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Pennsylvania Dutch (auch Pennsylvania Germans; pennsylvaniadeutsch: Pennsilfaani Deitsche) ist die englische Bezeichnung für eine Gruppe von deutschsprachigen Bewohnern, die sich seit dem 17. Jahrhundert in Pennsylvania, einem späteren US-amerikanischen Bundesstaat, angesiedelt haben und die ursprünglich als Einwanderer mehrheitlich aus der Pfalz kamen. Es waren zumeist Protestanten, insbesondere Mennoniten, Amische und Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine. Die von ihnen besiedelte Region wird in Amerika als Pennsylvania Dutch Country bezeichnet. Zum zunächst besiedelten Kerngebiet gehören die Städte Allentown, Hershey, Lancaster, Reading und York. Die Sprache dieser Gruppe von Deutschamerikanern, die teilweise noch gesprochen wird, heißt Pennsylvania Deitsch, offiziell Pennsylvania Dutch. Zu ihrer Zahl bestehen kaum verlässliche Angaben, da die Abgrenzung unklar ist. Ausgehend von der Anzahl der Dialektsprecher gehen neueste Erhebungen von rund 390.000 bis 420.000 Personen aus.[1] 80 % dieser Menschen gehören zu den konservativen Gruppen der Amischen und Altmennoniten. Die Lutheraner und Reformierten, die in der Vergangenheit die überwiegende Mehrheit der Sprecher des Pennsylvaniadeutschen stellten, machen nurmehr 5 % der Sprecher aus.[1]

Inhaltsverzeichnis

EtymologieBearbeiten

 
Blau: Counties mit dem höchsten Anteil von Pennsylvania-Dutch-Sprechern in der Bevölkerung
Rot: Counties mit den meisten Pennsylvania-Dutch-Sprechern absolut

Die Bezeichnung Dutch steht für Deutsch und wurde im Englischen wie im Hoch- und Niederdeutschen lange Zeit als Sammelbezeichnung für alle deutschen und kontinentalwestgermanischen Sprachen benutzt.[2][3] Es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die Bezeichnung Pennsylvania Dutch für Einwanderer aus dem deutschen Sprachraum.

  • Eine Theorie besagt, dass es sich einfach um eine Verballhornung des Wortes Deutsch handelt (im Pfälzer Dialekt Deitsch), das von US-Amerikanern Dutch ausgesprochen wurde.
  • Die zweite Theorie geht davon aus, dass Dutch die traditionelle englische Bezeichnung für Menschen war, die am Rhein lebten, gleichgültig ob Niederländer, Deutsche oder Schweizer. In diesem Sinne tauche der Begriff schon bei William Shakespeare auf. Erst seit dem 17. Jahrhundert wurden nur die Niederländer als Dutch bezeichnet, die Deutschen als Germans.
  • Eine weitere Erklärung ist, dass sich Deutsch und Niederländisch für US-Amerikaner nahezu gleich angehört habe, so dass die Deutschen in Pennsylvania für Niederländer gehalten wurden. Außerdem wird angeführt, dass die meisten deutschen Immigranten per Schiff von den niederländischen Häfen Rotterdam und Amsterdam aus in die Vereinigten Staaten gekommen seien, so dass die Einwanderer in den Vereinigten Staaten fälschlich als Dutch angesehen wurden.[4]

GeschichteBearbeiten

 
Aufkleber auf Pennsylvania Dutch: „Wir sprechen noch die Muttersprache“

Der Quäker William Penn (1644–1718), der eine eigene Kolonie an der Ostküste der Vereinigten Staaten gründen wollte, hielt die rein ländliche Region von Pennsylvania für einen besonders geeigneten Standort und machte ihn durch seine Schriften bei potenziellen deutschsprachigen Auswanderern bekannt. Er warb in den 1670er Jahren in deutschen Provinzen für sein Projekt. 1683 gründeten deutsche Mennoniten aus dem Raum Krefeld den Ort Germantown, der ein Stadtbezirk von Philadelphia ist. Nach 1710 kam die erste größere Welle von Auswanderern aus der Pfalz in Pennsylvania an und ihre Berichte in die Heimat zogen weitere Siedler an, die aus der Pfalz, Baden, Württemberg und dem Rheinland kamen. 1711 ließen sich sechs mennonitische Familien aus der Schweiz in Lancaster nieder, das 1730 offiziell gegründet wurde. Zwischen 1727 und 1775 kamen rund 65.000 deutsche Auswanderer nach Philadelphia. Während der Amerikanischen Revolution desertierten einige tausend hessische Söldner, die in Diensten Englands standen, und ließen sich im Pennsylvania Dutch Country nieder. Im Jahr 1790 waren 40 Prozent der Gesamtbevölkerung dieses Bundesstaates deutschstämmig. Da sich die Deutschen vor allem im Südosten von Pennsylvania niederließen, waren hier in manchen Townships und Countys bis zu 80 Prozent der Siedler deutschstämmig. Sie widmeten sich zunächst ausschließlich der Landwirtschaft und der Selbstversorgung ihrer Farmen.[5]

Auch nach 1800 kamen noch deutsche Auswanderer nach Pennsylvania, meistens aus anderen Regionen und teilweise waren es Katholiken. Sie werden von Historikern im Allgemeinen nicht zur Bevölkerungsgruppe der Pennsylvania Dutch gezählt. Die deutschen Einwanderer, die nach 1820 kamen, ließen sich eher in New York, Illinois oder Wisconsin nieder, da der Kaufpreis für Ackerland in Pennsylvania mittlerweile stark gestiegen war.[5] Das „Pennsylvania Dutch Country“ wird von den Einheimischen bisweilen als „Pennsylvania Deitschland“ oder „Pennsylvania Dutchland“ bezeichnet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten