Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Pechölstein

Blattähnliche Rillenfläche mit über 2 m Durchmesser eines sehr großen Pechölsteins in Hundsdorf bei Gutau, Oberösterreich
Seitenansicht des Pechölsteins in Hundsdorf bei Gutau, Oberösterreich
Pechstein bei Quellenreuth, Oberfranken mit schalenförmiger Pechpfanne
Griebenherd in Reumtengrün, Vogtland

Pechölsteine, Pechsteine oder Griebenherde werden speziell geformte und bearbeitete Steine, die früher zur Gewinnung von Pech aus harzhaltigen Kiefernästen dienten, genannt.

Inhaltsverzeichnis

BegriffBearbeiten

Der Stein, der zur Pechgewinnung diente, hat lokal verschiedene Bezeichnungen und es gab auch Unterschiede in der Pechgewinnung bzw. der verschiedenen gewonnenen Produkte. Pechölsteine, Pechsteine oder Griebenherde werden auch als Pechschmiersteine oder Speckschmiersteine bezeichnet. Die nächstgrößere Einheit war der Pechofen. Das Gestein Pechstein, welches nicht mit der Pechgewinnung zusammenhängt, hat seinen Namen nach seiner oftmals schwarzen Farbe.

PechgewinnungBearbeiten

Der Stein befand sich unmittelbar im Wald, wo die Verarbeitung des Holzes direkt vor Ort stattfinden konnte. Geeignet zur Pechgewinnung mit diesem Verfahren waren Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen. Die Äste wurden pyramidenförmig auf dem Stein aufgeschichtet und mit Fichtenästen, Erde und Rasenstücken abgedeckt. Dieser Meiler wurde dann mindestens einen Tag lang befeuert. Das wegen Sauerstoffmangels nicht brennende Holz gab dabei Pech (Holzteer) ab. Dieses wurde durch Abflüsse oder Rinnen, die in die Pechölsteine geschlagen sind, in ein Behältnis geleitet. Das Pechöl wurde als Salbe oder, mit Schweinefett gemischt, als Wagenschmiere verwendet.[1][2] Gewonnen wurden verschiedene Sorten Pech (siehe z. B. Birkenpech) bzw. Teer, außerdem auch Terpentin und Holzkohle.

Liste von PechölsteinenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pechölstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten