Personen, die zu Lebzeiten auf einer Briefmarke des Deutschen Reiches abgebildet wurden

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Diese Liste gibt eine Übersicht über diejenigen Personen, die zu Lebzeiten auf einer Briefmarke des Deutschen Reiches abgebildet wurden.

Originalskizze von Paul Eduard Waldraff zur Gestaltung der Germania-Marke. Bei der zusätzlich abgebildeten Briefmarke handelt es sich um Michel-Nummer: 56b von 1900

Der „Tradition“ der Altdeutschen Staaten folgend, gab es auch bei der Reichspost beziehungsweise im Deutschen Reich nur Briefmarken, die das jeweilige Staatsoberhaupt zeigten. Um jedoch die Übernahme des bayrischen und württembergischen Postwesens zu erleichtern, wurde mit dem Jahreswechsel auf 1900 eine neutrale Abbildung der nationalen Identifikation gesucht und in der Nationalallegorie Germania gefunden. Hierfür stand die Schauspielerin Anna Führing Modell; ihr Bild war als Germania-Briefmarke zwischen 1900 und 1922 präsent.

MarkenlistenBearbeiten

Deutsches Reich bis 1945Bearbeiten

Im Deutschen Reich erschienen ebenfalls zu Lebzeiten nur Marken von Kaiser Wilhelm II. (ab 1900, teilweise gültig bis 1922). Dieser war allerdings mehr Beiwerk als Hauptmotiv der beiden Briefmarken. Erst für Paul von Hindenburg gab es ab 1927 eine eigene Briefmarkenserie, welche nach dessen Tod mit schwarzem Trauerrand versehen wurde. Adolf Hitler wurde erstmals an seinem 48. Geburtstag (1937) auf einer Briefmarke abgebildet. Von da an erschien alljährlich mindestens eine Marke, meist kurz vor dem „Führergeburtstag“. Eine Dauermarkenserie mit seinem Konterfei gab es erstmals am 1. August 1941. In den besetzten Gebieten wurden ebenfalls eigene Marken mit dem Konterfei von Hitler herausgebracht. Als Staatsgast wurde Benito Mussolini neben Hitler am 30. Januar 1941 auf einer deutschen Marke abgebildet.

Darüber hinaus gab es zwei Postkarten mit einem aufgedruckten Wertstempel, dessen Bild nie auf einer selbständigen Briefmarke erschienen ist: zum einen die Sonderkarte vom 29. Januar 1934, die Hitler und Hindenburg gemeinsam zeigt, zum anderen die am 25. August 1939 erschienene Sonderkarte zum Reichsparteitag, die als Motiv Hitler vor der Hakenkreuzfahne zeigt.

Zusätzlich gab es in den sogenannten Deutschen Besetzungsausgaben in Böhmen und Mähren und im Generalgouvernement eigene Markenmotive, die Hitler zwischen dem 53. und 55. Geburtstag und mit je einer Dauermarkenserie beziehungsweise Sondermarken abbildet.

Bild Person Ausgabeanlass Ausgabedatum Mi.-Nr.
    Kaiser Wilhelm II. Teil der Serie: Repräsentative Darstellungen des Deutschen Kaiserreichs
Hier: Kaiser Wilhelm II. auf Pferd vor Nationaldenkmal für Wilhelm I.
Inschrift:
Reichspost: 2. August 1900
Deutsches Reich: 20. März 1902
65, 80, 96 A+B,
    Kaiser Wilhelm II. und viele weitere Persönlichkeiten, wie beispielsweise Minister Karl Heinrich von Boetticher Teil der Serie: Repräsentative Darstellungen des Deutschen Kaiserreichs
Hier: Reichsgründungsgedenkfeier im weißen Saal des Berliner Schlosses
Reichspost: 14. Dezember 1900
Deutsches Reich: 20. März 1902
66, 81, 97 A+B
  Paul von Hindenburg Reichspräsident
80. Geburtstag
Wohltätigkeitsausgabe für die Deutsche Nothilfe
26. September 1927 403–406
  Paul von Hindenburg Dauermarkenserie: Reichspräsidenten 1. September 1928 bis Januar 1932 411, 414, 416, 418, 420, 422, 437, 444, 445, 454, 466
  Paul von Hindenburg Reichspräsident
Dauermarkenserie: Hindenburg-Medaillon
1. Oktober 1932 bis 1933 467–473, 482–495, 512–528,
  Adolf Hitler 48. Geburtstag 5. April 1937 646
Block 7
  Adolf Hitler 1. Nationale Briefmarkenausstellung in Berlin 16. April 1937 647
Block 8
  Adolf Hitler Kulturförderung 10. Juni 1937 648
Block 9
  Adolf Hitler 9. Reichsparteitag 1937 3. September 1937 650
Block 11
  Adolf Hitler 49. Geburtstag
10. Reichsparteitag
13. April 1938
1. September 1938
664
672
  Adolf Hitler 50. Geburtstag, Hitler in Braunau am Inn 13. April 1939 691
   Adolf Hitler Tag der nationalen Arbeit
Reichsparteitag
28. April 1939
25. August 1939
694
701
  Adolf Hitler 51. Geburtstag 10. April 1940 744
  Benito Mussolini und Adolf Hitler Deutsch-italienische Waffenbrüderschaft 30. Januar 1941 763
  Adolf Hitler 52. Geburtstag 17. April 1941 772
  Adolf Hitler Reichskanzler Adolf Hitler 1. August 1941 bis 1944 781–802, 826, 827
  Adolf Hitler 53. Geburtstag 13. April 1942 813
  Adolf Hitler 54. Geburtstag 13. April 1943 844–849
  Adolf Hitler 11. Jahrestag der Machtergreifung 29. Januar 1944 865
  Adolf Hitler 55. Geburtstag 14. April 1944 887

Wertstempel auf Ganzsachen, die nicht als eigenständige Briefmarken erschienen sind:

Bild Person Beschreibung Werte in
Pfennig
Ausgabe-
datum
gültig bis Mi.-Nr.
  Paul von Hindenburg und Adolf Hitler Sonderkarte zur Erinnerung an den Tag der Machtergreifung durch Hitler
Hindenburg und Hitler. Entwurf: unbekannt.
6 29. Januar 1934 31. Dezember 1935 P 250
  Adolf Hitler Sonderkarte (Festpostkarte) zum „Reichsparteitag des Friedens“[1]
Auf der Rückseite ist das Abzeichen des Parteitages angebracht. Entwurf: unbekannt.
6
(Verkaufspreis 25 Pfennig)
25. August 1939 31. Dezember 1940 P 282

Beispiel für lebende Personen, die symbolisch für Ereignisse stehen:

Bild Person Beschreibung Werte in
Pfennig
Ausgabe-
datum
gültig bis Mi.-Nr.
Erich Topp Aus der Serie Heldengedenktag: U-Boot-Kommandant am Sehrohr 6+4 11. März 1944 Kapitulation 1945 876

Briefmarkenfälschungen der Alliierten während des Zweiten WeltkriegesBearbeiten

Briefmarkenfälschungen der Alliierten:

Bild Person Herkunft in Umlauf gebracht Mi.-Nr.
  Heinrich Himmler Kriegspropaganda-Fälschung aus Großbritannien 1943 (basiert auf Marke 785)
  Adolf Hitler Kriegspropaganda-Fälschung aus den USA Herbst 1944 (basiert auf Marke 788/827)
Hans Frank Gefälschte Briefmarke des Generalgouvernements, die die Alliierten hergestellt hatten, um Hitler gegen Frank aufzubringen, da nur Hitlers Bild auf Briefmarken erlaubt war. Wertangabe 20 Złoty. nicht bekannt (basiert auf Marke Generalgouvernement 84 von 1942)

Postdienst im Ghetto LitzmannstadtBearbeiten

Eigener Postdienst innerhalb des Ghettos Litzmannstadt:

Bild Person Ausgabeanlass Ausgabedatum Mi.-Nr.
[1] Chaim Rumkowski siehe Artikel: Judenpost.
Diese Briefmarken wurden bald von den deutschen Behörden verboten und vermutlich größtenteils vernichtet.

Philatelistisch gesehen sind die wenigen erhaltenen Briefmarken der deutschen Postgeschichte zuzurechnen, da Litzmannstadt zur Zeit der Ausgabe als Stadt in Deutschland galt. Dies zeigt auch die Wertangabe, da diese in Pfennig und nicht in Złoty, wie im Generalgouvernement verwendet, angegeben ist.

9. März 1944 I. und II. 1. Ausgabe
III.–V. 2. Ausgabe

LiteraturBearbeiten

  • postfrisch – Das Philatelie-Journal. März/April 2/2007, S. 33.
  • Michel-Katalog Deutschland-Spezial

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Personen auf deutschen Briefmarken – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Veranstaltung hat nicht mehr stattgefunden