Perejaslaw

Stadt in der Ukraine
Perejaslaw
Переяслав
Wappen von Perejaslaw
Perejaslaw (Ukraine)
Perejaslaw (50° 3′ 58″ N, 31° 27′ 16″O)
Perejaslaw
Basisdaten
Oblast: Oblast Kiew
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 94 m
Fläche: 31,52 km²
Einwohner: 27.694 (2018)
Bevölkerungsdichte: 879 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 08400–08409
Vorwahl: +380 4467
Geographische Lage: 50° 4′ N, 31° 27′ OKoordinaten: 50° 3′ 58″ N, 31° 27′ 16″ O
KOATUU: 3223300000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Iwan Jakymenko
Adresse: вул. Б. Хмельницького 27/25
08400 м. Переяслав-Хмельницький
Website: phm.org.ua
Statistische Informationen
Perejaslaw (Oblast Kiew)
Perejaslaw (50° 3′ 58″ N, 31° 27′ 16″O)
Perejaslaw
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Perejaslaw (ukrainisch Переяслав, von 1943 bis 2019 Переяслав-Хмельницький Perejaslaw-Chmelnyzkyj; russisch Переяслав-Хмельницкий Perejaslaw-Chmelnizki) ist eine Stadt in der ukrainischen Oblast Kiew mit etwa 27.700 Einwohnern (2018).

Geografische LageBearbeiten

Perejaslaw liegt auf einer Höhe von 94 m an der Mündung des Trubisch in den zum Kaniwer Stausee angestauten Dnepr, 88 km südöstlich von Kiew. Durch die Stadt verläuft die Fernstraße N 08. Die Territorialstraßen T–10–22 und T–10–25 beginnen hier.

GeschichteBearbeiten

Perejaslaw spielte in der Geschichte der Ukraine und Russlands eine wichtige Rolle. Die Stadt wurde 907 erstmals als Perejaslaw urkundlich erwähnt. Der Name der Stadt bedeutet „hat den Ruhm übernommen“. Ehemals wurde sie auch Переяславль Perejaslawl und im 9. Jahrhundert Переславль Руський Pereslawl Ruski.[1] genannt. Angeblich fand hier eine Schlacht mit den Kyptschaken statt, die dadurch entschieden wurde, dass ein unbekannter Kiewer Handwerker einen großen kyptschakischen Bogatyr im Zweikampf besiegte, so dass dessen Ruhm auf ihn überging. 992 ließ der Kiewer Fürst Wladimir I. die Festung von Perejaslaw ausbauen, die Kiew vor nomadischen Überfällen aus südlichen Steppen schützen sollte. Einige Zeit lang war Perejaslaw der Sitz russischer Metropoliten, bis in Kiew 1037 die Sofien-Kathedrale gebaut wurde. Das ab Mitte des 10. Jahrhunderts selbständige Fürstentum Perejaslawl spielte eine strategische Rolle im Schutz der Kiewer Rus gegen die Kyptschaken, später Petschenegen. Seit 1054 hat hier das Vikariat Perejaslaw-Chmelnyzkyj und Wyschnewe seinen Sitz. 1239 wurde die Stadt von Mongolen verwüstet.

 
Denkmal in Perejaslaw zu Ehren Taras Schewtschenkos Gedicht „Vermächtnis

1654 berief Bohdan Chmelnyzkyj in Perejaslaw einen großen Rat der ukrainischen Kosaken ein (Rat von Perejaslaw), der der Koalition mit Moskowien im Kampf gegen Polen-Litauen zustimmte, was die spätere Eingliederung des Teils der Ukraine am linken Ufer des Dneprs in das russische Reich zur Folge hatte. Weihnachten 1845 hielt sich Taras Schewtschenko in Perejaslaw auf und schrieb hier sein bekanntestes Gedicht „Vermächtnis“ (Sapowit).[2]

Am 12. Oktober 1943 wurde die Stadt zu Ehren von Bohdan Chmelnyzkyj in Perejaslaw-Chmelnyzkyj umbenannt und am 30. Oktober 2019 erhielt die Stadt, nach einem Beschluss der Werchowna Rada auf Initiative des Stadtrates hin, wieder den Namen Perejaslaw.[3][4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 2004 jeweils zum 1. Januar)

  • 1974 – 24.600
  • 2004 – 30.659
  • 2005 – 30.258
  • 2006 – 29.836

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Bauernhaus im Freilichtmuseum
 
Postamt im Freilichtmuseum

Die Stadt und die Umgebung wurden zum historischen Schutzgebiet erklärt. Zu den größten Sehenswürdigkeiten zählen:

  • das Freilichtmuseum der Museum der Volksarchitektur und Lebensweise am mittleren Dnepr, das die Architektur und Tradition der Ukrainer vom Altertum bis in das 20. Jahrhundert sehr umfangreich darstellt
  • der Kindergarten Powernjio im ehemaligen, sehr gut erhaltenen Teepalais Rasumofsky
  • die Überreste von Bauten aus dem 10./11. Jahrhundert
  • Bauten aus dem 16. Jahrhundert: St.-Michaels-Kirche, Himmelfahrtskloster (Reste, Glockenturm)
  • etwa 30 Museen im Stadtgebiet zu verschiedenen Themen[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

In Perejaslaw wurden geboren:

In Perejeslaw-Chmelnyzkyj lebten und studierten die Brüder und bekannten Boxer Vitali Klitschko und Wladimir Klitschko bis 1996 an der Pädagogischen Fakultät der Universität Hryhorij Skoworoda Sportwissenschaften.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Perejaslaw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gamber, Klaus 1919-1989: Das heilige Russland 1000 Jahre russ.-orthodoxe Kirche. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 978-3-451-20859-1, S. 17.
  2. Eintrag zu Sapowit in der Ukrainischen Sowjetenzyklopädie; abgerufen am 19. September 2020 (ukrainisch)
  3. Der Rat hat Perejaslaw-Chmelnyzkyj in Perejaslaw umbenannt in thebabel.com.ua vom 30. Oktober 2019; abgerufen am 30. Oktober 2019 (ukrainisch)
  4. https://glavcom.ua/news/rada-pereymenuvala-chotiri-naselenih-punkti-636468.html
  5. Perejaslaw-Chmelnyzkyj auf discover-ukraine.info