love (1975) und die über die Stummfilmzeit handelnde Komödie Nickelodeon (1976), doch seine erfolgreichsten Filme als Regisseur hatte er schon hinter sich gebracht. Seine folgenden Filme, zuletzt die Screwball-Komödie Broadway Therapy im Jahr 2014, erhielten eine wechselhafte Rezeption.

Neben dem Filmemachen ist Bogdanovich bis heute als Filmhistoriker ein häufiger Gesprächspartner und trat auch öfter als Schauspieler vor die Kamera. In vielen seiner und auch anderer Filme trat er in Cameos oder auch größeren Rollen auf. In der US-Fernsehserie Die Sopranos war er ab 2000 in einigen Folgen als Dr. Elliott Kupferberg zu sehen, eine Episode der Serie inszenierte er auch als Regisseur.

PrivatlebenBearbeiten

Von 1962 bis 1971 war Bogdanovich mit Polly Platt verheiratet, die als Production Designerin mit ihm zusammenarbeitete. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Antonia und Alexandra.[1]

1980 verliebte Bogdanovich sich während der Dreharbeiten zu seinem Film They all laughed in das Playboy-Playmate Dorothy Stratten, die sich gerade von ihrem Ehemann, dem Zuhälter und Promoter Paul Snider, getrennt hatte und, noch bevor der Film in die Kinos kam, von Snider ermordet wurde. 1988 heiratete Bogdanovich Dorothys jüngere Schwester Louise Stratten; sie trennten sich im Jahr 2001.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Hinter der KameraBearbeiten

Als Schauspieler (Auswahl)Bearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • John Ford. London 1967.
  • Fritz Lang in America. London 1968.
  • Allan Dwan. The last pioneer. London 1971.
  • Pieces of Time. Peter Bogdanovich on the Movies. New York 1973.
  • Picture Shows. Peter Bogdanovich on the Movies. London 1975.
  • The Killing of the Unicorn. Dorothy Stratten (1960–1980). New York 1984.
  • Pieces of Time. Peter Bogdanovich on the Movies, 1961–1985. New York 1985.
  • zusammen mit Orson Welles: This is Orson Welles. New York 1992 (dt. Hier spricht Orson Welles. 1994, ISBN 3-88679-228-5).
  • Peter Bogdanovich’s Movie of the Week. 52 Classic Forms for One Full Year. New York 1999.
  • Wer hat denn den gedreht? Gespräche mit Robert Aldrich ... Haffmans, Zürich 2000 ISBN 3-251-00463-8

AuszeichnungenBearbeiten

Die letzte Vorstellung

LiteraturBearbeiten

  • Andrew Yule: Picture Shows. The Life and Films of Peter Bogdanovich. Limelight Editions, New York 1992, ISBN 0-87910-153-9.
  • Thomas J. Harris: Bogdanovich’s Picture Shows. Scarecrow Press, Metuchen 1990, ISBN 0-8108-2365-9.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ryan Gilbey: Polly Platt obituary. In: The Guardian. 7. August 2011. Abgerufen am 12. Januar 2013.